Braunbär / ©: Wild Wonders of Europe / Staffan Widstrand / WWF

Viva M25!

Der WWF Schweiz freut sich über den jüngsten Bärenbesuch in der Schweiz. Bären sind international streng geschützt und definitiv auf der Rückkehr in die Alpenregionen. Wir kämpfen, damit sie auch in der Schweiz eine echte Chance bekommen.
 

Herausforderung im Siedlungsgebiet

Am 9.5.2014 ist der Jungbär M25 erstmals im Kanton Graubünden in der Nähe von Zernez gesichtet worden. Das dreijährige Männchen trifft in der Südostschweiz auf eine vielfältige Landschaft: Während im alpinen Raum Wälder dominieren, sind unten in der Ebene grössere Dörfer vorhanden. Damit sind die Behörden gleich auf mehreren Ebenen stark gefordert: „Es braucht dringend gut geschützte Herden, bärensichere Abfallcontainer und gesicherte Bienenhäuser“, fordert WWF-Bärenexpertin Joanna Schoenenberger. Der Jungbär darf nicht in die Siedlungen gelockt werden, damit er weiterhin sein Fressen in der Wildnis sucht. Seine natürliche Scheu vor den Menschen ist nämlich seine beste Lebensversicherung. Das zeigt das traurige Schicksal von M13, der das Puschlav besucht hatte. Er war auf seiner Suche nach Nahrung immer näher zu den Siedlungen gekommen und wurde schliesslich von den Behörden nach seiner Winterruhe in diesem Frühjahr zum Abschuss freigegeben.
 

Von M13 lernen

Langfristig führt kein Weg daran vorbei, dass sich die betroffenen Alpenregionen auf die natürliche Rückeinwanderung der Grossraubtiere vorbereiten. M13 war im Gegensatz zu JJ3 sicher kein problematischer oder gefährlicher Bär. Dass er sterben musste, hat vor allem mit der fehlenden Bären-Akzeptanz im Puschlav zu tun – und dies ist wiederum eine Folge mangelnder Information der Bevölkerung. Es braucht den Einsatz aller Akteure – vom Bund über den Kanton bis zu den Gemeinden – um gute Erfolge wie im Münstertal auszuweisen.

Der WWF hilft in den betroffenen Regionen mit, dass der Bär dort akzeptiert wird. Auch bilden wir seit mehreren Jahren Freiwillige aus, die im Sommer Hirten auf den Alpen unterstützen, wo Bär oder Wölfe auftauchen könnten. Dieser Kurs für Hirten-Hilfen wird erstmals auch im Kanton Tessin durchgeführt.

Nebst politischer Aufklärungsarbeit bei den Behörden und in Parlamenten suchen wir in Zusammenarbeit mit Pro Natura gemeinsam mit dem Bund, Schafzüchtern und Jägern nach Wegen, um ein konfliktarmes Nebeneinander von Grossraubtieren und Nutztierhaltung zu ermöglichen. Wir sind aber auch direkt in den betroffenen Regionen aktiv. So fördern wir die Akzeptanz der Grossraubtiere mit zielgerichteten Projekten: Im Münstertal hat der WWF mit seinem Bärenprojekt Ursina eine ganze Region auf die neue Situation mit den Bären vorbereitet. Wir engagieren uns dabei insbesondere in folgenden Projekten:
  • Professionelle Information der Bevölkerung im Tal
  • Ein effizienter Herdenschutz
  • Bärensichere Abfallcontainer und gesicherte Kompostplätze
  • Mit Elektrozäunen gesicherte Bienenhäuser
 

Appell an die Behörden

Der WWF ist überzeugt, dass ein konfliktarmes Zusammenleben zwischen Mensch und Grossraubtieren möglich ist. Als Wildtiere an der Spitze der natürlichen Nahrungskette gehören sie zu unserer vielfältigen Natur. Daher appellieren wir an die Behörden im Graubünden und auch in Bern, den Bären als Gast in der Schweiz willkommen zu heissen und alles zu tun, damit er nicht das gleiche Schicksal erleidet wie zwei seiner Vorgänger.
 

Ein regelmässiger Gast

Seit 2005 haben bereits neun Bären die Schweiz besucht, und es werden auch in Zukunft immer wieder Jungbären aus dem italienischen Trentino, wo heute rund 50 Braunbären leben, ins Bündnerland oder ins Tessin einwandern. Deshalb ist es wichtig, dass die Behörden die Bevölkerung und die Touristen in der betroffenen Region sachlich über die neue Situation informieren.

Seit fast zwanzig Jahren setzt sich der WWF für die natürliche Rückeinwanderung der Grossraubtiere in die Schweiz ein.

Eine Kontroverse, die keine sein müsste: 
Der Bär in der Schweiz.
Tagesschau-Beitrag vom 20. Februar 2013 zum Tod von M13
 / ©: WWF
Viva M25!
© WWF

Schweiz steht hinter M25

22'509 Stimmen sprachen sich innerhalb eines Monats für den Jungbären M25 aus.
 

Richtiger Umgang mit Bären

Die Menschen müssen den Umgang mit Grossraubtieren wieder lernen. Amateurfilmaufnahmen zeigen, dass Personen aus ihren Autos ausgestiegen sind und den Bären aus wenigen Metern Distanz filmten oder fotografierten. Das ist falsch: Man sollte zu Bären immer Distanz wahren, damit sie die Scheu vor den Menschen nicht verlieren. Ein Bär ist kein Kuscheltier, ebensowenig ist er eine Bestie. Bären sind faszinierende Grossraubtiere, denen man Respekt zollen sollte. Begegnet man einem solchen Tier, gilt: Abstand halten, das Tier nie verfolgen und ihm die Chance lassen, sich zurückzuziehen.

Der WWF Schweiz rät, die Situation nicht zu dramatisieren. In vielen Ländern leben Menschen und Bären problemlos nebeneinander. Ausserdem sind das Unterengadin und das Val Müstair bereits gut vorbereitet: So gibt es beispielsweise bärensichere Abfalleimer, gesicherte Kompostplätze und Bienenstöcke, die mit einem Elektrozaun geschützt werden. Trotzdem müssen sich die Bewohner auf die neue Situation einstellen. Wichtig ist vor allem, dass sie keine Essensreste in den Gärten oder in den Siedlungen liegen lassen, damit der Bär Siedlungen nicht mit Nahrung gleichsetzt.

Das können Sie tun

  • Mit der symbolischen Braunbär-Adoption helfen Sie dem WWF, noch mehr für die Braunbären und ihren natürlichen Lebensraum zu tun.

    Dem Braunbären helfen



panda

Abonnieren Sie den WWF Newsletter

Kompakt und aktuell: Ihre WWF News per E-Mail. Melden Sie sich jetzt an!

Werden Sie unser Fan


Dem WWF auf Twitter folgen

Welt retten für Faule - #Tipps von @GlobalGoalsUN #sdgs https://t.co/Vl13fcUXL7
vor 3 Stunden @WWF_Schweiz

Helfen Sie uns, die Wälder weltweit zu schützen

Alpen

Ihre Spende an den WWF kann steuerlich geltend gemacht werden.