Der Irawadi- oder Mekong-Flussdelfin
Wissenschaftlicher Name: Orcaella brevirostris;
Unterart:
Orcaella heinsohni (Australischer Stupsfinnendelfin)
Lebensraum:
Isolierte Populationen in Flüssen, Seen, Brackwasser an Flussmündungen, flachen Küstengewässern und Mangroven im Asien-Pazifik-Raum.
Bestandsgrösse:
Gesamtbestandeszahlen sind nicht bekannt. Schätzungen: 6000 Individuen
Gefährdungsstatus:
IUCN: gefährdet; Populationen in den Flüssen Mekong, Ayeyarwady und Mahakam, in der Songkhla See und der Malampaya Bucht: vom Aussterben bedroht
CITES: Anhang I
Bedrohung des Irawadi-Flussdelfins
Der Lebensraum der Irawadi-Delfine wird überall intensiv vom Menschen genutzt. Vier hauptsächliche Todesursachen gefährden den heutigen, kleinen Bestand im Mekong:
- Häufig sterben Irawadi-Delfine in Fischernetzen oder beim Verwenden von Dynamit in der Fischerei. Die Tiere müssen regelmässig zum Atmen an die Wasseroberfläche. Bleiben sie in Fischernetzen hängen, ersticken sie nach wenigen Minuten.
- Eine grosse Bevölkerungsdichte entlang der Flüsse sowie Schadstoffe aus der Landwirtschaft verschmutzen den Lebensraum der Delfine. Diese starke Belastung hat vermutlich einen direkten Einfluss auf die Fortpflanzungsfähigkeit und Überlebensrate der Flussdelfine.
- Die Tiere werden von den Schrauben von Motorbooten verletzt und reagieren auch empfindlich auf den Lärm.
- Staudämme sind unüberwindbare Hindernisse für Delfine. Durch die am Mekong geplanten Dämme werden die wenigen verbleibenden Tiere voneinander isoliert, und der Bestand hat keine Chance sich zu erholen.
WWF-Engagement für den Irawadi-Flussdelfin
Der Mekong-Flussdelfin ist ein Tier mit grosser kultureller Bedeutung für die Bevölkerung in Kambodscha. Der WWF informiert die Dörfer entlang des Mekong über die Gefährdungsursachen und baut mit der Bevölkerung ein Beobachtungsnetz auf. Zusammen mit den Behörden und den Fischern sollen Schutzzonen eingerichtet werden, in denen das Fischen verboten ist. Schutzzonen dienen den gesamten Fischbeständen im Mekong zur Fortpflanzung und tragen dazu bei, eine zukünftige Überfischung zu verhindern. In Kampi (Kambodscha) wurde ein sanfter Ökotourismus zur Beobachtung der Delfine mit Ruderbooten aufgebaut. Von 2001 bis 2005 sind die Besucherzahlen von 1600 auf 5600 angewachsen. In Zusammenarbeit mit anderen Organisationen werden die landwirtschaftlichen Anbaumethoden in den Dörfern verbessert. So kann ein alternatives Einkommen zur Fischerei geschaffen werden, und die Leute sind bereit, schonendere Fischereimethoden einzusetzen.
Das Schutzprogramm für den Flussdelfin im Mekong wird vom WWF Greater Mekong Programm durchgeführt. Das nebenstehende Download beschreibt das konkrete Irawadi-Flussdelfin Projekt, das von Coop unterstützt wird. Mehr Infos zur WWF- Zusammenarbeit mit Coop finden Sie unter dem Link rechts.