Mountain gorilla (Gorilla beringei beringei); Rwanda
Mountain Gorilla with baby, Rwanda. Project ... / ©: Timothy Geer / WWF-Canon

Berggorilla

  • Der Berggorilla

    Wissenschaftlicher Name
    Gorilla beringei beringei (Berggorilla), eine Unterart des Östlichen Gorillas (Gorilla beringei)

    Lebensraum
    Bergregenwälder Zentralafrikas in Höhen von 1200 m bis 4500 m, im Osten der Demokratischen Republik Kongo, Ruanda und Uganda

    Bestandsgrösse
    etwa 780 Individuen

    Gefährdungsstatus
    IUCN: vom Aussterben bedroht
    CITES: Anhang I

    Berggorillas: imposante Silberrücken
    Gorillas sind die grössten Menschenaffen. Ausgewachsene Männchen werden bis zu 2 Meter gross und wiegen durchschnittlich 160 Kilogramm, Weibchen etwa 98 Kilogramm. Gorillas sind intelligente, soziale Tiere, die in Familienverbänden aus mehreren Weibchen mit vier bis fünf Jungtieren und einem dominanten Männchen leben. Das Männchen erkennt man an den silbernen Haaren auf dem Rücken – daher auch der Name „Silberrücken“. Die tagaktiven Gorillas ernähren sich hauptsächlich vegetarisch und verbringen viel Zeit mit Fressen. Zum Schlafen bauen sie sich Nester aus Zweigen und Blättern.

    Es gibt zwei Gorillaarten: Den Östlichen Gorilla (Gorilla beringei) und den Westlichen Gorilla (Gorilla gorilla). Sie leben räumlich voneinander getrennt in Zentralafrika. Beide Arten werden jeweils in zwei Unterarten unterteilt. Der Berggorilla ist eine Unterart des Östlichen Gorillas. Von den Berggorillas gibt es wiederum zwei räumlich voneinander getrennte Populationen: Eine lebt im Gebiet der Virunga-Berge im Grenzgebiet der Demokratischen Republik Kongo (DRC), Ruanda und Uganda. Gemäss neuesten Zählung aus dem Jahre 2010 leben dort 480 Individuen in den Nationalparks der Virunga-Vulkanregion. Die andere Berggorilla-Population lebt in den Wäldern des Bwindi Impenetrable-Nationalparks (Unesco Weltnaturerbe) in Uganda. Sie zählt etwa 300 Tiere.
  • Sanfte Riesen

    In den gut 100 Jahren seit seiner Entdeckung (1902) setzen dem Berggorilla rücksichtslose Wilderei, politische Unruhen, Zerstörung ihres Lebensraumes und Krankheiten derart zu, dass der Bestand dieser Menschenaffen gemäss der „Roten Liste 2007“ der Weltnaturschutzunion IUCN im letzten Vierteljahrhundert um 60 Prozent geschrumpft ist.

    Während die Population im Bwindi Impenetrable National Park relativ gut vor Wilderei und Lebensraumzerstörung geschützt lebt, kämpfen die Berggorillas in den Virunga-Bergen, vor allem im Virunga National Park (Kongo), ums Überleben. Denn seit dem Ausbruch des Bürgerkrieges in Ruanda 1990 ist diese Region immer wieder von politischen Unruhen heimgesucht worden: Menschen flohen in den Nationalpark und zerstörten Teile des Waldes für neue Landwirtschaftsflächen.

    So dringen die Menschen immer tiefer in die natürlichen Lebensräume der Menschenaffen ein. Auch die Wilderei hat zugenommen. Die Berggorillas werden in manchen Gebieten auch heute noch wegen ihres Fleisches bejagt, oder um Nahrungskonkurrenten auszuschalten respektive um ihre Köpfe und Hände als Trophäen zu verkaufen. Zur Zeit kontrollieren wieder Rebellen den Park.
  • Schutzgebiete für die Gorillas

    Der WWF engagiert sich seit vielen Jahren zum Schutz der Berggorillas und ihres Lebensraumes im Herzen Afrikas. Neben wissenschaftlicher Feldarbeit unterstützt der WWF die Ausweisung neuer Schutzgebiete und engagiert sich in der Aus- und Weiterbildung von Schutzgebietspersonal und bildet Anti-Wilderer-Einheiten aus.

    Die Bevölkerungsdichte um die Parks ist sehr hoch. Die meisten Menschen leben von der Selbstversorgung und sind von den Rohstoffen der Parks abhängig. Deshalb wird auch die lokale Bevölkerung in die Projekte einbezogen.

    Der Ansatz des WWF ist die Verbindung von Naturschutz mit einer nachhaltigen Entwicklung der Region. Das ist in krisengeprägten Regionen nicht immer einfach. Dennoch kann der Berggorilla und sein Lebensraum auf Dauer nur geschützt werden, wenn für die einheimische Bevölkerung anstelle von Wilderei und Kahlschlag alternative Einkommensquellen entwickelt werden. Zum Beispiel durch sanften Tourismus. So hat sich beispielsweise „Gorilla Watching“ zu einer bedeutenden Einnahmequelle in der Virunga-Region entwickelt.

    Weil Gorillas wichtig geworden sind, gewinnt auch der Schutz ihres Lebensraums an Bedeutung. So hat sich der Berggorilla-Bestand im Virunga-Nationalpark (Kongo) in nur 1,5 Jahren bis Januar 2009 um 12,5 Prozent von 72 auf 81 Individuen erhöht. Dieser Erfolg ist zum grossen Teil der Bemühungen des WWF zusammen mit dem IGCP (International Gorilla Conservation Programme) und anderen Umweltschutzorganisationen zu verdanken.

    Trotz all dieser Fortschritte ist die Bedrohung der Berggorillas weiterhin vorhanden. Prognosen aus dem Jahre 2002 des UNO-Umweltprogramms UNEP besagen, dass 2032 nur noch knapp 10 Prozent des Gorilla-Lebensraumes erhalten sein wird. Deshalb erhöhte der WWF sein Engagement für die letzten Berggorillas.

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