Grenzüberschreitende Zusammenarbeit
Der Kaukasus – das ist die Landenge zwischen Schwarzem und Kaspischen Meer in der Grenzregion von Asien und Europa. Mit einer Fläche von über 500000 Quadratkilometern ist das Gebiet mehr als 10 Mal so gross wie die Schweiz und erstreckt sich über die Länder Georgien, Aserbaidschan, Armenien, sowie Teile von Russland, der Türkei und des Iran.
Gletscher, Wälder, Wüsten und Steppen
Mit über 100 verschiedenen Landschaftstypen und mehr als 7000 Arten, darunter viele seltene Tierarten und Pflanzen ist der Kaukasus eine Region der ökologischen Superlative. Dort leben noch Luchs, Braunbär und Wolf sowie der Kaukasische Steinbock, der West- und Ostkaukasische Tur, die Bezoarziege, der Wisent und die Kropfgazelle. Auch Leoparden und Streifenhyänen gibt es noch vereinzelt, allerdings sind sie stark vom Aussterben bedroht. Mit mindestens 1600 Pflanzenarten besitzt der Kaukasus die meisten Endemiten der temperierten Zone. Endemiten sind Arten, die nur hier vorkommen.
Die vielfältige Natur des Kaukasus steht aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung der Region immer stärker unter Druck. Abholzung, unkontrollierte Überbauung, Wilderei und Überweidung gefährden die vielfältige Landschaft mit ihrer einmaligen Tier- und Pflanzenwelt.
Internationale Projekte schlagen Brücken
Länderübergreifende Zusammenarbeit im Naturschutz ermöglicht nicht nur den Erhalt der einmaligen Tier- und Pflanzenvielfalt, sondern bietet auch eine Möglichkeit für Konfliktparteien, aufeinander zuzugehen. 2006 lud der WWF gemeinsam mit der deutschen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Ministerkonferenz „Naturschutz im Kaukasus“ nach Berlin. Die Umweltminister Georgiens, Armeniens und Aserbaidschans sowie Vertreter der Regierungen von Russland, der Türkei und des Iran nahmen die Einladung an, ausserdem über 100 Vertreter von Nichtregierungsorganisationen, staatlichen und wissenschaftlichen Institutionen. Zentrales Thema der Konferenz war die Umsetzung der Biodiversitätskonvention im Kaukasus, die von allen sechs Kaukasus-Ländern unterzeichnet wurde. In der krisengeschüttelten Kaukasusregion können mit Hilfe solcher Initiativen Brücken geschlagen werden. Aktuell ist ein grenzüberschreitendes Schutzgebiet im Grenzgebiet von Georgien, Armenien und der Türkei im Aufbau.