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Energiepolitik Schweiz
Energiepolitik der Schweiz Die Schweiz kann sich mittelfristig vollständig mit Strom aus erneuerbaren Quellen versorgen und ihren Verbrauch von Öl und Gas für Heizung und Verkehr drastisch senken. Damit kann die Schweiz gleich aus mehreren Risikobereichen aussteigen, insbesondere auch aus der Atomkraft. Die Technik dafür ist vorhanden und sie ist wirtschaftlich. Der WWF setzt sich für die notwendigen politischen Rahmenbedingungen ein, damit die Schweiz diese Chance packt und auf eine nachhaltigen Energieversorgung umschwenkt.
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Stromversorgung ohne neue AKWs und Gaskraftwerke Der Aufwand, um die drei ältesten Schweizer Atomkraftwerke Beznau 1, Beznau 2 und Mühleberg auf den letzten Stand der Sicherheit zu bringen, dürfte sich angesichts ihres hohen Alters kaum noch lohnen. Anlagen mit den Aufsichtsbehörden bekannten Sicherheitsdefiziten müssen umgehend abgeschaltet und die Mängel falls möglich behoben werden. Doch ist es überhaupt möglich den Wegfall dieser Produktionskapazitäten sowie die zwei weiteren Atomkraftwerke Gösgen und Leibstadt umweltfreundlich zu ersetzen? Und erst noch wenn die Bevölkerung weiter wächst? Die folgenden zwei Abbildungen zeigen, dass das eindeutig der Fall ist. Bis wann der Atomausstieg erfolgt, ist nur eine Frage des politischen Willens.
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Der erste Lösungsansatz ist die Effizienz, d.h. die Einsparung von Strom mit besseren Technologien dort, wo dieser heute verschwendet wird. Beispielsweise verbrauchen in der ganzen Schweiz heute 240.000 Elektroheizungen Unmengen an Strom. Wenn sie durch Solarkollektoren, effiziente Wärmepumpen oder Holzheizungen ersetzt würden, liesse sich nicht nur ein AKW der Grösse Mühleberg einsparen, sondern auch immense Stromkosten bei den Verbrauchern. In anderen Bereichen – z.B. der Beleuchtung oder den Haushaltsgeräten – liegen ebenfalls immense Effizienzpotenziale. Insgesamt könnte schon heute mit der besten verfügbaren Technik ein Drittel des schweizerischen Stromverbrauches eingespart werden – also sechsmal die Produktion des AKWs Mühleberg.
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Der zweite Lösungsansatz für unsere zukünftige Stromversorgung liegt im Zubau von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien. Zusammen mit der Stromeffizienz kann ein kluger Mix aus unterschiedlichen erneuerbaren Erzeugungstechnologien alle Schweizer AKWs problemlos ersetzen. Dabei sind die Zubaumengen erst noch zurückhaltend und damit naturverträglich. Beispielsweise entspricht die Zubaumenge im Bereich Wind gerade mal 500 mittleren Windkraftturbinen in der ganzen Schweiz – in Deutschland sind schon heute über 20.000 Anlagen installiert.
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Stromeffizienz und erneuerbare Energien lohnen sich – für die Umwelt, die Wirtschaft und die Gesellschaft Eine Stromversorgung, die auf Stromeffizienz und erneuerbaren Energien beruht, bietet nicht nur ökologische Vorteile gegenüber einer Strategie, die auf neue AKWs und Gaskraftwerke setzt. Sie macht auch ökonomisch viel mehr Sinn. So zeigt eine von Kantonen, dem Elektrizitätswerk der Stadt Bern und Umweltverbänden in Auftrag gegebene Studie, dass sich die Stromeffizienz-Massnahmen und der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien volkswirtschaftlich lohnt: Die dafür notwendigen Investitionen zahlen sich durch die eingesparten Stromkosten mehr als aus. Zudem werden schweizweit zusätzliche Arbeitsplätze in produktiven Branchen geschaffen. Investitionen in AKWs und Gaskraftwerke schaffen dagegen kaum langfristige, inländische Arbeitsplätze und sind vor allem höchst unrentabel – selbst über die gesamte Lebenszeit gerechnet können diese Kraftwerke nicht so viel Strom verkaufen, dass die ursprünglichen Investitionskosten gedeckt werden. Deswegen gibt es auch weltweit keine freie Marktwirtschaft, in der heute noch AKWs gebaut werden – es sei denn mit unsinnigen Staatsgarantieren, die im Fall der Schweiz von den Schweizer Kantonen getragen werden sollen.
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Die Politik muss handeln – notwendige Massnahmen für eine nachhaltige Stromversorgung Politik und Stromwirtschaft sind gefordert, um die Steigerung der Stromeffizienz und eine verstärkte Nutzung der erneuerbaren Energien zu ermöglichen: Es müssen sowohl auf kommunaler, kantonaler und nationaler Ebene politische Massnahmen verabschiedet werden. Auf nationaler Ebene sind dabei für den WWF folgende Politikmassnahmen prioritär:
- Verbindliche quantitative Ziele für die Reduktion des Stromverbrauchs und Stromproduktion aus erneuerbaren Energien definieren
- Nationalen Stromsparbonus einführen – d.h. eine haushaltsneutrale Lenkungsabgabe auf Strom, die der Bevölkerung und der Wirtschaft zurückerstattet wird
- Mindestanforderungen für elektrische Geräte, Motoren und Lampen verschärfen (nur noch Bestgeräte) und auf andere Gerätekategorien ausdehnen
- Kostendeckende Einspeisevergütung intelligent weiterentwickeln
- Wettbewerbliche Ausschreibungen für Energiespar-Projekte aufstocken
Wie die Schweiz den Atomausstieg realisiert, was das kostet und welche politischen Massnahmen notwendig sind, fast dieses Factsheet zusammen.
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Lösungen für die Welt Die weltweite Energieversorgung mit nicht erneuerbaren Ressourcen und insbesondere fossilen Brennstoffen ist ein Auslaufmodell. Sie ist nicht nur die Hauptursache für den globalen Klimawandel, sondern führt auch immer stärker zu Ressourcenkonflikten und gefährlichen Unfällen, wie die jüngsten Katastrophen im Golf von Mexiko und in Japan zeigen. Es ist offensichtlich, dass ein „Weiter wie bisher“ uns direkt in die ökologische und wirtschaftliche Katastrophe führen würde. Deswegen muss nicht nur die Schweiz, sondern die ganze bis 2050 auf eine 100%-ig erneuerbare Energieversorgung umgestellt werden. Der Energy Report des WWF International zeigt, dass das nicht nur nötig, sondern auch möglich ist und sich volkwirtschaftlich sogar auszahlt.
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 Der WWF ist Mitglied der Allianz "Nein zu neuen AKW".
Keine «Stromlücke» Dank mehr Energieeffizienz und erneuerbaren Energien.
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