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Wolf
Wolf (Canis lupus)
Aktuell: Revision der Jagdverordnung
Am 15. Juli lief die Anhörung zur Revision der Jagdverordnung aus. Künftig sollen Raubtiere wie zum Beispiel der Luchs geschossen werden können, wenn sie zu viel Wild reissen.

Für den WWF ist dies ein Paradigmenwechsel im Naturverständnis. Der WWF setzt sich dafür ein, dass dieser Paradigmenwechsel verhindert werden kann. Gleichzeitig sitzt der WWF mit Pro Natura, dem Schweizerischen Schafzüchterverband und Jagd Schweiz an einem runden Tisch, moderiert vom Bundesamt für Umwelt. Dort werden Lösungen für eine gemeinsame Haltung und ein langfristiges Management von Grossraubtieren gesucht.

Die Wölfe auf dem Weg zurück in die Schweiz
Die Konkurrenz zwischen Mensch und Wolf um Beutetiere und Lebensraum hat dessen Ausrottung in weiten Gebieten Nordamerikas und Eurasiens bewirkt. Aus dem schweizerischen Mittelland ist der Wolf bereits gegen Ende des 17. Jahrhunderts verschwunden. Am nördlichen Alpenrand konnte er sich bis gegen 1830 halten und südlich der Alpen und im Jura bis 1871. Einzelne Wölfe unbekannter Herkunft sind auch im vergangenen Jahrhundert in der Schweiz erlegt worden.

Der Wolf ist in der Schweiz eine geschützte Tierart (Eidgenössisches Jagdgesetz 1988, Berner Konvention 1982). In zahlreichen Ländern Europas steht der Wolf ebenfalls unter Schutz.
Wolf (Canis lupus). Wolf (Canis lupus) Wolf im Schnee, Nationalpark Bayerischer Wald, Deutschland
Anfangs der Siebziger Jahre schätzten Experten den Wolfsbestand in Italien auf etwa 100 Tiere. Dank gesetzlichem Schutz ab 1976, dem Verbot von Giftködern, der Zunahme der Beutetiere und gezielter Informationsarbeit hat der Wolf sein Verbreitungsareal in Italien seither verdoppelt und seinen Bestand vervierfacht. Im Jahr 1985 werden Wölfe erstmals in der Gegend von Genua beobachtet. 1992 erfolgt der erste offizielle Nachweis von Wölfen in den französischen Alpes Maritimes. Diese Entwicklung führte dazu, dass Wölfe seit 1995 von Süden her in die Schweiz einwanderten. Nach der Besiedlung durch Einzeltiere, meist männliche Jungwölfe, ist auch die Bildung von Familienverbänden – den Rudeln – nur noch eine Frage der Zeit. In der Schweiz wurden bereits weibliche Tiere nachgewiesen, womit die Voraussetzungen für Familienbildungen gegeben sind.

Die Rückkehr der Wölfe führt zu Konflikten mit den Interessen des Menschen. Das Zusammenleben mit dem Grossraubtier Wolf erfordert Toleranz und den Willen, sich anzupassen. Dies betrifft vor allem die derzeitige Form der Schafhaltung, bei der die Tiere – im Gegensatz zu jahrhundertealten Traditionen – unbehirtet auf den Alpen weiden. Ungeschützte Haustiere sind für den Wolf geradezu eine Einladung, da sie leichter zu erbeuten sind als Wildtiere. Der WWF Schweiz unterstützt daher den Herdenschutz.

Sehr erfolgreich verlief das vom WWF im Jahr 2000 initiierte Projekt «Herdenschutz Graubünden». Seither wurden kaum Schafe vom Wolf gerissen. Wo auf den Alpweiden Herdenschutzhunde im Einsatz sind, gilt es für die Wanderer besondere Massnahmen zu beachten, da die Hunde ihre Schafherden zum Teil recht kompromisslos verteidigen. So sollte die Herde wenn möglich umlaufen werden. Allfällige mitgeführte Hunde müssen an die Leine genommen werden. Schilder machen auf die Massnahmen aufmerksam. Weitere Informationen dazu finden Sie hier »
 
Fragen & Antworten zum Wolf
PDF 41 KB
Wolf und Luchs auf der Abschussliste
PDF 2.61 MB
Die Ausbreitung des Wolfes in die Schweiz
Beitrag Schweizer Fernsehen vom 13.8.2010.
[medien]
Illegaler Wolf-Abschuss: Politiker verurteilt
Der Walliser alt Staatsrat Jean-René Fournier ist zu einer bedingten Strafe verurteilt worden, weil er 2006 den illegalen Abschuss eines Wolfs ...
weiter  »

WWF Akzeptanzstudie zum Wolf (2007)
PDF 114 KB
Herdenschutzhund
Schutz für die Schafe
Tipps für Kleinviehhalter im Umgang mit Schutzhunden und Eseln.