Weltweit haben industrielle Fangflotten mit modernster Technik und zerstörerischen Fangmethoden das Meeresleben stark dezimiert: Rund 82 Millionen Tonnen Fische werden so jährlich aus den Meeren gefischt. Dies ist viermal mehr als noch vor 50 Jahren. Aus kurzsichtigen wirtschaftlichen Überlegungen verhindern einzelne Länder seit Jahren, dass Fangquoten nach wissenschaftlichen Empfehlungen festgelegt werden. Dass die Fischerei eine sehr starke Lobby hat, sieht man auch daran, dass viele Staaten – unter ihnen auch die EU – ihre Fangflotten massiv subventionieren. Dabei gibt es weltweit zweieinhalb Mal mehr Fangschiffe, als tragbar wären.
Speisefische vor dem Aus
Die Folgen davon: 85% der kommerziell genutzten Fischbestände rund um den Globus sind schon überfischt oder stehen kurz davor. Darunter auch viele für den Schweizer Markt wichtige Fischbestände wie Atlantischer Heilbutt, Rotzunge, Kabeljau, Seeteufel, Seezunge und Steinbutt. Grosse Räuber wie der Rote Thun oder verschiedene Hai- und Rochenarten sind sogar vom Aussterben bedroht.
In den letzten Jahrzehnten ist der Fang von Tiefseefischen stark angestiegen. Bei diesen spät geschlechtsreifen und nur wenige Nachkommen produzierenden Arten wie dem Seeteufel, dem Rotbarsch oder dem atlantischen Sägebauch (Granatbarsch) hat die Überfischung gravierende Folgen. Diese häufig in der Tiefsee lebenden Bestände brauchen zum Teil bis zu 30 Jahren um die Geschlechtsreife zu erreichen. Falls relevante Mengen an Jungfischen entnommen werden, droht die gesamte Population innerhalb kurzer Zeit zusammenzubrechen. Dass sich solche Bestände, - einmal übernutzt und zusammengebrochen-, nur sehr schwer wieder erholen, liegt auf der Hand. Ausserdem sind für viele empfindliche Fischarten nur ungenügend Daten zur Bestandessituation vorhanden, welche Vorraussetzung für ein nachhaltiges Fischereimanagement wären.
Wer Fisch isst, trägt Verantwortung
Der WWF setzt sich für eine nachhaltige Fischerei ein. Er kämpft gegen unnötige Subventionen, für strenge, wissenschaftlich abgestützte Fangquoten und für schonende Fangmethoden. Konsumentinnen rät der WWF: Auf Fische und Meeresfrüchte mit dem MSC- und dem Bio-Label sowie aus einheimischem Wildfang zu setzen und Meeresfrüchte als nicht alltägliche Delikatesse zu geniessen. Mehr dazu »