In den Schweizer Alpen sömmern jährlich 250'000 Schafe und etwa 20'000 Ziegen. Ihr Schutz ist für ein Nebeneinander von Mensch und Grossraubtieren enorm wichtig. Bis zur Ausrottung von Bär, Luchs und Wolf Ende des 19. Jahrhunderts war die Behirtung von Kleinvieh und der Schutz durch Hunde eine Selbstverständlichkeit. Mit der Rückkehr der drei Grossraubtierarten müssen wir diese Tradition wieder neu erlernen.
Über den eigentlichen Schutz des Viehs hinaus sorgen Behirtung und Schutz von Herden dafür, dass Wiesen und Weiden massvoll und zum richtigen Zeitpunkt genutzt werden und dass die Übertragung von Krankheiten von Kleinvieh auf Wild minimiert und der Wald vom Verbiss durch Nutztiere geschützt wird. Der WWF Schweiz ist seit acht Jahren mit verschiedenen Projekten aktiv, bei denen es heute vor allem um die qualitative Verbesserung des Herdenschutzes geht. Seit 2009 bietet das Freiwilligenprogramm Hirten-Hilfen eine konkrete Unterstützung auf der Alp an.
Wandern, Biken und Herdenschutz
Grossraubtiere und Herdenschutz bedeuten auch, dass Touristen mit den neuen Gegebenheiten umgehen lernen. Herdenschutzhunde verteidigen Ihre Herden auch gegenüber fremden Personen. Das kann zu unangenehmen Begegnungen führen, auch wenn Unfälle selten sind und bisher stets glimpflich verliefen. Darum hat der WWF in Zusammenarbeit mit Agridea, der Koordinationsstelle für Herdenschutz des Bundes, die obige interaktive Karte ins Leben gerufen, die die Planung von Wanderungen oder Biketouren erleichtert. Klicken Sie auf die Pins um das betreffende Gebiet anzusehen. Verhaltenstipps finden Sie hier.