Die Alpen sind fester Bestandteil der mitteleuropäischen Identität. Sie sind massgeblich am Wasserkreislauf beteiligt und überlebenswichtig für den Tourismus.
Das ewige Eis symbolisiert nicht nur die Schönheit des alpinen Ökosystems. Die gefrorenen Böden - der Permafrost - halten ausserdem die Hochgebirgshänge zusammen und gelten als Schlüsselindikatoren für Klimaveränderungen sowie als Fiebermesser für Temperaturschwankungen.
Seit dem Gletscherhochstand von 1850 sind etwa 100 Gletscher in den Schweizer Alpen verschwunden. Die Alpengletscher verloren in den letzten 150 Jahren rund einen Drittel ihrer Fläche und die Hälfte ihres Volumens. Die Eiszunge des Engadiner Tschierva-Gletschers zum Beispiel hat in den letzten 150 Jahren um 1100 Meter abgenommen.
Gletscher bilden das grösste Süsswasserreservoir - rund 70 Prozent - der Welt. Die Himalaja-Gletscher speisen die sieben grössten Flüsse Asiens und sind Wassegrundlage für über 2 Milliarden Bewohner - rund ein Drittel der Erdbevölkerung. Schmelzen die Gletscher, so leiden Millionen von Menschen an Wassermangel.
Klimazeuge Dario Schwörer, Bergführer, Geograf und Vater von zwei Kindern
Dario Schwörer ist mit den Bündner Bergen vor seiner Haustür aufgewachsen. Er wusste schon im Kindergarten, dass er einmal Bergführer werden will. Später widmete er sich dem Outdoor-Sport-Training und studierte Geografie. Er verfolgt seit Jahren die Auswirkungen des Klimawandels in den Alpen.
Als 11-jähriger Junge stand Dario Schwörer zum ersten Mal vor dem Roseggletscher im Kanton Graubünden. Damals reichte der imposante Gletscher am Nordhang der Berninagruppe noch bis zur Coaz-Hütte. „Inzwischen hat sich der Gletscher bereits über 100 Meter zurück gezogen“, erzählt Dario Schwörer.
Bergführer beobachten sorgenvoll die Veränderungen im Bernina-Massiv: „Die Gefahr von Felsstürzen hat massiv zugenommen und auch das Risiko in Gletscherspalten zu fallen ist grösser geworden“, sagt der erfahrene Berggänger Schwörer. Der Hauptgrund dafür sind die schrumpfenden Gletscher und das Auftauen der Permafrostböden.
Schmelzende Gletscher, drohende Bergstürze, Schneemangel – der Klimawandel wird die Zukunft der Alpen entscheidend prägen. Dies zeigt eine Studie des Saastals, die der WWF mit weiteren Partnern durchgeführt hat. Die Studie weist auf Probleme hin und zeigt Lösungswege auf.
Neue Studie zu den Auswirkungen und Anpassungen an die Klimaänderung im Berggebiet (März 2011):