Wanderalbatros
Wissenschaftlicher Name: Diomedea exulans
Lebensraum:
Südliche Halbkugel: Wanderalbatrosse verbringen den grössten Teil ihres Lebens über dem Meer. Brutstätten im Südpolarmeer auf abgelegenen Inseln. Z.B. Macquarie-Insel, Crozet-Inseln und Kerguelen Inseln, Prince-Edward-Inseln und in Südgeorgien.
Gefährdungsstatus:
IUCN: gefährdet
CITES: Anhang II
Bestandsgrösse:
27 600 (Schätzung), Trend abnehmend
Bedrohung der Albatrosse
Von den 22 von der IUCN anerkannten Albatros-Arten sind 17 gefährdet, 3 davon vom Aussterben bedroht. Die Zahl der Albatrosse hat in den vergangenen Jahren stark abgenommen und die kleinen Geburtenzahlen können diesen Verlust nicht mehr auffangen. Früher wurden Albatrosse wegen ihren Federn und Knochen sowie zu Nahrungszwecken gejagt.
Heute stellt die wohl grösste Bedrohung für die Bestände der Albatrosse der
Beifang dar, verursacht durch die
Langleinenfischerei. Bei der Langleinenfischerei wird eine bis 130 km lange Hauptleine mit Tausenden von Ködern an Nebenleinen ins Meer gelassen. Als Köder werden Fischabfälle, Makrelen oder auch Tintenfische verwendet. Während des Setzens schwimmt die Leine mit den Ködern an der Wasseroberfläche und zieht damit Seevögel an. Diese schlucken den Köder, verhaken sich und ertrinken beim Absinken der Leine. Laut Experten sterben jedes Jahr mehr als 100000 Albatrosse durch den Langleinenfischfang.
Eine weitere Bedrohung sind die vom Menschen
eingeschleppten Kleinsäuger auf den Brutinseln. Ratten und Mäuse fressen die Albatroseier, verwilderte Katzen fressen Albatrosküken und Kaninchen zerstören ganze Brutgebiete mit ihren Bauten. Zudem verenden immer mehr Meeresvögel wegen der dramatischen Zunahme von
Plastikabfällen im Meer. Für die Vögel ist es unmöglich, irrtümlich aufgenommenes Plastik zu verdauen. Sie sterben an den Folgen von Vergiftungen. Zudem füttern Albatros-Eltern ihre Jungen vermehrt mit Plastik. Dieser Irrtum führt unweigerlich zum Tod des Kükens.
WWF-Engagement für den Albatros
Der WWF setzt sich in den entsprechenden Gebieten insbesondere für schonende Fischereimethoden und Schutzgebiete ein. Als Teil der neuseeländischen „
Southern Seabird Solutions“ engagiert sich der WWF beispielsweise gemeinsam mit Vertretern der Fischereiindustrie und der Regierung gegen den Beifang. Daneben fördert der WWF durch intensive Verhandlungen mit den Regierungen die Errichtung von Meerschutzgebieten. Mit 180000 km
2 wurde nach jahrelangen Verhandlungen mit der südafrikanischen Regierung beispielsweise das weltweit viertgrösste Meerschutzgebiet eingerichtet. In diesem Gebiet leben fünf Albatros-Arten. Ferner hilft der WWF auch, die Brutinseln der Albatrosse von Schädlingen wie Ratten, Kaninchen und Mäusen zu befreien.