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Urtiere der Küstengewässer
Wissenschaftlicher Name:
Acipenseriformes (eigentliche Störe, 25 Arten) und Polyodontidae (Löffelstöre, 2 Arten)
Lebensraum:
Flüsse, Seen und Küstengewässer der Nordhalbkugel (Europa, Asien und Nordamerika)
Bestandsgrösse:
Keine genauen Bestandeszahlen bekannt.
Trend: abnehmend
Gefährdungsstatus:
IUCN: alle Arten auf der Roten Liste geführt, davon 17 Arten vom Aussterben bedroht (Stand 2010)
CITES: Anhang I (2 Arten), Anhang II (25 Arten)
Störe sind richtige Urtiere, denn sie beleben unseren Planten schon seit über 250 Millionen Jahren. Sie gehören zu den Knochenfischen und lassen sich in zwei Familien gliedern: die eigentlichen Störe (Acipenseridae) und die Löffelstöre (Polyodontidae).
Besondere Merkmale der eigentlichen Störe sind ihr spindelförmiger Körper, der schnabelartige Kopf, die fünf Reihen Knochenplatten anstelle der sonst bei Fischen üblichen Schuppen, die dicken Warzen rund ums Maul und die vier typischen Bartfäden. Je nach Art sind Störe verschieden lang und schwer: von 27 cm Länge und 1.5 kg Gewicht beim kleinen Amu-Darja-Schaufelstör (Pseudoscaphirhynchus hermanni) bis zu 8.5 m Länge und maximal 2 t Gewicht beim Belugastör (Huso huso). Lässt man sie leben, können Störe über 100 Jahre alt werden.
Störe leben als Einzelgänger und finden nur zur Fortpflanzung an ihren Geburtsplätzen in Gruppen zusammen. Die altertümlichen Fische ernähren sich von bodenlebenden Kleintieren und Pflanzenbestandteilen. Bei der Suche nach Nahrung durchwühlen sie den Boden und erbeuten so Kleinfische, Krabben, Muscheln, Schnecken und Würmer.
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Der Mensch ist der grösste Feind
Die grösste Bedrohung für die Störe ist der Mensch, der die Störe masslos überfischt, denn das Geschäft mit dem Kaviar ist lukrativ. Mit Kaviar meint man die unbefruchteten Eier (Rogen) der weiblichen Störe. Für die Gewinnung von Kaviar werden die weiblichen Störe üblicherweise getötet, um die Rogen aus den Eierstöcken zu holen.
Dass Störe erst im Alter von 6 bis 25 Jahren geschlechtsreif werden und sich nicht jedes Jahr fortpflanzen, macht sie noch empfindlicher gegenüber der massiven Überfischung. Mit einem Warenwert von bis zu über 1000 Franken pro 100 g zählt Kaviar zu den teuersten Delikatessen überhaupt. Die grosse Nachfrage kann durch die streng kontrollierte, legale Fischerei aber nicht gedeckt werden. Deshalb floriert der illegale Kaviarhandel umso mehr und bedroht die ohnehin schon massiv dezimierten Bestände. Ein Grossteil der wild gefangenen Störe kommt aus dem Kaspischen Meer.
Störe werden ausserdem durch die Zerstörung ihres Lebensraumes gefährdet, zum Beispiel durch Dammbauten oder Flussbegradigungen. Solche Verbauungen unterbrechen ihre Wege zu den Laichplätzen. Eine weitere Gefahr: Die Verschmutzung des Wassers.
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Arterhaltung als Ziel
Das Ziel des WWF ist die Erhaltung der Störe in freier Wildbahn. Zusammen mit TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm von WWF und der Weltnaturschutzunion IUCN, bekämpft der WWF die Wilderei und den illegalen Handel mit Kaviar. Der WWF und TRAFFIC unterstützten die Einführung eines Etikettierungssystems für die Kennzeichnung von Ursprung und Herkunft von Kaviar. Damit wird der Handel transparenter, weil Käuferinnen und Käufer von Kaviar dank dem Etikett erfahren, dass der Kaviar legal gewonnen wurde, wo der Stör gelebt hat und wo der Kaviar abgepackt wurde.
Der WWF und TRAFFIC streben eine nachhaltige Nutzung der Störarten an, die nicht zu weiteren Bedrohungen führt, der lokalen, oftmals sehr armen Bevölkerung aber dennoch ein Einkommen sichert. Weitere Projekte des WWF unterstützen die Erhaltung der Lebensräume der Störe, zum Beispiel an der Donau oder an anderen grossen Flüssen Europas.