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Eisbär
Junger Eisbär (Ursus maritimus) verlässt vorsichtig seine Geburtshöhle
Eisbär
Wissenschaftlicher Name: Ursus maritimus

Lebensraum:
In der Arktis meist auf dem Packeis in Küstennähe, an den südlichen Rändern der Packeisschicht und auf Inseln rund um den Nordpol: In Norwegen (Spitzbergen), Russland (Magadan, nordeurop. Russland, Westsibirien, Jakutien, Krasnoyarsk), USA (Alaska), Kanada (Neufundland, die Nordwest-Territorien, Nunavut, Manitoba, Ontario, Quebec, Yukon) und in Grönland.

Bestandsgrösse:
20000 - 25000 Eisbären, Trend: künftig vermutlich abnehmend

Gefährdungsstatus:
IUCN: gefährdet
CITES: Anhang II
Eisbären brauchen Packeis
Der Eisbär ist nach dem Kodiakbär das zweitgrösste lebende Landraubtier. Schnee und Eis bedecken ganzjährig weite Teile der Arktis. Im Winter beträgt die Durchschnittstemperatur -30 °C. Eine dicke Speckschicht von bis zu 11 cm schützt die Eisbären vor der extremen Kälte. Ausserdem haben Eisbären ein dichtes, wasserabstossendes Fell, dessen einzelne Haare innen hohl sind und die Wärme der Sonnenstrahlen direkt auf die schwarze Haut leiten. Eisbärenmännchen können bis zu 3 m gross werden und bis zu 680 kg wiegen. Die Weibchen sind kleiner und deutlich leichter.
Eisbärenmutter (Ursus maritimus) mit ihren Jungen
Eisbären sind ausser in der Paarungszeit Einzelgänger. Die Weibchen sind allerdings nur alle 3 Jahre paarungsbereit. Die trächtigen Eisbärenweibchen graben eine Höhle in den Schnee. In dieser Höhle werden zwischen November und Januar in der Regel zwei Jungtiere geboren. Die Jungen sind bei der Geburt blind, taub und nur fein behaart. Das Eisbärweibchen bleibt etwa vier Monate mit ihren Jungen in der Höhle. Während dieser Zeit legen sie enorm schnell an Gewicht zu und ihr Fell wird dichter. Die Jungen bleiben gut zwei Jahre lang bei der Mutter.

Eisbären sind ausgezeichnete Schwimmer und ernähren sich fast ausschliesslich von Fleisch. Sie stehen am Ende der Nahrungskette in der Arktis. Eisbären verbringen die langen Winter und den Frühling auf dem Packeis, um von dort ihre bevorzugte Beute – die Robben – zu jagen. Dies tun sie, indem sie einerseits geduldig an einem Eisloch verharren, bis eine Robbe zum Atmen auftaucht, oder junge Robben in deren Schneehöhlen aufspüren. Eisbären müssen sich Fettreserven anfressen, um für die nahrungsarmen Sommermonate vorzusorgen. Dazu eignen sich die fettreichen Robben ausgezeichnet. Neben Robben stehen auf ihrem Speiseplan gelegentlich auch Walrosse, Belugas und andere Wale oder Fische. Im Sommer, wenn das Nahrungsangebot geringer ist, ernähren sie sich von Kleinsäugern und Vögeln, deren Eiern sowie gelegentlich von Pflanzen. Auch Kadaver gestrandeter Tiere verschmähen sie nicht.
Eisbär (Ursus maritimus) auf einer Eisscholle
Bedrohung der Eisbären
In den letzten vier Jahrzehnten ist die Anzahl Eisbären um 70% zurückgegangen - und dieser Trend hält weiterhin an. Die Weltnaturschutzunion IUCN befürchtet, dass der heutige Bestand in den nächsten rund 40 Jahren um 30% abnehmen könnte. Der Verlust des Lebensraumes stellt die grösste Bedrohung dar. Die Gründe dafür sind vielfältig. Eine der Hauptursachen ist der Rückgang des Packeises als Folge der Klimaerwärmung. Im Frühsommer beginnt das Packeis zu schmelzen. Die Robben folgen ihrer Nahrungsquelle Richtung Norden. Genauso folgen auch die Eisbären ihren Beutetieren Richtung Norden. Insbesondere Eisbären in den südlichen Gebieten vermögen dem raschen Eisrückzug nicht mehr zu folgen und stranden auf dem Festland. Dort ist das Nahrungsangebot gering. Die Eisbären können sich nicht genügend Fett anfressen und ihre Chance sinkt, die Fastenmonate im Sommer zu überleben. Besonders bedrohlich ist dies für trächtige Eisbärweibchen und Jungtiere.

Aber auch die vermehrte Öl- und Gasförderung verdrängt die Tiere immer mehr. Gerade bei der Rohstoffförderung enden Begegnungen mit dem Menschen für den Eisbären oft tödlich.

Eisbären stehen am Ende der Nahrungskette. Toxische Stoffe wie PCB, DDT und Dioxin sammeln sich in ihrem Fettgewebe an. Dies beeinträchtigt u.a. die Fortpflanzung der Tiere und die Überlebenschance junger Eisbären. Auch die zunehmende Schifffahrt und mehr Arktis-Touristen gefährden die bestehenden Eisbärpopulationen.

Die früher weit verbreitete Eisbärenjagd findet heute nur noch vereinzelt statt. Der Eisbär ist auf internationaler Ebene geschützt. Die Jagd auf ihn ist eigentlich nur den Ureinwohnern gestattet. Kanada erlaubt aber auch die durch Quoten geregelte Sportjagd.
WWF-Engagement für die Eisbären
Experten sind sich einig, dass sich die Lebenssituation der Eisbären in den vergangenen Jahren dramatisch verändert hat und dass Massnahmen zum Schutze der Tiere dringend nötig sind. Der WWF setzt sich deshalb für Massnahmen gegen die Klimaerwärmung ein und engagiert sich für die Schaffung eines grossen Arktis-Naturreservats zum Schutz des Eisbären und seines Lebensraumes.

Ausserdem unterstützt der WWF verschiedene Forschungsprojekte zum Eisbären und engagiert sich für die Verhinderung respektive Beseitigung direkter Gefahren durch die Öl- und Gasförderung oder die Arktis-Schifffahrt. Mit der einheimischen Bevölkerung klärt der WWF ab, wie man Mensch-Tier-Konflikte vermeiden und nachhaltige Entwicklungsmöglichkeiten schaffen kann.
 

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