WWF-Studie beweist: Kraftwerke in Schutzgebieten und naturnahen Fliessgewässern sind zur Erreichung der schweizerischen Energieziele nicht nötig. Die gesamte Studie "Kleinwasserkraft" finden Sie unter Downloads in der Spalte rechts.
Wasserkraft: Den letzten Bach fassen?
Rund 95% der erschliessbaren Wasserkraft ist in der Schweiz bereits genutzt. Kein anderes Land nutzt seine Gewässer derart stark. Nun droht den letzten frei fliessenden Gewässern neue Gefahr: Sie sind von neuen Kleinwasserkraftwerken, Ausbauten sowie durch Reaktivierungen stillgelegter Kraftwerke bedroht. Insbesondere die kostendeckende Einspeisevergütung führt zu einer Goldgräberstimmung und einem Wildwuchs.
Transparenz ist nötig Wo diese Werke realisiert werden, ist nicht bekannt. Der Bund hat es versäumt, planerisch festzulegen, welche Gewässer noch genutzt werden können. Der WWF verlangt den Schutz der letzten intakten Bäche. Zudem fordert er Bund und Kantone auf, eine kantonale Planung vorzunehmen, damit neue Werke nur in Gewässern mit geringem ökologischem Potential zu liegen kommen. Denn es ist klar, dass auch intakte Gewässer bedroht sind. Das ist nicht akzeptabel. Unhaltbar ist auch die Geheimhaltung der vielen Projekte, welche jegliche Koordination und übergeordnete Planung verhindert. Weiter sind die höchsten ökologischen Standards einzuhalten. Nur so kann von grünem Strom aus Wasserkraft gesprochen werden.
Der WWF schafft Klarheit
Um Licht ins Dunkel zu bringen hat der WWF anfangs 2009 die Aktion „Transparenz im Kraftwerksdschungel“ gestartet. In diesem Rahmen wurden dem WWF Daten zu neuen Projekten gemeldet, um eine Übersicht über den Ausbau der Wasserkraft zu erhalten. Wir ermöglichen damit, dass alle betroffenen Kreise frühzeitig mitreden können. Nur so lassen sich die letzten intakten Bäche retten. Der WWF hat diese Meldungen überprüft und unproblematische Kraftwerke wie z.B. Trinkwasseranlagen herausgenommen.
Übersicht dank Karte der Kraftwerksprojekte
Die Karten unter Downloads und am Anfang dieser Seite zeigen den aktuellen Stand dieser Meldungen. Detailliertere Daten können Sie auch der Liste „Gemeldete Kraftwerksprojekte“ unter Downloads entnehmen. Trotzdem ist die Übersicht noch unvollständig und unproblematische Projekte wie Trinkwasserkraftwerke können noch in dieser Liste stehen. Wir aktualisieren die Liste laufend und nehmen gerne entsprechende Hinweise entgegen. Wir rufen auch weiterhin alle engagierten Bürgerinnen und Bürger auf, uns zu melden, wenn sie von Ideen oder konkreten Projekten für Wasserkraftwerke erfahren haben. Rufen Sie uns an oder füllen Sie das Meldeformular (siehe Downloads) aus. Besten Dank für Ihre Mithilfe.
„Ist ein Bach einmal im Tourismusprospekt, kann man kein Kraftwerk mehr hinstellen“, diktierte kürzlich ein Wasserkraftingenieur einer Journalistin ins Mikrofon. Wir treten mit den Bildern der bedrohten Bäche und Flüsse gegen die Wasserkraftlobby an. Dank Ihren Bildern können wir uns noch besser für die bedrohten Fliessgewässer einsetzen.
Bitte schicken Sie uns deshalb Ihre besten Bilder mit Gewässername, Gemeinde, Datum und Namen an riverwatch@wwf.ch.
Kleinkraftwerke besser planen:
In einem Interview mit der NZZ postuliert Hans-Peter Fricker, der CEO des WWF Schweiz, dass Kleinkraftwerke besser geplant werden sollen.