Unterengadin / ©: WWF Schweiz / Walter Vetterli

Verstädterung

Wer «Alpen» sagt, denkt zunächst einmal an Gipfel und Gletscher. Doch das Hochgebirge belegt nur 16 Prozent der Gesamtfläche der Alpen.
Die Alpweiden und Zwergsträucher bedecken weitere 19 Prozent. Mit 43 Prozent hat der Wald den mit Abstand grössten Flächenanteil. Die Alpen sind also in erster Linie ein Waldland.

Die verbleibenden 22 Prozent der Alpenfläche liegen vor allem im Tal und auf den Hangterrassen. Hier tobt vielerorts ein harter Konkurrenzkampf um jeden Quadratmeter. Siedlungen und Verkehrsflächen drängen die Landwirtschaft zurück. Viele Alpenhaupttäler drohen vollständig überbaut zu werden.

Zwei Drittel der Bevölkerung der Alpen lebt bereits in städtischen Räumen. Die Agglomerationen und die touristischen Zentren fressen sich immer tiefer in die traditionelle Kulturlandschaft – mit negativen Folgen auch für die Natur. Denn Siedlungen und Verkehrsachsen sind für viele Tierarten unüberwindbare Hindernisse.

Es braucht in den Alpen eine neue Raumordnungspolitik, die der Bauplanung klare Grenzen setzt und bestehende Barrieren aufbricht. Nur so kann ein attraktiver, vielfältiger Lebensraum für die Menschen und die Tiere erhalten und – wo erforderlich – wieder hergestellt werden.

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