Orang-Utan
Wissenschaftlicher Name:
Pongo abelii (Sumatra-Orang-Utan) und
Pongo pygmaeus (Borneo-Orang-Utan)
Lebensraum:
Tieflandregenwälder, Sumpf- und Torfmoorwälder des Flachlands, vereinzelt in Höhen bis 1400 m im Norden Sumatras und auf Borneo
Bestandsgrösse:
Sumatra-Orang-Utan: geschätzte 6600 Individuen (2008)
Borneo-Orang-Utan: geschätzte 49500 Individuen (2008)
Trend: abnehmend (beide Arten)
Gefährdungsstatus:
IUCN: Sumatra-Orang-Utan: vom Aussterben bedroht; Borneo-Orang-Utan: stark gefährdet
CITES: Anhang I (beide Arten)
Bedrohung des Orang-Utans
Die grösste Bedrohung geht vom Menschen aus. Mit grosser Geschwindigkeit wird der
Regenwald abgeholzt. Allein zwischen 1989 und 2009 wurde dadurch der
Lebensraum beider Orang-Utan-Arten um etwa 60% verkleinert. Nicht nur die
Holzwirtschaft hat ein Interesse am Holz aus dem Regenwald. Auch
Palmöl- und Zelluloseholz-Plantagen sowie
landwirtschaftliche Betriebe breiten sich aus. Oft werden dafür
Brände gelegt. Diese geraten nicht selten ausser Kontrolle. Viele Orang-Utans fallen dem Feuer zum Opfer oder werden von verängstigten Bewohnern am Boden totgeschlagen.
Obwohl in Indonesien schon lange Jagd, Handel und Haltung von Orang-Utans gesetzlich verboten sind, werden im indonesischen Teil Borneos dennoch jährlich bis zu 1200 Tiere, vor allem Jungtiere,
in Gefangenschaft genommen. Vor allem auf Bali und Java sind Orang-Utans in Teilen der Oberschicht
beliebte Haustiere. Auch in der Tourismus- und Unterhaltungsindustrie sind sie begehrt. Um an ein Jungtier, das sich ans Fell seiner Mutter klammert, zu kommen, muss die Mutter erschossen werden. Oft sterben mehrere Mütter mitsamt ihren Jungen, wenn sie getroffen vom Baum stürzen.
WWF-Engagement für den Orang-Utan
Um dem Orang-Utan das Überleben zu sichern, setzt sich der WWF gemeinsam mit anderen Organisationen für die Erhaltung der Wälder und die Errichtung von möglichst grossen Schutzgebieten und ihre Vernetzung mit so genannten Waldkorridoren ein. Denn die fortschreitende Zersplitterung ihres Lebensraums stellt für die noch verbleibenden Orang-Utans eine grosse Gefahr dar. Ferner überzeugt der WWF die lokale Verwaltung, den illegalen Holzschlag und die Umwandlung der besonders bedrohten Wälder in Plantagen zu stoppen.
Zusammen mit TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm von WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN, bekämpft der WWF den illegalen Handel. Unter anderem schult er Polizisten, Förster, Staatsanwälte und Richter, damit diese den Handel mit Orang-Utans erkennen und bekämpfen.