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Die Harpyie
Wissenschaftlicher Name
Harpia harpyja
Lebensraum
Intakte, ausgedehnte Tiefland-Regenwäldern unter 900 Meter Höhe (lokal bis 2000 Meter Höhe), auch in forstlich genutzten Wäldern. Die Harpyie ist in Mittel- und Südamerika verbreitet – vom südlichen Mexiko bis ins nördliche Argentinien.
Bestandsgrösse
Keine genauen Bestandesangaben bekannt.
Trend: abnehmend.
Gefährdungsstatus
IUCN: potentiell gefährdet
CITES: Anhang I
Harpyie: Federschopf am Hinterkopf
Die Harpyie ist einer der grössten Greifvögel weltweit. Sie wird bis zu 115 Zentimeter gross, erreicht eine Flügelspanne von ungefähr 2,5 Metern und wiegt 5 bis 10 Kilogramm. Die Weibchen sind in der Regel grösser als die Männchen. Sie besitzen sehr kräftige Beine und Füsse. Das typischste Merkmal der Harpyie ist ihr schwarzer, zweizipfliger, kronenähnlicher Federschopf am Hinterkopf, den sie bei Erregung aufstellt. Die lateinamerikanischen Adler haben ein ausgezeichnetes Sehvermögen – sie sehen achtmal besser als der Mensch.
Harpyien sind in der Regel Einzelgänger und leben nur zur Jungenaufzucht als Paar zusammen. Ihr Nest errichten sie in sehr hohen Bäumen, in welches das Weibchen ein bis zwei Eier legt. Die Brutzeit beträgt etwa acht Wochen, was die längste bisher festgestellte Brutzeit für Greifvögel ist. Sobald das erste Küken geschlüpft ist, wird das zweite Ei nicht weiter bebrütet.
Aufgrund ihres kräftigen Körperbaus sind Harpyien in der Lage, grosse Wirbeltiere zu fangen, die sie vor allem in den Baumkronen des Regenwaldes erlegen: Meist Säugetiere wie Affen oder Faultiere, seltener Opossums, Nasenbären und Baumstachler sowie einige grosse am Boden lebende Nager. Harpyie-Weibchen fangen mitunter auch grosse Vögel, Schlangen oder Echsen. Mit ihren etwa 12 Zentimeter grossen Fängen können die Weibchen bis über 4 Kilogramm schwere Beutetiere transportieren. Die Jagdreviere der Harpyien sind bis zu 100 Quadratkilometer gross.
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Der Lebensraum schwindet
Die Harpyie ist sehr selten und auch in ihrem grossen Verbreitungsgebiet von Südmexiko bis Nordargentinien kommt sie nur spärlich vor. Vor allem die Zerstörung ihres Lebensraumes durch Abholzung und Brandrodung für Plantagen, Siedlungen und Rinderweiden sowie die direkte Bejagung bedrohen die Harpyie.
Aufgrund ihrer geringen Populationsdichte, den weitreichenden Raumansprüche und ihrer geringen Geburtenrate können Verluste der Harpyien nur sehr langsam ausgeglichen werden. Die Harpyie kann aber auch in einer durch Rodungen stark zerstückelten Landschaft überleben, solange die verbliebenen Waldinseln gross genug sind und die Bejagung gestoppt wird. Langfristig wird sie vermutlich nur überleben, wenn es gelingt, ausreichend grosse Flächen des tropischen Regenwaldes zu erhalten.
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Erhalt des Lebensraums
Der WWF arbeitet auf verschiedenen Ebenen für die Rettung des Amazonas-Regenwaldes und somit für den Erhalt zahlreicher Arten, wie der Harpyie. Zum WWF-Engagement zählen unter anderem das Naturschutz-Programm «
Amazon Region Protected Areas Programme» (ARPA) und das Schutzgebiets-Mosaik «Juruena-Apui».