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Pflanzen in den Alpen
Silberwurz (Dryas octopetala)
Zahlreiche spezialisierte Pflanzen
Insgesamt 4500 verschiedene Pflanzenarten wachsen in den Alpen, was in etwa 40 Prozent der Flora Europas entspricht. Keine andere europäische Region ist derart artenreich.  417 Blütenpflanzen sind endemisch, d.h. sind nur in den Alpen oder Teilen davon zu finden.  Darunter sind einzelne sehr seltene Arten, beispielsweise die Berardie (Beradia subaucalis), die nur in Teilen der französischen Alpen vorkommt.

Oberhalb der Waldgrenze im Bereich der alpinen Rasen und Schutthalden herrschen besondere Lebensbedingungen. Die Vegetationszeit ist kurz und die Luft trocken, die Temperaturunterschiede sind riesig und die Winde kräftig. Es gibt nur wenig Humus und Nährstoffe. Die alpinen Pflanzen mussten deshalb besondere „Techniken“ entwickeln, um in der harschen Umwelt zu überleben. Je höher wir hinaufsteigen, desto kleiner werden die Pflanzen. Der Zwergwuchs dient als Schutz vor dem Wind und vor dem Schneedruck. Unter dem Boden aber weisen die meisten Alpenpflanzen ein weit verzweigtes Wurzelsystem auf. An kaum 10 Zentimeter hohen Pflanzen können in der alpinen Stufe meterlange dicke Wurzeln und unterirdische Stängel gemessen werden, beispielsweise bei der Netzweide (Salix reticulata), die als kleinster Baum der Welt gilt.

Damit die Wildbienen, Schmetterlinge und anderen Insekten die Alpenblumen finden, sind die meisten Blüten verhältnismässig gross und in den Farben kräftig.
Binntal
Grosse Waldflächen jedoch wenige Urwälder
In der Schweiz gibt es zwar keine gänzlich unberührten Wälder mehr, aber viele kleine vom Menschen nicht wesentlich veränderte Waldstücke, die an unzugänglichen steilen Felshängen und auf Gräten ruhen und deshalb nie bewirtschaftet wurden. Zusammen bedecken sie eine Fläche von etwa 33'400 ha, bzw. 2,7% der gesamten Waldfläche. Ausserdem werden die folgenden drei grösseren Wälder offiziell als „Urwälder“ bezeichnet: Der grosse Bödmeren-Fichtenwald auf Karst im Muotatal (Schwyz), der Tannenwald von Derborence (Wallis), und der kleine Fichtenwald von Scatlé (Graubünden).
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Artenreiche Alpenweiden

Wären die Alpen heute noch vom Menschen unberührt, würde die meiste Vegetation unterhalb der Baumgrenze aus Laubmischwäldern in den Tälern und aus Nadelwäldern in den Höhenlagen bestehen.

 

Durch die Abholzung und die Nutzung der Böden für die Landwirtschaft hat der Mensch offene Gebiete geschaffen, wo sich neue Pflanzenarten und -gemeinschaften festsetzen konnten. Solange sie extensiv bewirtschaftet sind (jährlicher später Schnitt oder moderate Beweidung, keine Bewässerung und kein Dünger), beherbergen Trockenweiden und -wiesen nicht nur eine Vielfalt an seltenen und gefährdeten Pflanzenarten, sondern auch unzählige Schmetterlinge, Heuschrecken, Spinnen und andere kleine Insekten.