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Extremwetterereignisse
Aletschgletscher: Die Klimaveränderung ist eine grosse Gefahr für Mensch und Natur. Deshalb hat der WWF in über 20 Ländern den Klima-Aktionsplan gestartet.
Murgang, Bergsturz, Erdrutsch und Co.
Wo der gefrorene Untergrund im Alpenraum – der Permafrost – auftaut, wo sich die Gletscher zurückziehen, da bleiben riesige Schutthalden zurück. Als Folge der Klimaerwärmung fehlt dem Boden der „Kitt“, der ihn zusammenhält. Steine, Schutt und Geröll werden nicht mehr gebunden. Ausgelöst durch lang anhaltenden Regen oder Starkniederschläge rutschen Erd- und Felsmassen ab.

Eine schlammige Masse aus Gesteinsbrocken und Wasser rast ins Tal. Tausende Kubikmeter Material können so den Berg hinabdonnern und Siedlungen, Bauten und Strassen zerstören. Auch Bäche und Flüsse werden durch die Gesteinsmassen gestaut. Bricht ein solcher Damm, kommt es zu Flutwellen und Überschwemmungen.

Ob es sich bei einem Ereignis um Murgang, Steinschlag, Fels- oder Bergsturz handelt, wird aufgrund der abgebrochenen Masse definiert. In Zukunft muss jedenfalls in den alpinen Gebieten wegen der kontinuierlichen Klimaerwärmung mit einer höheren Intensität und Häufigkeit von solchen Rutschungen gerechnet werden.
Schattdorf (UR)
Wenn das Wasser steigt
Ebenfalls prognostiziert die Wissenschaft aufgrund der Klimaerwärmung häufigere und ausgiebigere Starkniederschläge. Diese können an Flüssen und Seen Hochwasserkatastrophen auslösen, wie dies im August 2005 in der Schweiz geschah.

Die damalige Wettersituation – feuchtwarme Luftmassen aus dem Mittelmeerraum stiessen auf kühle Luft aus der Nordsee – löste Rekordmengen von Niederschlägen aus. Die Böden in den betroffenen Regionen waren bereits vorher nass und vermochten den zusätzlichen Regen kaum mehr abzufangen. Und die langjährige Praxis im Wasserbau, die Gewässer in ein zu enges Korsett zwängt und das Wasser möglichst schnell ableitet, versagte total. Innerhalb weniger Stunden stiegen Flüsse und Seen auf bisher nie gemessene Pegel an und traten über die Ufer.
Katastrophen kosten viel Geld
Das Risiko für solche Katastrophen steigt mit der Klimaerwärmung. Die volkswirtschaftlichen Schäden sind enorm:
  • Das Hochwasser von Brig (1993) hat die Versicherungen 600 Millionen Franken gekostet. Zwei Menschen kamen ums Leben.
  • Die Schlammlawine von Sachseln (1997) hinterliess in der viertgrössten Gemeinde des Kantons Obwalden Schäden in der Höhe von 120 Millionen Franken. Sachseln ist wie viele Siedlungen in der Schweiz auf alten Schuttkegeln gebaut. Der Bach hat schon mehrmals gewütet, und er wird wieder kommen.
  • Der Hitzesommer 2003 verursachte bei den Schweizer Bauern Ernteeinbussen von bis zu 500 Millionen Franken.
    Gesamteuropäisch werden die Schäden der Trockenperiode während des Sommers 2003 auf 12, 3 Milliarden Dollar geschätzt.
  • Die Schadenssumme des August-Hochwasser 2005 liegt bei 2,5 Milliarden Franken. 6 Personen verloren dabei ihr Leben, 17 Kantone waren vom Unwetter betroffen. Damit ist es das schwerste bisher registrierte Einzelereignis in der Schweiz.


 


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