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Riesenotter
Riesenotter
Riesenotter
Wissenschaftlicher Name:
Pteronura brasiliensis

Lebensraum:
Flüsse, Altarme, Seen, Bäche und Sumpfgebiete im tropischen Regenwald Südamerikas, vor allem in Brasilien und Peru

Bestandsgrösse:
Keine genauen Bestandsangaben bekannt
Trend: abnehmend

Gefährdungsstatus:
IUCN: stark gefährdet
CITES: Anhang I
Riesenotter
Riesenotter: Hochsoziale Wassersportler
Das wohl Beeindruckendste am Riesenotter ist seine Länge von bis zu 1.8 m. Damit ist er der grösste im Süsswasser lebende Otter. Riesenotter haben einen langgestreckten Körper und einen kräftigen Schwanz, den sie beim Schwimmen als Ruder nutzen. Ihre Beine sind kurz. Ihre mit Schwimmhäuten versehenen Füsse sind optimal an das Leben im Wasser angepasst. Für das Leben im Wasser ist auch ihr dichtes, wasserfestes Unterfell besonders wichtig. Zusammen mit dem Deckhaar schliesst es eine Luftschicht ein, die die Riesenotter im Wasser vor Kälte schützt.

Otter sind ausgezeichnete Schwimmer und Taucher und können ohne Probleme mehrere Minuten unter Wasser bleiben. Riesenotter haben ein hoch entwickeltes Sozialverhalten. Die Tiere leben in Familiengruppen von bis zu zehn Individuen (ein Elternpaar und deren Nachwuchs aus mehreren Jahren), die gemeinsam jagen, schlafen, spielen und die Jungen grossziehen. Jede Gruppe beansprucht ihr eigenes Revier.

Riesenotter sind tagaktiv. Ihr Beutespektrum ist wesentlich enger als das anderer Otterarten: Sie ernähren sich hauptsächlich von Fischen, selten auch von Krebsen, kleinen Alligatoren oder kleinen Anakondas. Riesenotter leben entlang der grossen Flüsse im tropischen Regenwald Südamerikas. Als Jagdreviere bevorzugen sie strömungsarme Flussarme, Seen, Überflutungsflächen und Sümpfe.

Ursprünglich lebten Riesenotter im gesamten tropischen Teil Südamerikas, von Venezuela bis ins nördliche Argentinien. Heute ist die Population auf einige isolierte Reste überwiegend in Brasilien und Peru zusammengeschrumpft.
Bedrohung des Riesenotters
Früher war der Riesenotter vor allem wegen der Jagd bedroht. Heute gefährdet ihn primär die Zerstörung seines Lebensraumes. Menschliche Siedlungen breiten sich überwiegend vom Wasser her aus. Damit einher gehen Wasserverschmutzung (u.a. Quecksilber), Fischfang und Tourismus.

Beim Goldwaschen wird oft Quecksilber eingesetzt. Über die Nahrung nimmt der Riesenotter das hochgiftiges Quecksilber auf. Ausserdem werden die Flüsse überfischt. Damit wird dem Riesenotter seine Nahrungsquelle genommen. Ein weiteres Problem sind Störungen durch Menschen. Fischer, Jäger, Touristen und Motorboote vertreiben die scheuen Otter. Wenn Fischotter derart gestört und gestresst werden, stellen die Mütter ihre Milchproduktion ein. Als Folge verhungern die Jungtiere.
WWF-Engagement für den Riesenotter
Seit 1971 setzt sich der WWF für den Erhalt der Amazonas-Regenwälder ein. Damit engagiert sich der WWF auch für den Lebensraum des Riesenotters und vieler anderer bedrohten Tier- und Pflanzenarten. Auf Initiative des WWF und mit Unterstützung internationaler Geldgeber wurde 2002 gemeinsam mit der brasilianischen Regierung das mit Abstand grösste und umfassendste Tropenwaldschutzvorhaben weltweit begonnen: das Amazon Region Protected Areas Programme (ARPA). Hauptziel: Bis 2016 sollen 600000 km2 brasilianischer Amazonas-Regenwald durch ein umfassendes Netzwerk von Schutzgebieten gesichert werden. Die Umsetzung dieses Programms wird massgeblich vom WWF mitgestaltet.
 
Faktenblatt Riesenotter
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