Argentinien, Atlantischer Regenwald: Holzproduktion und Waldumwandlung bedrohen das einmalige Paradies
Im argentinischen Teil des Atlantikwaldes – besonders bekannt durch die berühmten Iguazú-Wasserfälle, die jedes Jahr von tausenden einheimischen und internationalen Touristen besucht werden – sind im Gegensatz zu Brasilien und Paraguay noch ca. 50% der ursprünglichen Waldfläche erhalten. Die Hauptbedrohung liegt weniger in der Umwandlung in landwirtschaftliche Nutzflächen als vielmehr in der Holzproduktion, Naturwälder werden nicht selten zu Plantagen umfunktioniert. Eine reiche Biodiversität kann jedoch nur in naturnahen Strukturen erhalten bleiben. So braucht der Jaguar, der unbestrittene „König“ des Atlantikwaldes, grosse zusammenhängende Waldgebiete für sein Überleben. Nur wenn er dort ausreichend Nahrung findet, kommt er nicht in Konflikt mit dem Menschen.
Deshalb setzt sich der WWF über die argentinische Stiftung Vida Silvestre ein für eine nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen (insbesondere des Waldes), unterstützt die Einrichtung, Vernetzung und das gute Management von Schutzgebieten, treibt die Landnutzungsplanung voran und informiert die Bevölkerung über die Bedrohung des Atlantikwaldes sowie Lösungsansätze.
1.2 Millionen Hektar Atlantikwald vor Rodung geschützt
In der argentinischen Provinz Misiones dürfen seit September 2010 keine Naturwälder mehr gerodet werden. Verantwortlich dafür ist ein neues Landnutzungsgesetz. Damit sind rund 80% des verbleibenden Atlantikwaldes in Argentinien geschützt. Unsere Partnerstiftung Vida Silvestre hat sich intensiv dafür eingesetzt. Auf nationaler Ebene schreibt ein Gesetz seit 2007 ein komplettes Rodungsverbot für alle verbleibenden Wälder in Argentinien vor, bis eine entsprechende Landnutzungsplanung der einzelnen Provinzen vorliegt. Misiones ist die erste Provinz Argentiniens, die diese Pflicht erfüllt hat.