Hintergrundwissen Rio+20

Die Staatengemeinschaft muss handeln

Seit dem 30. Oktober 2011 bevölkern sieben Milliarden Menschen unseren Planeten. Alle 2,6 Sekunden, so schätzt die Stiftung Weltbevölkerung, erblickt ein Baby das Licht der Welt. In weniger als 40 Jahren werden es insgesamt neun Milliarden sein. Schon jetzt verbrauchen wir die natürlichen Ressourcen von umgerechnet 1,5 Erden, wie der WWF in seinem «Living Planet Report» errechnet hat. Behalten wir unsere Lebensweise bei, werden es 2050 sogar zwei Erden sein.

Eine Welt mit neun Milliarden Bürgern, die allesamt nach Wohlstand streben, wird nicht mehr nach den bisherigen Prinzipien funktionieren. In Rio müssen die Staats- und Regierungschefs einen Wechsel in Politik und Wirtschaft einläuten.
The Sun shining down upon the Earth photographed from orbit from on board the International Space ... / ©: © ESA / NASA
Schon jetzt verbrauchen wir die natürlichen Ressourcen von umgerechnet 1,5 Erden.
© © ESA / NASA

Kampf um Wasser, Nahrung und Energie

Zukünftige Generationen drohen sonst einer Ressourcenknappheit und einer zerstörten Umwelt gegenüberzustehen, die sie nicht verursacht haben, und die absehbar zu Konflikten und politischen Instabilitäten führen. Die Auswirkungen werden auf der ganzen Welt spürbar sein, wenn der Kampf um Wasser, Nahrungsmittel und Energie beginnt. Am härtesten treffen wird es jedoch erneut die Ärmsten.

«Wenn wir in den ökologischen Grenzen unseres Planeten handeln und zugleich Recht und Anspruch von Milliarden von Menschen erfüllen wollen, die bisher keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Trinkwasser, ausreichend Energie und Nahrung haben, dann müssen wir einen völlig anderen Ansatz wählen», sagt Günter Mitlacher, Leiter Biologische Vielfalt beim WWF Deutschland.

Der WWF fordert...

... dass sich die internationale Staatengemeinschaft in Rio de Janeiro auf neue, messbare, ambitionierte und glaubhafte Nachhaltigkeitsziele festlegt und den Übergang in eine nachhaltige Wirtschaftsweise («Green Economy») einleitet. Nur so kann die Menschheit in Zukunft sozial gerecht, wirtschaftlich tragfähig und innerhalb der natürlichen Grenzen unseres Planeten dauerhaft versorgt werden.

Der Weg zur «Green Economy»

Die bisherige Wirtschaftsweise, die auf schnelles Wachstum ausgelegt ist, hat die Nutzung natürlicher Ressourcen in immer neue Höhen getrieben. Biologische Vielfalt und Ökosystemleistungen sollen erhalten bleiben bzw. wiederhergestellt werden. Der Wert des natürlichen Kapitals ist in einer echten Vollkostenrechnung, die über das Bruttoinlandsprodukt (BIP) hinausgeht, zu berücksichtigen und in die Bilanzen von Unternehmen und Volkswirtschaften zu integrieren.

Das Ziel einer solchen Reform ist es, die Nachhaltigkeitsinstitutionen auf UN-Ebene zu stärken, um konsequent den Weg in eine Green Economy ebnen und verfolgen zu können. Eine solche Reform muss insbesondere folgende Aspekte berücksichtigen: Transparenz, Zugang zu Informationen, öffentliche Beteiligung im Prozess der Entscheidungsfindung, Rechenschaftspflicht und Zugang zur Justiz. Der WWF setzt sich dafür ein, dass die Zivilgesellschaft einschliesslich lokaler Gemeinschaften und indigener Volksgruppen intensiv beteiligt wird. Das bisherige UN-Umweltprogramm soll endlich zu einer eigenständigen Organisation aufgewertet werden, damit die Umweltthemen das gleiche Gewicht haben wie Gesundheit, Ernährung und Welthandel.

Reformen für mehr Nachhaltigkeit

Der WWF setzt sich für eine Reform der UN-Institutionen für Nachhaltigkeit und eine starke, eigenständige Umweltorganisation ein. Die Institutionen und Gremien, die auf UN-Ebene über Nachhaltigkeitspolitik diskutieren und entscheiden, sind seit Jahren reformbedürftig.

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