Zahlen und Fakten
In der Schweiz gibt es beim Naturschutz und dem Erhalt der Artenvielfalt Lücken. Dies hat der Bericht der OECD 2007 gezeigt. Insbesondere hinkt auch die Umsetzung von Smaragd hinterher. Darum hat der WWF Klage gegen die Schweiz eingereicht. Lesen Sie mehr dazu im nebenstehenden Download "WWF-Klage gegen die Schweiz".
In der Schweiz ist der Anteil verschwundener oder bedrohter Arten im europäischen Vergleich am höchsten (Quellen:
Rote Listen des Bundesamts für Umwelt). Seit 1850 sind 90% unserer Feuchtgebiete (Moore, Feuchtgebiete, Auengebiete, Randmoränen) trocken gelegt worden oder ausgetrocknet. Jedes Jahr werden rund hundert Kilometer an Wasserläufen und Flüssen begradigt. Im Schweizer Tafeljura sind 90% der Trockenwiesen im Laufe der letzten 50 Jahre verschwunden und in der Mehrzahl durch landwirtschaftliche Intensivierung oder Vergandung verloren gegangen. Die Waldfläche hat zwar seit 100 Jahren nicht abgenommen, dennoch ist die Artenvielfalt in den Schweizer Wäldern vor allem auch aufgrund fehlender Waldschutzgebiete sowie Anpflanzungen exotischer Nadelhölzer zurückgegangen.
Die Zerstörung von Biotopen und Landschaftselementen ist besorgniserregend. Sie ist auf eine ununterbrochen fortschreitende Urbanisierung, intensive Landwirtschaft und den Ausbau von Transportwegen und touristischer Infrastruktur zurückzuführen. Auch der beschleunigte Klimawandel stellt die Artenvielfalt vor Probleme. Der hohe Anpassungsdruck höherer Temperaturen wird die Entwicklung von Lebensräumen nachhaltig verändern.
Die Schweiz hat ca. 6% ihrer Landesfläche unter strengen Schutz gestellt. Weitere 22% der Landesfläche erfahren durch Instrumente wie das BLN (Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung) nur einen ungenügenden Schutz. Es fehlt schliesslich an grossen Schutzgebieten und an der Vernetzung unter den einzelnen Schutzgebieten, auch international – zwei Lücken, die das Smaragd-Netzwerk schliessen möchte.