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Klimapolitik der Schweiz
Aktion Klima-Initiative Juni 2010
WWF fordert eine aktive Klimapolitik
Die Klimaerwärmung bedroht unsere Umwelt. Doch die Schweiz bleibt passiv. Unser Land verpasst die Klimaschutzziele, die wir unterschrieben haben. Jetzt fordert der WWF den Bundesrat zum Handeln auf: die Preise für Heizöl und Benzin müssen endlich erhöht werden.

Die Schweiz muss von 2008 bis 2012 den Ausstoss von Treibhausgasen wie Kohlendioxid, Methan und Lachgas um 8 Prozent unter den Stand von 1990 senken . Dazu hat sich unser Land im internationalen Kyoto-Protokoll verpflichtet. Das Parlament hat dafür das CO2-Gesetz verabschiedet.

Das Ende 2011 revidierte CO2-Gesetz verankert ein 20-Prozent-Mindest-Reduktionsziel. Bis 2020 soll die Schweiz durch Inlandmassnahmen 10,5 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Ein wichtiger Eckpunkt des CO2-Gesetzes stellen die Gebäudesanierungen dar: Jährlich sollen nun bis zu 300 Millionen Franken zur Verfügung stehen. Die Schweiz will sich zudem dem Emissionshandel der EU anschliessen und der Bundesrat kann bei Bedarf die Lenkungsabgabe auf Heizöl zu erhöhen.

Trotz guter Ansätze bleibt das revidierte Gesetz ein Kompromiss. Die vom WWF mitgestaltete Klima-Initiative verlangt eine 30 Prozent Reduktion. Das Gesetz sieht ausserdem immer noch keine Abgabe auf Benzin und Diesel vor. Ab 2015 passt sich die Schweiz immerhin den EU-Richtlinien punkto CO2-Emissionen bei Fahrzeugen an: Neuwagen dürfen ab dann nicht mehr als 130g CO2 pro Kilometer ausstossen.

Die Schweiz wird das Kyoto Ziel verfehlen
Die Schweiz stösst annähernd gleich viel CO2 aus wie im Jahr 1990. Dies zeigen die Emissions-Zahlen vom Bundesamt für Umwelt, welche jährlich erhoben werden. CO2-Emissionen aus Treibstoffen haben seit 1990 um satte 14% zugenommen. Die Reduktion der CO2-Emissionen aus Brennstoffen um 12% wurde damit fast zunichte gemacht. (letzte Aktualisierung: 28.06.2010). Schweiz und Kanada, das nun aus dem Kyoto-Protokoll ausgestiegen ist, dürften das Kyoto-Ziel als einzige Vertragspartner verpassen. Und dies trotz der Anrechnung von Emissionszertifikaten.

CO2-Lenkungsabgabe genügt nicht
Die CO2-Abgabe beträgt seit Januar 2010 9 Rappen pro Liter Heizöl und 7,5 Rappen pro Kubikmeter Erdgas. Diese effiziente Klima-Abgabe wird zu mindestens zwei Dritteln der Bevölkerung und der Wirtschaft zurückerstattet. Dies erfolgt via Gutschrift bei der Krankenkassen-Abrechnung und Rabatt bei den AHV-Arbeitgeber-Beiträgen. Mit dem verbleibenden Drittel werden im Rahmen des Gebäudeprogramms Gebäudehüllen energetisch saniert und fossile Heizsysteme ersetzt. (www.dasgebaeudeprogramm.ch)
Diese Abgabesätze genügen nicht, um die Reduktionsziele zu erreichen, wie die CO2-Statistik zeigt. Dies war bereits 2006 klar, als das Parlament die Sätze festgelegt hat. Der WWF fordert deshalb, die Preise für Heizöl rasch weiter zu erhöhen, auf mindestens 1 Franken pro Liter Heizöl.

Klimarappen taugt nichts
Um eine CO2-Abgabe auf Treibstoffe zu verhindern, hat die Erdölbranche in der Schweiz den Klimarappen auf Treibstoffe (1,5 Rappen je Liter) eingeführt. Dieser reduziert die steigenden Verkehrs-Emissionen nicht. Der Klimarappen reduziert primär die CO2-Emissionen im Ausland, indem Verschmutzungsrechte gekauft werden. Währenddessen werden in der Schweiz immer mehr Benzin und Diesel verbraucht.
Die Klima-Allianz (www.klima-allianz.ch), deren Mitglied der WWF ist, verlangt von der Stiftung Klimarappen, dass die eingekauften Zertifikate zwingend die Anforderungen des Qualitätslabels Gold Standard erfüllen müssen. Dies ist bis jetzt nur bei einem kleinen Teil der Fall.
Bereits seit 2002 fordert der WWF , dass die im Gesetz vorgesehene CO2-Abgabe auf Benzin und Diesel eingeführt wird. Die Benzinpreise sind in der Schweiz deutlich günstiger als in den Nachbarländern. Dies lockt Tanktouristen an. Zudem fahren Herr und Frau Schweizer bei den günstigen Benzinpreisen mehr Auto und achten beim Kauf eines Fahrzeuges nicht auf dessen Spritverbrauch.. So erstaunt es nicht, dass die Schweiz Jahr für Jahr die durstigste Neuwagenflotte Europas auf die Strasse stellt.

Eine Reduktion von 20% bis 2020 reicht nicht
Der Bundesrat hat sich international hinter das Ziel gestellt, die globale Erwärmung auf maximal 2 Grad zu begrenzen. Um dieses Ziel mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als 66% zu erreichen, braucht es in den Industrieländern Emissionsreduktionen von 40% von 1990 bis 2020. Daran muss die Schweizer Klimapolitik gemessen werden. Der WWF hat im Februar 2008 zusammen mit über 30 weiteren Organisationen die „Volksinitiative für ein gesundes Klima“ (Klima-Initiative) eingereicht. Sie fordert, dass die Treibhausgas-Emissionen im Inland bis 2020 um mindestens 30 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden.


 
WWF Energy Report 2011, Titelblatt
The Energy Report - 100% Renewable Energy by 2050
WWF's Vision einer Welt, die im Jahr 2050 zu 100% mit Erneuerbaren Energien versorgt wird. Es muss möglich sein. Und es ist möglich.
WWF Energy Report
PDF 14.35 MB
WWF Energy Report Summary
PDF 109 KB
Die Forderungen von WWF und der Klima-Allianz
Klima-Masterplan (pdf)
Vernehmlassungsantwort CO2-Gesetzesrevision
PDF 988 KB
Zusatzliteratur Klimamasterplan
PDF 297 KB
Mehr zum CO2-Gesetz
PDF 13 KB
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