Jaguar
Wissenschaftlicher Name: Panthera onca
Lebensraum:
Tropischer Regenwald und Sumpfgebiete, zum Teil auch Gras- und Buschlandschaften sowie Küstenwälder in ganz Süd- und Mittelamerika, von Mexiko bis nach Argentinien (ausser El Salvador und Uruguay), Verbreitungsschwerpunkt im Amazonasgebiet.
Bestandsgrösse:
Annahme: weniger als 50000 fortpflanzungsfähige Tiere
Trend: abnehmend
Gefährdungsstatus:
IUCN: potentiell gefährdet
CITES: Anhang I
Bedrohung des Jaguars
Als „König des Regenwaldes“ kennt der Jaguar ausser dem Menschen keinen natürlichen Feind. Der Mensch setzt ihm aber stark zu: Er gefährdet den im Verborgenen lebenden Räuber vor allem durch die
Zerstörung und Zerschneidung seines Lebensraumes. Schätzungen gehen davon aus, dass der Jaguar seit Beginn des 20. Jahrhunderts die Hälfte seines Lebensraumes in Mittel- und Südamerika verloren hat. Gründe sind die
Waldzerstörung und die Waldumwandlung für Plantagen oder Viehweiden wie auch für den Bau von Strassen, Dämmen oder Minen. Je nach Dichte und Vorkommen seiner Beutetiere beansprucht ein einzelner Jaguar ein Revier von 30 bis 500 km
2 Grösse. Je seltener solch grosse, zusammenhängende Waldgebiete im tropischen Südamerika werden, desto gefährdeter ist das Überleben der charismatischen Raubkatze.
Ein weiteres Problem ist der
Rückgang seiner Beutetiere. Ausserdem findet in den durch Lebensraumzerschneidung immer kleiner werdenden, voneinander isolierten Populationen
weniger Gendurchmischung statt. Als Folge davon leiden diese Bestände verstärkt unter
Krankheiten und werden so zusätzlich geschwächt. Konflikte zwischen Mensch und Jaguar sind zum Teil unvermeidlich, da der Jaguar auch Haus- und Nutztiere erbeutet. Obwohl das Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen CITES den internationalen, kommerzielle Handel mit Jaguarfellen verbietet, werden immer noch Tiere
gewildert, da der Schwarzhandel mit den begehrten Fellen noch heute lukrative Gewinne abwirft.
WWF-Engagement für den Jaguar
Seit 1971 setzt sich der WWF für den Schutz der Amazonas-Regenwälder und damit für den Erhalt des Jaguar-Lebensraums ein. Auf Initiative des WWF und internationaler Geldgeber wurde 2002 gemeinsam mit der brasilianischen Regierung das mit Abstand grösste und umfassendste Tropenwaldschutzvorhaben weltweit begonnen: das
Amazon Region Protected Areas Programme (ARPA). Die Umsetzung dieses Programms wird massgeblich vom WWF mitgestaltet.
In Argentinien und Paraguay erforscht der WWF teils zusammen mit der Partnerorganisation Fundacion Vida Silvestre Argentina FVSA die Lebensweise des Jaguars und richtet so genannte grüne Korridore ein, damit die Jaguare zwischen den verbleibenden Lebensräumen wandern können. So bleibt der genetische Austausch unter den Tieren gewährleistet.
Lesen Sie mehr über ein Jaguar-Projekt in Argentinien »