Leopard cat, Java, Indonesia
Leopard cat (Prionailurus bengalensis), Java, Indonesia.

 / ©: Alain Compost / WWF-Canon

Kaukasischer Leopard

  • Die einzige Grosskatze Europas

    Wissenschaftlicher Name
    Panthera pardus saxicolor

    Lebensraum
    Leoparden sind sehr anpassungsfähig und besiedeln subalpine Wiesen, Laub- und Laubmischwälder bis hin zu ariden Gebieten mit spärlichem Wacholderwuchs. Heute findet man den Kaukasischen Leoparden nur noch in der Bergwelt des Kaukasus, in Teilen des Iran und in Turkmenistan.

    Bestandsgrösse
    Etwa 40 bis 65 Individuen in der Kaukasusregion.
    Der Gesamtbestand wird auf weniger als 1000 Tiere geschätzt. Davon leben etwa 600 – 800 Individuen im Iran und ca. 90 in Turkmenistan.
    Trend: abnehmend

    Gefährdungsstatus
    IUCN: stark gefährdet
    CITES: Anhang I

    Ursprünglich war der Kaukasische Leopard zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer im ganzen Kaukasus sowie im Nahen und Mittleren Osten verbreitet. Heute besiedelt er nur noch die Bergwelt des Kaukasus. Der Kaukasische Leopard ist der letzte seiner Art in Europa.

    Der Kaukasische Leopard ist der grösste aller Leoparden-Unterarten. Er kann bis zu 90 Kilogramm schwer werden und hat eine Kopf-Rumpf-Länge von 126 – 171 Zentimeter (Gesamtlänge: 165 – 290 Zentimeter). Die Hintergrundfarbe seines Fells ist meist etwas heller und blasser als die seiner afrikanischen Verwandten. Leoparden sind Einzelgänger, die nur zur Paarung zusammenfinden. Ihre Nahrung besteht primär aus Bezoarziegen, Mufflons, Hirschen, Rehen oder Wildschweinen.
  • Ohne Beute kein Überleben

    Die Überlebenschance des Leoparden im Kaukasus ist nicht gesichert, da es nur noch wenige Leoparden gibt und der Restbestand sich auf isolierte Kleinstpopulationen aufteilt. Eine wichtige Ursache dafür ist der Verlust seines Lebensraums durch Abholzung, Überweidung und unkontrollierte Bebauung.

    Daneben ist der Mangel an natürlichen Beutetieren in vielen Gebieten ein grosses Problem, da diese auch vom Menschen stark bejagt werden. So wurde beispielsweise die Bezoarziege in Georgien ausgerottet. Wegen dem Beutetier-Rückgang kommt es in diesen Gebieten immer wieder zu Übergriffen auf Nutztiere wie Schafe. Dies erzürnt die Schafhalter und sie versuchen die Leoparden zu vertreiben oder greifen zur Flinte.
  • Einsatz für den Leoparden

    Der WWF führt seit 2001 ein Programm zur Rettung der letzten Leoparden im Kaukasus durch. Regelmässiges Monitoring (Zählung und Überwachung) dokumentiert die Entwicklung der Population der Leoparden und seiner Beutetiere. Anti-Wilderer-Einheiten werden ausgebildet, ausgerüstet und eingesetzt. Zudem informiert und sensibilisiert ein Umweltbildungsprogramm die lokale Bevölkerung über die Bedeutung und Bedrohung des Kaukasischen Leoparden.

    Um die natürliche Nahrungsgrundlage für den Leoparden zu verbessern, werden die in freier Wildbahn fast ausgestorbenen Bezoar-Ziegen für eine Wiederansiedelung herangezogen. Der WWF setzt sich auch für die grenzüberschreitende Vernetzung von Schutzgebieten und die Erstellung von so genannten grünen Korridoren zwischen Schutzgebieten ein, da viele verbleibende Lebensräume in Rand- respektive Grenzgebieten liegen.
    Seit 2007 gibt es eine regionale Schutzstrategie für den Leoparden im Kaukasus, die unter Koordination und Mitarbeit des WWF festgelegt wurde. Ziel ist, dass der Bestand bis 2017 um einen Drittel zunimmt. Die Strategie umfasst die oben genannten Schuztmassnahmen sowie Projekte zur Schaffung von alternativen Einkommensquellen für die Bevölkerung.

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