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Bär
Europäischer Braunbär
Aktuell: Revision der Jagdverordnung
Am 15. Juli lief die Anhörung zur Revision der Jagdverordnung aus. Künftig sollen Raubtiere wie zum Beispiel der Luchs geschossen werden können, wenn sie zu viel Wild reissen.

Für den WWF ist dies ein Paradigmenwechsel im Naturverständnis. Der WWF setzt sich dafür ein, dass dieser Paradigmenwechsel verhindert werden kann. Gleichzeitig sitzt der WWF mit Pro Natura, dem Schweizerischen Schafzüchterverband und Jagd Schweiz an einem runden Tisch, moderiert vom Bundesamt für Umwelt. Dort werden Lösungen für eine gemeinsame Haltung und ein langfristiges Management von Grossraubtieren gesucht.

Bär mit Jungen
Die Rückkehr des Braunbären in die Schweiz
In den Trentiner Alpen unweit der Schweizer Grenze haben die letzten ursprünglichen Braunbären überlebt. Der Bestand war aber zu klein, um selbständig überleben zu können. Deshalb wurden zwischen 1999 und 2002 10 Braunbären aus Slowenien im Nationalpark Adamello Brenta angesiedelt. Damit begann die Population wieder sich fortzupflanzen. Die Strecke zwischen dem Trentino und der Schweizer Grenze (Bündner Alpen) ist kurz und für einen Bären in wenigen Nächten zu schaffen. Dass diese auch überwunden wird, zeigte sich, als 2005 ein Jungbär aus der Trentiner Population Schweizer Boden betrat. Es war dies der erste Braunbär in der Schweiz seit der letzten Sichtung 1923. Es ist anzunehmen, dass weitere Einwanderungen durch Jungtiere aus der vitalen Trentiner Population stattfinden werden.

Meister Petz findet bei uns durchaus noch günstige Lebensräume. Als Allesfresser mit einem hohen Anteil pflanzlicher Nahrung ist der Tisch für ihn reichlich gedeckt. Dennoch ist das Überleben des Braunbären im Alpenraum noch lange nicht gesichert. Nach anfänglichen Erfolgen mit einem Wiederansiedlungsprojekt in den österreichischen Alpen und der Erreichung eines Bestandes von 25-30 Tieren, gelangte man 2007 zum ernüchternden Ergebnis, dass vermutlich nur mehr 2 österreichische Bären am Leben sind. Dieses Beispiel zeigt, dass häufig die Akzeptanz durch die Bevölkerung fehlt und Braunbären weiterhin vermutlich gewildert werden. Umso grösser ist die Verantwortung der Schweiz, wenn Braunbären immer wieder auf natürlichem Wege einwandern.
Un chien de protection dans le val Müstair (GR).
Normalerweise reissen Braunbären nur sehr selten Haustiere. In Ausnahmefällen können Bären – wie das junge Männchen JJ3 im Jahr 2007 – aber auch relativ grossen Schaden anrichten.

Herdenschutzhunde und Elektrozäune sorgen dafür, dass Haustiere und Bienenstöcke vor dem Bären weitgehend sicher sind. Bärensichere Abfallcontainer verhindern, dass sich Bären an Menschennahrung gewöhnen und sich danach bei der Nahrungssuche wiederum Siedlungen nähern. Treibt sich ein Braunbär in der Nähe von Menschen oder Siedlungen herum, wird er mittels Vergrämungsmassnahmen vertrieben.
Das Projekt Ursina – Der Bär im Rätischen Dreieck
Der WWF Schweiz lancierte 2006 das Pilotprojekt „Ursina – Der Bär im Rätischen Dreieck“, welches Möglichkeiten zum Zusammenleben von Mensch und Bär aufzeigt.

Im Rahmen dieses Projektes wurden bereits mehrere Erfolge verbucht: die Erprobung von Massnahmen zum Schutz von Bienenhäusern, die Entwicklung bärensicherer Abfallcontainer und die Platzierung erster Container an sensiblen Standorten, sowie die Fertigstellung der ersten Etappen des transnationalen Bärenwanderweges im Val Müstair. Zusammen mit Vertretern der Provinzen, Gemeinden, aus Jagd- und Landwirtschaftskreisen, des Nationalparks und Tourismus werden diese und weitere der Sensiblisierung der Bevölkerung dienenden Massnahmen vorangetrieben.
Bärenthemenweg Val Müstair, Etappe 5
Der Bärenerlebnispfad „Süls stizzis dal uors“ im Val Müstair

Entlang der sechs Etappen des Bärenpfades «Süls stizzis dal uors»  erfahren neugierige Wanderer mehr über die Biologie, den Lebensraum und die Geschichte des Bären, aber auch über die Arbeit mit Herdenschutzhunden oder den Schutz der Bienenhäuser. Ausserdem lernen sie, wie man sich in einem Bärengebiet richtig verhaltet.

Die fünfte Etappe ist besonders Kindern gewidmet. Auf den Informationstafeln werden kurze Bärengeschichten erzählt. Ausserdem wird den kleinen Besuchern die Möglichkeit geboten, mit Kuhschellen den Bärenblues spielen zu lernen.

Etappenverlauf und Hintergrundinformationen auf www.ursina.org.

Den Sommer durch werden geführte Wanderungen angeboten.
 
Bärenerlebnispfad eröffnet
Nationalpark Bär-Lernpfad
Bärenerlebnispfad - Flyer
PDF 3.64 MB
Das Buch über die Rückkehr der Bären in die Alpen
1576.10
Verhaltensregeln gegenüber Bären
PDF 162 KB
WWF-Broschüre: Der Bär ist zurück (2011)
PDF 511 KB
Braunbär & Honig
PDF 677 KB
Hintergrundinformationen Bären Europa
PDF 245 KB
Studie zur Bären-Akzeptanz nach dem Abschuss des Bären JJ3 (Link Institut, 2009)
PDF 155 KB