Amazonas-Flussdelfine
Wissenschaftlicher Name:
Rosa Flussdelfin: Inia geoffrensis (Rosa Flussdelfin) mit 2 Unterarten:
Inia g. geoffrensis und
Inia g. humboldtiana
Grauer Flussdelfin oder Tucuxi: Sotalia fluviatilis
Bolivianischer Flussdelfin: Inia boliviensis
Lebensraum:
Rosa und graue Flussdelfine leben in den ausgedehnten Flusssystemen des Amazonas und Orinoco im nördlichen Teil Südamerikas. Der Bolivianische Flussdelfin kommt nur im Oberlauf des Madeira-Flusses in Bolivien vor.
Bestandsgrösse:
Keine genauen Gesamtbestandeszahlen bekannt (über 40000 Individuen geschätzt). 4017 Individuen aller drei Arten wurden während elf Expeditionen auf 4300 Flusskilometern gezählt (Stand 2010)
Gefährdungsstatus:
IUCN: ungenügende Datengrundlage
CITES: Anhang II
Bedrohung der Amazonas-Flussdelfine
Tief verwurzelt in den Mythen und Legenden der Bewohner des amazonischen Tieflandes ist der rosa Flussdelfin ein herausragendes Symbol für intakte Flüsse. Leider steht seine Heimat vermehrt unter Nutzungsdruck:
Goldwäscher verschmutzen das Wasser mit Quecksilber,
intensive Fischerei schmälert die Nahrungsgrundlage der Tiere. Direkt reduziert wird Ihre Anzahl wegen der
Tötung durch Fischer, die die Delfine für „Fischräuber“ halten, und durch
Unfälle in Fangleinen und Fischernetzen.
An mehreren Stellen am Amazonas sind einzelne Populationen bereits durch
Dämme voneinander getrennt. Zahlreiche weitere Dämme sind in Planung und grosse Infrastrukturprojekte drohen die Wälder und Flüsse Amazonas und Orinoco noch stärker zu verschmutzen. Die Ansiedlung vieler Menschen in bisher entlegenen Gegenden wird vorangetrieben und verstärkt die Bedrohungsfaktoren zusätzlich.
WWF-Engagement für die Amazonas-Flussdelfine
Um erste verlässliche Daten über die Flussdelfin-Populationen in Südamerika zu erheben, hat der WWF Kolumbien in Zusammenarbeit mit der Stiftung Omacha (Kolumbien), der Stiftung La Salle (Venezuela), der Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) und der Wildlife Conservation Society (WCS, USA) zwischen Juni 2006 und August 2007 die erste gross angelegte Zählung dieser Tiere in Brasilien, Venezuela, Kolumbien, Ecuador, Peru und Bolivien durchgeführt (weitere Informationen (in Englisch) zu den Expeditionen unter „Links“ in der Spalte rechts). Auf diesen Zählungen basierende Schätzungen gehen von mehreren grossen Populationen mit insgesamt über 40000 Individuen aus. Damit ist die Situation der Flussdelfine in Südamerika weniger kritisch als in Asien.
Die Flussdelfine können nur überleben, wenn ihr Lebensraum vor weiterer Zerstörung bewahrt wird. Daher engagiert sich der WWF am Amazonas und Orinoco mit zahlreichen Massnahmen zum Schutz der aquatischen Lebensräume:
- Reglementierung der Fischerei
- Alternative Einkommensmöglichkeiten für Fischer
- Verhinderung oder ökologische Gestaltung von Infrastrukturprojekten
- Aufklärung und Umweltbildung
- Aufdeckung illegaler Aktivitäten (Holzeinschlag, Tierhandel) und Förderung nachhaltiger Produktionsmethoden
- Ausbildung von Wissenschaftlern in einer standardisierten Zählmethode für Flussdelfine Überwachen der Populationen