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Am 27. November tagt in Strassburg (F) der Ständige Ausschuss der „Berner Konvention“, einem verbindlichen Vertragswerk des Europarats für die wild lebende Flora und Fauna und ihre Lebensräume, dem auch die Schweiz beigetreten ist. Falls der Ausschuss dem Schweizer Ansinnen folgt, würden damit die Bedingungen für den Wolfabschuss in ganz Europa gelockert.
Joanna Schönenberger, Expertin für Grossraubtiere beim WWF Schweiz, kritisiert die Bestrebungen: „Eine gesamtalpine Wolfspopulation besteht erst in Ansätzen. Deshalb ist es noch viel zu früh, um den Schutz zu verringern.“ Ein Wolf, der wiederholt Schäden an Nutztieren anrichte, könne gemäss Artikel 9 der „Berner Konvention“ auch heute schon geschossen werden. „Es besteht also keine Veranlassung, den Schutzstatus herabzusetzen“, so Schönenberger.
Doch nicht nur beim Artenschutz will der Bund Abstriche machen, auch beim Schutz wichtiger Lebensräume plant er einen Rückzug. Laut Evelyne Marendaz, Chefin der Abteilung Artenmanagement beim Bundesamt für Umwelt, wird es keine „Smaragd“-Schutzgebiete des Bundes geben. Die Verantwortung dafür soll auf die Kantone übertragen werden. „Smaragd“ ist ein Netz wichtiger Lebensräume in Europa, das ebenfalls auf der „Berner Konvention“ basiert und vom WWF entscheidend gefördert wurde.
„De facto ist das der Tod des Smaragd-Netzwerks in der Schweiz“, bedauert Kurt Eichenberger, Projektleiter Biodiversität beim WWF Schweiz. „Wenn sich der Bund nicht für Smaragd stark macht, verkommt das 1998 eingeführte Instrument zur Alibiübung.“ Denn die Kantone hätten mangels Nutzen kaum Interesse, sich für europäische Schutzgebiete einzusetzen.
Kontakt:
Kurt Eichenberger, Projektleiter Biodiversität, Telefon: 044 297 22 53, Mobile: 078 667 34 46, kurt.eichenberger@wwf.ch
Joanna Schönenberger, Expertin für Grossraubtiere, Telefon: 091 820 60 04, Mobile: 079 377 49 76, joanna.schoenenberger@wwf.ch
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