Der WWF setzt sich für eine produktive und umweltfreundliche Schweizer Landwirtschaft ein, welche die natürlichen Werte und eine vielfältige Landschaft fördert und den Einsatz chemischer Hilfsmittel minimiert.
Die Schweizer Landwirtschaft als Garant der Biodiversität
Rund die Hälfte der Schweizer Landesfläche wird von der Landwirtschaft und zur Sömmerung der Nutztiere genutzt. Im Verlaufe der Jahrhunderte haben die Bauern die charakteristische Kulturlandschaft unserer Regionen geformt und dabei zum Erhalt und zur Bereicherung ihrer natürlichen, landschaftlichen und kulturellen Werte beigetragen. Solange sich die Landwirtschaft nach der Natur richtet, nimmt sie beim Erhalt der biologischen Vielfalt eine Schlüsselrolle ein.
Seit den 1950er Jahren trägt die intensive Landwirtschaft mit Flurbereinigungen und chemischen Produkten (Pestiziden und Kunstdüngern) zur Zerstörung und Fragmentierung der Lebensräume vieler Pflanzen- und Tierarten bei. Heutzutage zerstören ungeeignete Landwirtschaftspraktiken, wie die Bewässerung von Trockenweiden, zusätzlich Naturflächen. Traditionelle und artenreiche Kulturlandschaften verschwinden wegen fehlender Bewirtschaftung als Folge der Abwanderung aus abgelegenen Gebieten. Fazit: Die Hälfte der gängigen Vogelarten auf dem Land bleibt bedroht und zahlreiche Schmetterlinge und Heuschrecken sind weiterhin selten.
Die ökologischen Ausgleichsflächen sollten dazu beitragen, diese Tendenz umzukehren. Sie machen jedoch nur einen kleinen Teil der landwirtschaftlich genutzten Fläche aus und nur wenige sind untereinander vernetzt. Ein gut funktionnierendes Netz natürlicher und halbnatürlicher Gebiete quer durch unsere Landschaft ist jedoch für die typischen Arten unserer Kulturlandschaft überlebenswichtig.
Stellungnahme zur Agrarpolitik 2011
Seit über 20 Jahren arbeitet der WWF an der Reform der Schweizer Agrarpolitik mit. In seiner Stellungnahme zu den Ausführbestimmungen der Agrarpolitik 2011 setzt er sich ganz besonders für folgende Anliegen ein:
- Reduktion der Flächenbeiträge, da an unklare ökologische Ziele gebunden
- Verstärkung der ökologischen Auflagen bei der Auszahlung jeglicher Subventionen
- Umlagerung der finanziellen Mittel von den generellen Direktzahlungen zu den ökologischen Direktzahlungen und dem Tierschutz
- Erhöhung der Pufferzonen entlang der Fliessgewässer als Schutz vor Verschmutzungen
- Beiträge für ökologisch wertvolle Weiden, Wiesen und Reben
- Schaffung zusätzlicher Mittel zur Förderung der Behirtung von Schafen