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Leopard
Eine kleine Sensation: Dieser Kaukasische Leopard tappte Mitte 2004 in Georgien in eine Fotofalle.
Den Kaukasische Leoparden vor dem Aussterben retten
Zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer hat der Mensch den Leoparden fast ausgerottet: Von der Unterart Panthera pardus saxicolor gibt es im gesamten Kaukasus schätzungsweise nur noch 40 bis 65 Individuen. Zu diesem Schluss kommt der von IUCN im Mai 2007 publizierte Statusbericht, den IUCN auf der Grundlage von Forschungen des WWF und Partnerorganisationen in der Region erstellte.

Wegen dieser alarmierenden Zahlen lud der WWF vom 30. Mai bis 1. Juni 2007 knapp 30 Vertreter von staatlichen und nicht-staatlichen Institutionen aller sechs Kaukasus-Länder (Russland, Georgien, Armenien, Aserbaidschan, Türkei, Iran) nach Tbilisi ein. Dort erarbeiteten sie eine regionale Strategie zum Schutz dieser bedrohten Katzenart. Die Umsetzung der Strategie erfolgt auf nationaler Ebene unter Einbezug aller relevanten Akteure, d.h. zuständige staatliche Stellen, NGOs, Forschungseinrichtungen und die lokale Bevölkerung.

Der Schnappschuss im April 2004 (rechts oben) war eine kleine Sensation: Im Osten Georgiens konnte mit einer Fotofalle endlich ein aktueller Nachweis eines Leoparden in Georgien erbracht werden. Aber die Rückkehr der charismatischen Raubkatze ist leider noch nicht gesichert.
An den Schulen in den Kaukasusländern lernen die Kinder mehr über den Schutz der Leoparden
Der WWF führt – auch mit finanzieller Unterstützung aus der Schweiz – seit 2001 ein Programm zur Rettung der Raubkatze im Kaukasus durch. Regelmässiges Monitoring dokumentiert die Entwicklung der Population der Leoparden und seiner Beutetiere. Das Projekt konnte die Wilderei auf den Leoparden erfolgreich unterbinden: Seit 2003 ist in der Region kein Leopard mehr gewildert worden. Dies ist auf die Ausbildungs- und Informationsarbeit über die Bedeutung und die Bedrohung des Leoparden zurück zu führen. Auch der Einsatz von gut ausgebildeten Anti-Wilderer-Einheiten sowie eine verschärfte Bussen-Regelung tragen zum Erfolg bei. Durch den Leoparden geschädigte Bauern werden aus einer sog. «Schafbank» mit derzeit 60 Tieren entschädigt. Um die natürliche Nahrungsgrundlage für den Leoparden zu verbessern, werden die in freier Wildbahn fast ausgestorbenen Bezoar-Ziegen für eine Wiederansiedelung herangezogen.

In Zukunft steht die Vernetzung verbleibender Leoparden-Lebensräume im Vordergrund. Hierfür ist die Zusammenarbeit aller beteiligten Länder notwendig. Denn viele verbleibende Lebensräume liegen in Rand-, also Grenzgebieten, die länderübergreifend vernetzt und durch sog. Korridore verbunden werden müssen.

Ausserhalb des Kaukasus, in Turkmenistan, führt der WWF bereits seit 1999 ein ähnliches Schutzprogramm für den Leoparden durch. Mit Erfolg: Der Rückgang der Population konnte gestoppt werden.
 
Report Kaukasus: Einmaliges Natur- und Kulturerbe bewahren
PDF 511 KB
Faktenblatt Leopard
PDF 1.25 MB