Energieeffizient Kochen

Steamer, Backofen oder Dampfkochtopf? Welches ist die Energie effizienteste Kochmethode? Ein Test von EKZ und WWF zeigt: Die beste Methode braucht bis zu zehn Mal weniger Energie.
Die rund drei Millionen Haushalte in der Schweiz verbrauchen fürs Kochen und Backen pro Jahr 1,2 Milliarden Kilowattstunden Strom. Würden alle mit energiesparenden Methoden kochen, so liesse sich dieser Verbrauch um rund die Hälfte senken. Im Auftrag des WWF und der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich testete das Churer Testzentrum S.A.L.T. verschiedene Kochmethoden auf ihren Energieverbrauch.

Die Ergebnisse sind beeindruckend: Weit wichtiger als die Herdtechnologie (Glaskeramik, Induktion oder Gussplatte) ist die Wahl des Kochgeschirrs. Schon simple Massnahmen senken den Energieverbrauch. So sollten kleine Lebensmittelmengen in einer kleinen Pfannen mit möglichst wenig Wasser gekocht werden. Wichtig ist auch, dass die Pfanne zur Herdplattengrösse passt und deren Restwärme genutzt wird. Also Herdtemperatur zurück oder gleich abstellen (funktioniert nicht bei Induktion) und das Kochgut so fertig garen. Alleine schon ein Deckel auf der Pfanne spart bis zu 40 Prozent der Energie. Denn damit können am Herd tiefere Temperaturen eingestellt werden. Am meisten Energie kann man aber durch den Einsatz von Isolierpfanne und Dampfkochtopf sparen. Wenn Kochherd, Backofen oder Kaffeemaschine ersetzt werden müssen, sollten Sie unbedingt ein effizientes Gerät von www.topten.ch wählen. Schliesslich werden diese während Jahren zum Teil täglich verwendet.

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  • Energiespar-Tipps
    • Auf jede Pfanne gehört ein Deckel
    • Isolierpfanne und Dampfkochtopf bevorzugen
    • Pfanne auf Herdplattengrösse anpassen und wenig Wasser brauchen
    • Backofen vorheizen ist oft nicht nötig (ausser bei Hefeteiggebäck und Nahrungsmitteln, bei welchen die Backzeit auf die Minute genau eingehalten werden muss)
    • Umluft spart gegenüber Ober- und Unterhitze Energie
    • Restwärme nutzen: Backofen, Glaskeramik- und Gussplatte vorzeitig ausschalten
    • Energieeffiziente Geräte von topten.ch wählen
    • Steamer und Backofen sparsam einsetzen
  • Kartoffeln oder Gemüse garen

    baf Der WWF und die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich liessen 500 Gramm Kartoffeln mit 15 verschiedene Kochmethoden testen. Die Isolierpfanne schnitt am besten ab. Sie wird nach der Hälfte bis zwei Dritteln der Kochzeit von der Platte weggenommen und in einen stark isolierenden Übertopf gestellt. Abseits des Herdes kochen so die Kartoffeln fertig. In dieser Zeit wird kein Strom mehr verbraucht. Der Dampfkochtopf schaffte es auf Platz zwei. Er kocht dank dem Druckaufbau im Innern in viel kürzerer Zeit und spart deshalb viel Energie. Im Mittelfeld liegt die konventionelle Pfanne mit geschlossenem Deckel. Deutlich mehr Energie braucht hingegen das Garen im Steamer und das Dämpfen mit der Steamerfunktion des Backofens. Wer die Vorteile des Steamers nutzen will, sollte diesen massvoll gebrauchen, immer gut füllen und wenn möglich mehrere Speisen zeitgleich dämpfen. Auf den letzten Platz fielen Ofenkartoffeln aus dem Backofen – sie benötigten das zehnfache an Energie gegenüber der Isolierpfanne. Der Backofen hat schlechte Karten, da er stets ein grosses Luftvolumen aufheizen muss.
  • Eier kochen

    baf Von den sechs getesteten Methoden schaffte es der Eierkocher an die Spitze. Er muss nur eine winzige Menge Wasser erhitzen und stellt sofort ab, sobald diese verdampft ist. Seine Anschaffung lohnt sich, wenn einmal pro Woche Eier kocht. Hart auf den Fersen des Eierkochers folgt die Ogi-Methode, mit welcher der Altbundesrat vor über 20 Jahren am Fernsehen warb: zwei Fingerbreit Wasser, Deckel auf die Pfanne. Wenn das Wasser ordentlich sprudelt, Herd ausschalten und Restwärme nutzen. Auf dem Induktionsherd muss die Ogi-Methode mangels Restwärme angepasst werden muss: Der Herd muss auf der niedrigsten Stufe eingeschaltet bleiben. Wer sich keinen Eierkocher anschaffen will, fährt mit dieser Methode am besten.
    Die ineffizienteste, aber vermutlich am häufigsten angewendete Methode ist jene, bei der die Eier mit Wasser bedeckt sind und ohne Pfannendeckel gekocht werden: Der Energieverbrauch ist hier um das Dreieinhalb- bis Vierfache höher als beim Eierkocher, unabhängig von Glaskeramik, Induktion oder Gussplatte. Mit der effizientesten Eierkoch-Methoden kann der Stromverbrauch um etwa 75 Prozent gesenkt werden.
  • Teigwarenwasser mit oder ohne Wasserkocher vorwärmen?

    baf Lohnt es sich energetisch, das Spaghettiwasser separat mit dem Wasserkocher aufzuwärmen? Oder ist es sinnvoller, es direkt im Spaghettitopf zum Sieden zu bringen? Darüber gehen die Meinungen auseinander, weshalb das Testzentrum der Frage auf den Grund ging. Das Resultat: Es macht kaum einen messbaren Unterschied, ob man zum Aufkochen des Wassers den Wasserkocher zur Hilfe nimmt. Die Erklärung dafür dürfte sein, dass neben dem Wasser auch die Pfanne und das Kochfeld erhitzt werden müssen. Obwohl der Wasserkocher das Wasser an und für sich sparsam zum Sieden bringt, geht der Positiveffekt beim Erwärmen von Pfanne und Kochfeld wieder verloren. Auch der Zeitgewinn spielt keine grosse Rolle: Mit dem Wasserkocher werden die Spaghetti lediglich zwei Minuten schneller gar als ohne.

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