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Zucht
Villa Leppefisk salmon farm, Vestnes, Norway
Zuchtfisch
Um die hohe Nachfrage nach Fisch- und Seafood-Produkten zu decken werden Fische und andere Meereslebewesen immer häufiger in Farmen gezüchtet. Die Aquakultur ist der am schnellsten wachsende Lebensmittelproduktionssektor weltweit. 1970 stammten nicht einmal 4% der verzehrten Fische, Krebse und Weichtiere aus Zuchtbetrieben, im Jahr 2006 waren es bereits 47%. Der weltweite Trend hin zu Zuchtfischen, bestätigt sich auch in Schweizer Marktzahlen. So machen Zuchtfische heute mit
19 000 Tonnen pro Jahr ein Drittel der gesamten konsumierten Menge an Fisch- und Seafood-Produkten aus.
Fischmehl als Problem
Soll Fisch künftig nicht zum unbezahlbaren Luxusgut werden, muss er umweltgerechter produziert werden. Da scheint die Idee, Fische in Fischfarmen zu züchten, nahe. Doch so paradox es klingt: Auch diese so genannten Aquakulturen sind häufig nicht umweltverträglich. Belastung der Gewässer mit Antibiotika und Chemikalien, Zerstörung sensitiver Habitate und schlechte Nutzungseffizienz durch einen hohen Anteil an Fischmehl und –öl im Futter, sind nur einige der Problembereiche. Weil Zuchtfische in der Regel mit Fischmehl und Fischöl gefüttert werden, tragen Zuchten ihrerseits zum Leerfischen der Meere bei. Durch neue Technologien in der Junglarvenzucht ist es seit rund einem Jahrzehnt möglich, weitere kommerziell wichtige überfischte oder zusammengebrochene Wildfischarten zu züchten. Allerdings haben diese Arten häufig eine sehr schlechte Nutzungseffizienz. So braucht man um ein Kilo Dorade oder Wolfsbarsch zu produzieren, bis zu acht Kilo Futterfische. Der Schweizer Konsum von ca.19000 Tonnen Fischen und Krustentieren aus Zucht verbrauchte somit insgesamt über 110000 Tonnen Fisch in der Fütterung.
Fish farm in the Faeroes Islands. (Denmark)
Verfütterung von Abfällen
als Lösung
Auf Fischmehl wird man in Aquakulturen nicht verzichten können, denn die meisten Zuchtfische sind Raubfische, die dringend auf die im Fischmehl enthaltenen Proteine angewiesen sind. Nutzt man aber verstärkt Fischabfälle und Tiere aus dem Beifang, könnten Zuchten umweltverträglicher gemacht werden. Und würde jede Fischfarm die eigenen Fischabfälle nutzen, wären wir auch schon ein Stück weiter. Zum Schutz der Umwelt dürfen Zuchtanlagen zudem keineswegs in Gebieten gebaut werden, in denen sie bedrohte Arten und Lebensräume gefährden. Und natürlich darf das Wasser in der Umgebung der Aquakultur nicht übermässig mit Nährstoffen, Chemikalien und Medikamenten belastet werden.
Fisch aus Biozuchten vorbildlich
Es gibt bereits Zuchtanlagen, welche die Kriterien für die umweltgerechte Fischhaltung erfüllen. So können alle Bio-Zuchtfische bedenkenlos gegessen werden. Bei Bio-Fisch hat man die Gewähr, dass Abfälle der Speisefischindustrie für die Fütterung verwendet, Mangrovenwälder geschont und Medikamente sehr zurückhaltend eingesetzt werden.
Mehr dazu »
 
Faktenblatt zum Thema Überfischung Okt09
PDF 301 KB
WWF Faktenblatt Beifang - Januar 2010
PDF 2.97 MB


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