Mein WWF Français Italiano      
Der WWF   Das können Sie tun   News & Service  
     Suche starten
 
Home > Der WWF > Internationale Projekte > Südamerika > Amazonas > Südliches Amazonien drucken    Seite weiterempfehlen
Internationale Projekte
Afrika
Asien
Südamerika
Amazonas
Atlantikwald
Pantanal
Europa
 
Südliches Amazonien
Schmetterlinge in der Nähe der  Augusto-Fälle beim Juruena Fluss
Juruena-Apui:
Hoffnung für das südliche Amazonien
Dichter, fast unberührter Regenwald, traditionell lebende indigene Bevölkerungsgruppen wie die Mundurucu und die Kayabi und eine vor Artenvielfalt strotzende Regenwald- und Flusslandschaft: All das prägt das Dreiländereck der brasilianischen Bundesstaaten Mato Grosso, Amazonas und Pará im südlichen Amazonasgebiet, wo sich die Flüsse Teles Pires und Juruena zum Amazonas-Nebenfluss Tapajós vereinen.

Doch die Idylle trügt. Wo vor einem Jahr noch undurchdringlicher Dschungel vorherrschte, sind heute oft nur noch verwüstete Flächen mit verkohlten Baumstümpfen und frisch eingesätem Grasland zu finden. Denn wo kein offizielles Schutzgebiet ausgewiesen wird, fällt der Regenwald der näher rückenden Entwaldungsfront zum Opfer. Noch bis vor kurzem galt hier die Devise, möglichst grosse Flächen zu entwalden, um auf den gewonnenen Landstücken Viehweiden anzulegen oder Plantagenholz zu produzieren. Dieses Entwicklungsparadigma gilt es zu verändern, um stattdessen einen verantwortungsvollen Umgang mit den Ressourcen in den Vordergrund zu stellen.
Brillenkaiman (Caiman crocodilus) bei Nacht im Juruena Nationalpark, Brasilien
Als ein wichtiges Element für dieses neue Entwicklungsparadigma soll eine Reihe von Nationalparks und anderen Schutzgebieten im Süden des brasilianischen Amazonaswaldes die vorrückenden Bagger und Motorsägen stoppen; hier entsteht das „Schutzgebietsmosaik Juruena-Apui“.

Am 5. Juni 2006 wurde ein sehr wichtiger Mosaikstein gelegt: Mit der Ausweisung des 1,9 Millionen Hektar grossen Juruena-Nationalparks hat das Schutzgebietsmosaik sein Rückgrat erhalten.

Seitdem werden weitere Schutzgebiete eingerichtet und zu einem Schutzgebiets-Verbund, dem „Mosaik“ zusammengefasst. .Mit der Geburtsstunde der Schutzgebiete beginnt die Hauptarbeit. In Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung wird ein Managementplan erarbeitet. Der Plan legt Zonen fest, in denen nachhaltige Nutzung erlaubt ist und solche, in denen jeglicher Zugang unterbunden wird. Er regelt die nötigen Schutzmassnahmen und die Entwicklung der Infrastruktur. Geprüft wird auch die Möglichkeit, den Nationalpark für Öko-Tourismus zu nutzen.
Forscher im Juruena Nationalpark bei den Aufnahmen von Vogelstimmen, Brasilien
Grundlage für den Managementplan sind unter anderem geografische und biologische Informationen über das Gebiet. Im Juni 2006 hat eine Expedition mit 30 Wissenschaftlern, Fotografen und Regierungsvertretern einen Monat lang den neuen Park vermessen und Tiere und Pflanzen systematisch erfasst. Dabei machten sie eine Affenart, zwei Vogelarten, zwei Fischarten, zwei Baumfroscharten und eine Baumart aus, die bisher niemand kannte. Derzeit laufen die wissenschaftlichen Arbeiten für weiter im Westen und Süden gelegene Schutzgebiete.
Indigene Familie im Juruena Nationalpark, Stamm der Apiacàs, Brasilien
In der direkten Nachbarschaft zu den Schutzgebieten arbeitet der WWF intensiv mit der lokalen Bevölkerung zusammen, um Arbeitsplätze zu schaffen und Unterstützung für den Naturschutz zu gewinnen. In den Schulen wird dazu die Umweltbildung gefördert; die Schulen sollen sich in der Folge zu einem Zentrum und Ausgangspunkt für die öffentliche Diskussion zum neuen Entwicklungsparadigma entwickeln Zusammen mit dem Forstsektor und anderen Unternehmern werden eine nachhaltige und marktfähige Nutzung des Waldes erarbeitet und neue Einkommensquellen eröffnet. In zwei Informations- und Administrationszentren werden Bevölkerung und Besucher über die Besonderheit des Gebietes und den Naturschutz informiert.

So steigen die Chancen, dass die Entwaldung an einer ihrer brennendsten Fronten in den nächsten Jahren aufgehalten werden kann!