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Indus-Flussdelfin
Verbreitungsgebiet des Indus-Flussdelfins
Indus-Flussdelfin
Wissenschaflticher Name: Platanista gangetica minor

Lebensraum:
Durch Staudämme isolierte Populationen nur in Pakistan im unteren Indusbecken

Bestandsgrösse:
Ca. 1330 Individuen, davon über 150 Jungtiere (2006)

Gefährdungsstatus:
IUCN: stark gefährdet
CITES: Anhang I
Indus-Flussdelfin (Platanista minor), Pakistan
Indus-Flussdelfin: Schwimmer in Seitenlage
Der Indus-Flussdelfin erreicht eine maximale Körpergrösse von 2.5 m und wiegt zwischen 70 und 110 kg. Er ist zwar blind, orientiert sich aber mit seinem hoch entwickelten Sonarsystem. Eine Besonderheit von ihm ist, dass er nicht auf dem Bauch, sondern auf seiner Körperseite schwimmt.

Vor 130 Jahren war sein Lebensraum noch fünfmal grösser. Heute findet man in den vier grossen Flüssen, die aus dem Punjab in den Indus münden, keine Flussdelfine mehr. Seine Verbreitung reduziert sich weiter: 90% der Delfine leben in einem Flussabschnitt von 190 km – dort besteht seit 30 Jahren zwischen zwei Dämmen ein Flussdelfin-Reservat. Erfreulich aber ist, dass die gesamte Zahl der Indus-Flussdelfine seit 2001 in nur fünf Jahren um über 200 Individuen zugenommen hat.
Bewässerungskanal: Barriere für Flussdelfine.
Bedrohung des Indus-Flussdelfins
Die Gründe für das Verschwinden der Flussdelfine sind zahlreich: verschmutztes Wasser, Staudämme, Schiffsverkehr, Fischerei und die Landwirtschaft beeinträchtigen den Lebensraum der Flussdelfine auf vielfache Weise. Immer wieder stranden Flussdelfine in austrocknenden Bewässerungskanälen, wohin sie sich während der Regenzeit verirren. Der WWF führt regelmässig Rettungsaktionen durch, um möglichst viele Tiere wieder in den Fluss zurückzubringen. Wenn möglich werden die Tiere in Flussabschnitten freigelassen, wo es nicht mehr viele Flussdelfine gibt. Denn Dämme trennen ihren Lebensraum und erschweren ihre Fortpflanzung.

Auch Schadstoffe beeinträchtigen wahrscheinlich die Fruchtbarkeit und Gesundheit der Tiere. Mit Messungen des Wassers, der Sedimente und der Beutetiere konnte der WWF Pakistan die Kontamination mit Schwermetallen und Pestiziden nachweisen. Deshalb fordert er, dass endlich eine nationale Überwachung und Grenzwerte eingeführt werden.
Indus Flussdelfin, Pakistan.
WWF-Engagement für den
Indus-Flussdelfin
Das Schutzprogramm für die Indus-Flussdelfine soll das Überleben der Delfine im Indus langfristig gewährleisten. Bauern, Fischer und ihre Familien sind in das Projekt eingebunden. Neben ihrem Engagement für die Flussdelfine eröffnen sich für sie neue Entwicklungsmöglichkeiten.

Die Aktivitäten des WWF beinhalten
  • Regelmässige Zählungen der Delfine
  • Forschung
  • Rettungsaktionen für Delfine, die in Bewässerungskanälen gefangen sind
  • Überwachung der Schadstoffbelastung von Wasser, Sedimenten, Fischen und Delfinen
  • Einführung und Verbreitung verbesserter landwirtschaftlicher Anbau- und Bewässerungsmethoden
  • Aufbau und Betrieb eines Informationszentrums
  • Umweltbildung in den Schulen
  • Förderung des Ökotourismus mit Delfin-Beobachtungstouren
  • Lobbying für mehr Wasser im Unterlauf des Indus

 
Factsheet Indus River Dolphin, English
PDF 501 KB
WWF-Bericht: Flussdelfine und Menschen (in Englisch)
PDF 4.04 MB
Artikel Indus-Flussdelfin WWF Magazin
PDF 236 KB
Factsheet Sustainable Cotton Initiative in Pakistan
PDF 658 KB