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Verschmutzung
Abfall an einem Strand von Senegal Über 80% der Meeresverschmutzung stammt von menschlichen Aktivitäten an Land. Von Plastiksäcken bis Pestiziden – der meiste Abfall, den wir an Land produzieren, landet meist irgendwann im Meer. Entweder durch absichtliches Deponieren oder via Abwasserkanäle und Flüsse. Dazu gehören:
  • Öl
  • Düngemittel
  • Feste Abfälle
  • Abwasser
  • Toxische Chemikalien

Ein Ölteppich bedeckt eine Küste in Pakistan
Ölteppiche und Offshore-Ölbohrungen
Unfälle bei Offshore-Ölbohrungen und beim Transport von Erdöl verursachen grosse Schäden. Obwohl das Hauptleck im Golf von Mexiko inzwischen dicht ist, darf bezweifelt werden, dass die grösste Umweltkatastrophe der amerikanischen Geschichte tatsächlich zu Ende ist. Ende 2010 verkündete das US-Innenministerium, dass bis 2017 keine neuen Meeresgebiete mehr für die Ölförderung freigegeben werden. Der WWF und andere Umweltverbände forderten eine Verlängerung des Verbots. Öl gelangt aber nicht nur durch Unfälle bei Offshore-Bohrungen und Tanker-Havarien ins Meer, sondern auch via Abfallstoffe und Oberflächenabflüsse von Städten und der Industrie durch Abwasserkanäle und Flüsse.

Der WWF setzt sich für die Einrichtung von Meerschutzgebieten und intakte Meere ein.

Mehr Informationen zu Ölverschmutzungen und dem WWF-Engagement beim WWF Deutschland.
Ein Farmer sprüht Dünger auf ein Reisfeld auf den Philippinen
Düngemittel bringen grosse Not
Oberflächenabflüsse von Düngemitteln umliegender Farmen und Felder sind ein Riesenproblem für Küstengebiete. Durch die Überdüngen können Algenblüten ausgelöst werden. Dadurch wird der im Wasser gelöste Sauerstoff verringert und viele andere Meereslebewesen ersticken. Diese Phänomen hat weltweit schon viele so genannt tote Zonen hervorgerufen, wie zum Beispiel im Golf von Mexiko oder in der Baltischen See.
Diese Frau verdient mit dem Einsammeln des Abfalls ihren Lebensunterhalt, Fidschi
Abfallberge gefährden Meeresbewohner
Plastiksäcke, Ballone, Glasflaschen, Schuhe, Verpackungsmaterialien – wenn wir Abfälle nicht korrekt entsorgen, landet vieles letztendlich im Meer. Besonders Plastik baut sich sehr langsam ab und gelangt immer wieder in Mägen von Walen, Delfinen, Robben, Papageientaucher, Möwen und Meeresschildkröten. Besonders schlimm sind Flaschenhälse aus PET, an denen Meerestiere oft ersticken. Auch andere Plastikteile können im Hals hängen bleiben und blockieren so die Atemwege und die Nahrungsaufnahme der Tiere. Der Abfall kann aber auch wieder an den Strand zurückgeschwemmt werden und ganze Strände und andere Küstengebiete verschmutzen.
Diese Abwasserleitungen führen direkt ins Meer
Abwasserentsorgung direkt ins Meer
In vielen Regionen der Welt gelangt unbehandeltes Abwasser direkt ins Meer. Zum Beispiel fliessen 80% des Abwassers von Städten rund ums Mittelmeer ungesäubert ins Meer. Dieses Abwasser fördert eine Überdüngung des Meeres. Daneben kann es Krankheiten hervorrufen und Badestrände stilllegen.
Giftmüllfässer
Toxische Chemikalien
Nahezu jedes Lebewesen im Meer ist mit Chemikalien kontaminiert. Bis in die 1970er Jahre wurden die Ozeane als bequeme Müllhalde betrachtet. Fast alles wurde absichtlich im Meer deponiert – auch Pestizide, chemische Waffen und radioaktive Abfälle. Erst das Londoner Deponieabkommen für toxische Materialien brachte ab 1972 Besserung. Dieses Abkommen diente dem Schutz der Meere vor Verschmutzung durch Giftmüll und radioaktive Abfälle. Das Nachfolgeabkommen - die Londoner Konvention - umfasst seit 1996 weitere Restriktionen, wie ein Verbot für das Einlassen von radioaktiven und industriellen Abfällen und das Verbrennen von Giftmüll auf dem Meer. Dennoch sind die Meere mit immensen Mengen verschmutzt, dies weil es entweder schon früher geschah oder toxische Materialien illegal deponiert wurden. Aber auch gebilligte Abfälle können das Meer erheblich gefährden.

Chemikalien gelangen aber nicht nur absichtlich im Meer, sondern auch versehentlich bei der Herstellung, dem Gebrauch und der Entsorgung von Gütern. Auch durch Lecke und Brände an Frachtschiffen können solche Substanzen ins Meer gelangen und sich dort über weite Distanzen verteilen. Früher hat man angenommen, dass die Ozeane gross genug sind, um Unmengen Chemikalien so fest zu verdünnen, dass sie nicht mehr gefährlich sind. In Wahrheit sind die giftigen Stoffe aber nicht verschwunden, sondern gelangen teils konzentriert via Nahrungskette wieder zum Menschen zurück. So können Meerestiere am Ende der Nahrungskette das Millionenfach an toxischen Stoffen gegenüber ihrer Umwelt enthalten. Eisbären, die sich hauptsächlich von Robben ernähren, enthalten bis zu drei Milliarden mehr Giftstoffe als das Meer um sie herum. Inzwischen häufen sich die Anzeichen, dass diese Giftstoffe bei Mensch und Tier ernsthafte Gesundheitsprobleme wie Krebs, Beschädigung des Immunsystems, Verhaltensprobleme und reduzierte Fruchtbarkeit auslösen können.