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Living Planet Report 2014

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Zinn-Mine in Brasilien.
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Die neusten Erkenntnisse aus dem Living Planet Report (LPR) sind nichts für Dünnhäutige. Die erfassten Tierpopulationen sind nur noch halb so gross wie vor vierzig Jahren. Während die Zahl der Populationen rückläufig ist, steigt der Footprint weiter an – auch in der Schweiz. Wir verbrauchen inzwischen die Ressourcen von drei Planeten.
Bei über 10‘000 beobachteten Tierpopulationen ging der Bestand seit 1970 um 52 Prozent zurück. Anders ausgedrückt: In weniger als zwei Menschengenerationen haben sich die Populationen der beobachteten Wirbeltiere halbiert. Besonders dramatisch ist die Situation in Lateinamerika. Hier wurde zwischen 1970 und 2010 ein Verlust von 83 Prozent gemessen. Auch in der Schweiz stehen zur Zeit mindestens 40 Prozent der bekannten Tierarten auf der Roten Liste. Traurige Spitzenreiter sind hierzulande Amphibien und Reptilien.

Die Verluste stellen ein deutliches Warnzeichen dar. Diese Lebewesen erhalten die Struktur der Ökosysteme aufrecht – und ermöglichen somit das Leben auf der Erde. Ignorieren wir den Rückgang der Tierpopulationen, machen wir das auf eigenes Risiko.

Betroffene Tierarten

 

Ressourcenverbrauch steigt weiter an

Der Artenschutz scheint angesichts der Armut in vielen Teilen der Erde ein Luxusproblem zu sein. Doch Artenschutz sichert natürliche Ressourcen und diese sind unabdingbar für Entwicklung. «Wenn wir die Armut bekämpfen wollen, dürfen wir die natürlichen Lebensgrundlagen nicht zerstören», sagt Damian Oettli, Leiter Konsum & Wirtschaft des WWF Schweiz. Genau das passiert aber, speziell in den reichen Ländern. Wir bedienen uns an den Gaben der Natur, als hätten wir mehr als eine Erde zur Verfügung. Da wir mehr von unseren Ökosystemen abverlangen, als die Erde durch natürliche Prozesse regenerieren kann, gefährden wir unsere eigene Zukunft.

Wenn beispielsweise alle so leben würden wie wir hier in der Schweiz, wären die Ressourcen von 3 Planeten nötig. Im letzten LPR kam die Schweiz noch auf einen Footprint von 2,8 Planeten. Im internationalen Vergleich rückt sie jetzt um drei Positionen auf Platz 18 vor - und gehört somit zu den zwanzig grössten Pro-Kopf-Verbrauchern der Welt (siehe Liste). Weltweit verbrauchen benötigen wir im Schnitt 1,5 Planeten.

Die Befunde des Living Planet Report sind so bedrückend, dass es schwierig erscheint, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Doch es liegt nun an uns, an denen die die Probleme verursacht haben, Lösungen zu finden. Wir müssen dafür sorgen, dass kommende Generationen die Chance haben eine Zukunft zu gestalten, in der Mensch und Natur in Einklang miteinander leben.
 

Das können Sie tun

  • Mit unserem Footprint-Rechner können Sie herausfinden, wie viele Planeten Ihr Lebensstil verbraucht und bekommen Anregungen, diesen nachhaltig zu gestalten.

    Zum Footprint-Rechner

     

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Living Planet Report 2014
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Hauptbedrohungen für die erfassten Populationen.
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Warum wir uns kümmern müssen.
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Kluge Lösungen.
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SO ENTSTEHT DER LIVING PLANET REPORT

Freiwilligeneinsatz im Ausland / ©: NASA
Freiwilligeneinsatz im Ausland
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Alle zwei Jahre publiziert der WWF zusammen mit dem Global Footprint Network und der Zoological Society of London den Living Planet Report zum Zustand der Erde. Er gibt auf wissenschaftlicher Basis Auskunft über die weltweite Entwicklung des Footprints und des Living Planet Index zum Zustand der Natur. Um an aussagekräftige Daten zu gelangen, misst der Living Planet Report einerseits den Zustand der Ökosysteme unserer Erde durch Beobachtung der Bestände von 9000 Populationen und knapp 2700 Säugetieren, Vögeln, Reptilien, Amphibien und Fischen. Der «Ökologische Fussabdruck» (oder Footprint) auf der anderen Seite gibt den Umfang der Beanspruchung der Ökosysteme durch den Menschen an.

Der Footprint

Der ökologische Fussabdruck hat sich global seit 1966 verdoppelt und wächst weiter. Er beträgt heute 18 Milliarden globale Hektar (Gha) oder 2,7 Gha pro Person. Die Kapazität des Planeten beträgt aber gerade mal 12 Milliarden Gha oder 1,8 Gha/Person. Damit verbraucht die Menschheit 1,5-mal so viel natürliche Ressourcen wie sich jährlich erneuern. Das ist vor allem den hohen CO2-Emissionen geschuldet. Der Kohlenstoff Fussabdruck hat als Einzelkomponente einen Anteil von 55%. Dabei gilt: Je stärker entwickelt ein Land ist, desto höher ist sein Kohlenstoff-Fussabdruck.

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