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Mekong-Flussdelfin
Verbreitungsgebiet des Mekong-Flussdelfins
Der Irawadi- oder Mekong-Flussdelfin
Wissenschaftlicher Name: Orcaella brevirostris;
Unterart: Orcaella heinsohni (Australischer Stupsfinnendelfin)

Lebensraum:
Isolierte Populationen in Flüssen, Seen, Brackwasser an Flussmündungen, flachen Küstengewässern und Mangroven im Asien-Pazifik-Raum.

Bestandsgrösse:
Gesamtbestandeszahlen sind nicht bekannt. Schätzungen: 6000 Individuen

Gefährdungsstatus:
IUCN: gefährdet; Populationen in den Flüssen Mekong, Ayeyarwady und Mahakam, in der Songkhla See und der Malampaya Bucht: vom Aussterben bedroht
CITES: Anhang I
Irrawaddy dolphin (Orcaella brevirostris), held captive in a marine park in Jakarta, Indonesia. Irrawaddy dolphins loose much of their natural pigmentation, when held in captivity. In fact, it is a safe sign of capture from the wild and subsequent captivity, if a remainder of the natural pigmentation is still visible around the eyes - as it is in this case. WWF does not support the capture and "translocation" of Irrawaddy dolphins to other than their original environment, because so far none of the species has survived this.
Irawadi-Flussdelfin: der mit der kurzen Schnauze
Der Irawadi–Flussdelfin – auch Mekong-Delfin genannt – besitzt eine auffallend kurze Schnauze und eine wulstige Stirn. Seine Rückenflosse ist sehr klein. Er kann bis zu 150 kg schwer sein und ist bis zu 2.75 m lang. Irawadi-Flussdelfine kommen meist in Gruppen bis zu 10 Individuen vor.

Der Irawadi-Flussdelfin wurde 1866 entdeckt. Es gibt mehrere Populationen, die geographisch voneinander isoliert leben.

Einige Populationen können nur im Süsswasser existieren: Im Mekong leben in einem Abschnitt von 190 Kilometern zwischen der laotisch-kambodschanischen Grenze und der Stadt Kratie in Kambodscha noch 78 bis 91 Individuen, 60 bis 70 leben noch in einem Abschnitt von 420 Kilometer des Mahakam-Flusses in Ost-Kalimantan (Indonesien) und 50 bis 70 in einem Abschnitt von 370 Kilometer im Ayeyarwady-Fluss in Myanmar (früher Irawadi-Fluss– von hier hat er auch seinen Namen).

Die Meerwasser-Populationen leben im Indo-Pazifik, vor den Küsten Südostasiens - vor Indien über Thailand bis Papua Neuguinea. Zudem gibt es wenige überlebende Delfine in den salzhaltigen Seen Songkhla in Thailand und Chilka in Indien. In der Malampaya Bucht in den Philippinen leben ebenfalls einige wenige Individuen. In den marinen Küstengewässern vor Bangladesh leben schätzungsweise 5000 Individuen. In den Gewässern nördlich von Australien lebt ausserdem die Unterart „Snupfin“-Delfin (Orcaella heinsohni).
Bedrohung des Irawadi-Flussdelfins
Der Lebensraum der Irawadi-Delfine wird überall intensiv vom Menschen genutzt. Vier hauptsächliche Todesursachen gefährden den heutigen, kleinen Bestand im Mekong:
  • Häufig sterben Irawadi-Delfine in Fischernetzen oder beim Verwenden von Dynamit in der Fischerei. Die Tiere müssen regelmässig zum Atmen an die Wasseroberfläche. Bleiben sie in Fischernetzen hängen, ersticken sie nach wenigen Minuten.
  • Eine grosse Bevölkerungsdichte entlang der Flüsse sowie Schadstoffe aus der Landwirtschaft verschmutzen den Lebensraum der Delfine. Diese starke Belastung hat vermutlich einen direkten Einfluss auf die Fortpflanzungsfähigkeit und Überlebensrate der Flussdelfine.
  • Die Tiere werden von den Schrauben von Motorbooten verletzt und reagieren auch empfindlich auf den Lärm.
  • Staudämme sind unüberwindbare Hindernisse für Delfine. Durch die am Mekong geplanten Dämme werden die wenigen verbleibenden Tiere voneinander isoliert, und der Bestand hat keine Chance sich zu erholen.

WWF-Engagement für den Irawadi-Flussdelfin
Der Mekong-Flussdelfin ist ein Tier mit grosser kultureller Bedeutung für die Bevölkerung in Kambodscha. Der WWF informiert die Dörfer entlang des Mekong über die Gefährdungsursachen und baut mit der Bevölkerung ein Beobachtungsnetz auf. Zusammen mit den Behörden und den Fischern sollen Schutzzonen eingerichtet werden, in denen das Fischen verboten ist. Schutzzonen dienen den gesamten Fischbeständen im Mekong zur Fortpflanzung und tragen dazu bei, eine zukünftige Überfischung zu verhindern. In Kampi (Kambodscha) wurde ein sanfter Ökotourismus zur Beobachtung der Delfine mit Ruderbooten aufgebaut. Von 2001 bis 2005 sind die Besucherzahlen von 1600 auf 5600 angewachsen. In Zusammenarbeit mit anderen Organisationen werden die landwirtschaftlichen Anbaumethoden in den Dörfern verbessert. So kann ein alternatives Einkommen zur Fischerei geschaffen werden, und die Leute sind bereit, schonendere Fischereimethoden einzusetzen. 

Das Schutzprogramm für den Flussdelfin im Mekong wird vom WWF Greater Mekong Programm durchgeführt. Das nebenstehende Download beschreibt das konkrete Irawadi-Flussdelfin Projekt, das von Coop unterstützt wird. Mehr Infos zur WWF- Zusammenarbeit mit Coop finden Sie unter dem Link rechts.

 
Medienmitteilung: Mekong-Flussdelfin, August 2011
PDF 4 KB
Zusammenfassung Flussdelfin-Report
PDF 56 KB
Factsheet Flussdelfin-Report
PDF 314 KB
Einzigartig wie ein Fingerabdruck
Anhand der Rückenflosse können die meisten Mekong-Flussdelfine zweifelsfrei identifiziert werden. „Jede dieser Rückenflossen weist spezifische Merkmale aus und ist damit so einzigartig wie ein Fingerabdruck“, erklärt Doris Calegari vom WWF Schweiz.
Einzigartige Flosse wie ein Fingerabdruck
Jede Rückenflosse hat ganz spezifische Merkmale.
Identifikation durch Bilder der Rückenflosse
Mit Bildern der Rückenflossen wurden die Delfine identifiziert.
Projektbeschrieb Irawadi-Flussdelfin
PDF 1.31 MB
WWF-Bericht: Flussdelfine und Menschen (in Englisch)
PDF 4.04 MB
Flussdelfin-Dokumentation "Mekong Diaries" (englisch)