/ ©: Martin Harvey / WWF-Canon

Afrikanische Nashörner

  • Breit und spitz oder weiss und schwarz

    Wissenschaftlicher Name:
    Ceratotherium simum (Breitmaulnashorn) mit 2 Unterarten: Nördliches und Südliches Breitmaulnashorn.
    Diceros bicornis (Spitzmaulnashorn) mit 4 Unterarten: Südliches, Südwestliches, Westliches und Östliches Spitzmaulnashorn. 

    Lebensraum:
    Tropische und subtropische Grasflächen, Savannen und Buschvegetationen sowie Wüsten (nur Spitzmaulnashorn) im südlichen, westlichen und östlichen Afrika.

    Bestandsgrösse:
    Nördliches Breitmaulnashorn: in der freien Wildbahn ausgestorben; Südliches Breitmaulnashorn: ungefähr 20 160 Individuen (zunehmend);
    Spitzmaulnashorn: geschätzte 4880 Individuen (zunehmend).

    Gefährdungsstatus:
    IUCN: Breitmaulnashorn: Nördl.: vom Aussterben bedroht; Südl.: potentiell gefährdet / Spitzmaulnashorn: Südwestl.: gefährdet; Westl.: wild kürzlich ausgestorben; Östl. und Südl.: vom Aussterben bedroht.
    CITES: Anhang I und II (nur Populationen des Südl. Breitmaulnashorns in Südafrika und Swasiland)

    Drittgrösster Landsäuger

    Die zwei afrikanischen Nashornarten Spitzmaul- und Breitmaulnashorn werden auch als Schwarzes und Weisses Nashorn bezeichnet. In Wirklichkeit haben sie aber beide eine ähnlich graue Farbe. Die anscheinende Färbung stammt vom schwarzen beziehungsweise kalkhaltigen, weissen Schlamm.

    Das Breitmaulnashorn ist nach dem Afrikanischen und Asiatischen Elefanten das drittgrösste Landsäugetier der Erde. Mit einer Schulterhöhe von 1,90 m und einem Gewicht von bis zu 3,6 t sind die Männchen massiger als gleichaltrige Weibchen. Die Weibchen haben ein grösseres vorderes Horn als die Männchen. Dieses ist durchschnittlich 60 cm lang. Es kann aber bis zu 165 cm lang werden. Spitzmaulnashörner haben eine spitze Oberlippe. Breitmaulnashörner haben hingegen sehr breite Lippen und weisen im Nacken einen deutlichen Buckel auf.

    Breitmaulnashörner haben von allen Nashorn-Arten die komplexeste Sozialstruktur: Während Nashörner meist Einzelgänger sind, formen Breitmaulnashörner zeitweise Gruppen von bis zu 14 Tieren. Die beiden Unterarten des Breitmaulnashorns leben seit mehreren tausend Jahren in zwei getrennten, mehr als 2000 km auseinander liegenden Verbreitungsgebieten – im südlichen und östlichen Afrika. Im Kongo ist das Breitmaulnashorn kürzlich ausgestorben.
  • Wilderei, chinesische Medizin & Verdrängung

    Die unkontrollierte Jagd und Wilderei stellen bei weitem die grösste Gefahr für die afrikanischen Nashörner dar. Seit Jahrhunderten werden die Nashörner wegen ihres Hornes, ihrer Haut oder ihres Fleisches bejagt. Die steigende Nachfrage nach ihrem Horn führte zu einem dramatischen Bestandesrückgang in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Verwendet wurde das Horn einerseits für kunstvolle Dolchgriffe und in der traditionellen asiatischen Medizin. Obwohl der internationale Handel mit Nashornprodukten daraufhin verboten wurde, besteht weiterhin eine grosse Nachfrage nach Nashornpulver. 470 Nashörner fielen allein zwischen 2006 und 2009 der illegalen Jagd zum Opfer. In Südafrika ist die Wilderei besonders dramatisch angestiegen. Eine weitere Bedrohung ist der Rückgang des Lebensraums. Die Ausbreitung menschlicher Siedlungen und landwirtschaftlicher Anbauflächen gefährdet den Lebensraum der afrikanischen Nashörner. Auch politische Unruhen und Kriege lassen den Lebensraum der Nashörner schrumpfen.

    Doch es gibt auch Grund zur Hoffnung. So galt das Südliche Breitmaulnashorn im späten 19. Jahrhundert als ausgestorben, bis in Südafrika eine kleine Population von weniger als 100 Individuen entdeckt wurde. Heute gibt es wieder ungefähr 20'160 Südliche Breitmaulnashörner (Stand Ende 2010). Auch die Bestände des Spitzmaulnashorns haben sich seit Mitte der 1990er Jahre wieder langsam von 2400 auf etwa 4880 Exemplare erholt.
  • Im Einsatz für das Nashorn seit über 50 Jahren

    Seit seiner Gründung setzt sich der WWF für den Schutz der Nashörner ein. Dabei geht es vor allem um die Bekämpfung der Wilderei und den Schutz der natürlichen Lebensräume der Nashörner. 1997 wurde vom WWF ein «Afrikanisches Nashorn-Programm» gegründet, um die Breitmaul- und Spitzmaulnashörner vor dem Aussterben zu bewahren.

    Gemeinsam mit TRAFFIC, dem Artenschutzprogramm von WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN, werden Massnahmen gegen den Handel mit dem Nashorn-Horn durchgeführt. Auch wird die Bevölkerung in den Verbraucherstaaten mit Hilfe von Aufklärungskampagnen zum Kauf von alternativen Heilprodukten ohne Nashorn-Horn-Bestandteilen ermutigt.

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