Die 17. Uno-Klimakonferenz hat zählbare Resultate gebracht – doch angesichts der globalen Herausforderung genügen die Massnahmen bei weitem nicht, sagt Patrick Hofstetter.
Die verbindlichen Reduktionsziele des Kyoto-Protokolls gelten nur noch bis 2012. Die Klimakonferenz von Durban hat den Grundstein zu einem neuen Abkommen gelegt, das alle Länder erfasst. Das neue Abkommen soll bis 2015 stehen und so streng sein, dass die globale Erwärmung unter 2 Grad respektive 1,5 Grad gehalten werden kann, falls die Wissenschaft letzteres nahe legt.
Zufrieden kann der WWF mit den Resultaten von Durban aber nicht sein. Die Verhandlungen liefern zu wenig und die Resultate kommen zu spät. Das weltweite Abkommen soll erst nach 2020 in Kraft treten, obschon die Trendwende bei den Emissionen gemäss Uno-Klimarat IPCC bereits 2015 erreicht werden müsste. Offen bleibt, wer wie viel zur Reduktion des Treibhausgas-Ausstosses beitragen muss und wie verbindlich das neue Abkommen sein wird
Sicher ist dafür, dass die heutigen Angebote der Länder auf eine Klimaerwärmung von mindestens 3 bis 4 Grad hinauslaufen, mit katastrophalen Folgen für die Welt. Für die Schweiz würde das plus 6 bis 8 Grad bedeuten. «Alle wissen, dass uns der Klimawandel keine Zeit lässt», sagt Patrick Hofstetter, Leiter Klima und Energie beim WWF Schweiz. «Jetzt wäre ein Sprint von allen nötig, aber zu viele Länder spielen Verstecken oder schlendern vor sich hin.»
Kyoto-Protokoll erst seit 2005 in Kraft
Am Erdgipfel in Rio de Janeiro im Jahre 1992 einigten sich 193 Staaten auf die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC). Fünf Jahre später wurde das Kyoto-Protokoll verabschiedet, welches im Jahre 2005 in Kraft trat. Es legt erstmals verbindliche Zielwerte für den Ausstoss von Treibhausgasen in den Industrieländern fest. Die USA hat jedoch das Protokoll nie ratifiziert und die Emissionen der aufstrebenden Schwellenländer sind stark angestiegen. Zudem regelt das Kyoto-Protokoll die Frage nicht, wie wir uns vor den Folgen des Klimawandels schützen können und wer das bezahlt.
Deshalb wurden 2007 in Bali die Eckpunkte für ein neues Klimaabkommen festgelegt. Danach sollen möglichst viele Länder ihre Emissionen reduzieren. Die Industrieländer sollen den Entwicklungsländern dafür Technologie und finanzielle Unterstützung liefern.
Ende 2009 traf sich die internationale Gemeinschaft in Kopenhagen, mit der Absicht die Eckpunkte von Bali in ein verbindliches Abkommen zu wandeln. Doch zur Enttäuschung vieler gelang dies den 130 versammelten Staatsoberhäupter nicht. Unter anderem weil mächtige Verhandlungspartner wie die USA und China den nötigen politischen Willen globale Mindestverpflichtungen einzugehen nicht aufbringen.
An der Klimakonferenz Ende 2010 in Cancun hat die Staatengemeinschaft immerhin das 2-Grad-Ziel fixiert und in verschiedenen Teilbereichen Etappenziele erreicht.