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Medienmitteilung - Detail
Zürich, 15. April 2009
WWF-Rating: Schlechte Noten für den Detailhandel
Mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 21 Kilogramm Haushalt- und Hygienepapier steht die Schweiz europaweit an der Spitze. Umso wichtiger wäre ein gutes Angebot an Recycling-Produkten, denn für Toilettenpapier, Taschentücher oder Babywindeln werden weltweit Wälder abgeholzt. Doch bei den Detailhändlern ist diese Erkenntnis noch nicht angekommen, wie ein WWF-Rating zeigt: Neun von zwölf Ladenketten erhalten die Note „ungenügend“.
Sperrfrist bis 15.4.2009 um 00:01 Uhr

21 Kilo Haushalt- und Hygienepapier verbrauchten Herr und Frau Schweizer 2007, das ist ein Viertel mehr als noch vor zehn Jahren. Mit dieser Menge liegt die Schweiz mit Abstand an der Spitze Europas - nur die Nordamerikaner verbrauchen mit 24 Kilo pro Kopf noch mehr Haushalt- und Hygienepapier.

Der hohe Papierverbrauch war für den WWF der Grund dafür, in Zusammenarbeit mit der unabhängigen Rating-Agentur INrate das gesamtschweizerische Angebot von 12 Schweizer Detailhändlern zu untersuchen. Folgende Produkte-Kategorien sind Bestandteil des Ratings: Toilettenpapier, Haushaltspapier, Taschen- und Kosmetiktücher sowie Babywindeln. „Die Papierindustrie spielt eine Schlüsselrolle, wenn es um die Zukunft der Wälder geht. Weltweit geht fast die Hälfte des kommerziell eingeschlagenen Holzes in die Zellstoff- und Papierproduktion“, erklärt WWF-Expertin Simone Stammbach.

Das Fazit des WWF-Rating: Migros und Coop schnitten in der Studie am besten ab, gefolgt vom Schweizer Marktneuling Lidl. Migros bietet das grösste Angebot aus Recycling- und FSC-zertifizierten Fasern an. Coop folgt auf dem zweiten Platz. Lidl erreicht den dritten Platz, der Discounter bietet beim Toiletten- und Haushaltpapier ausschliesslich Recycling- oder FSC-Fasern an. Die neun weiteren Firmen erhielten schlechtere Noten. (siehe Grafik).

Immerhin bieten alle Unternehmen zumindest eine ökologische Alternative zu Toilettenpapier aus frischem und nicht zertifiziertem Zellstoff an. Bei den Haushaltpapieren haben die Hälfte der Detailhändler ökologische Produkte im Sortiment, während Taschen- und Kosmetiktücher aus Recycling- oder FSC-Fasen praktisch fehlen. Völlig ungenügend ist die Situation bei den Babywindeln: Weder Recycling- noch FSC-zertifizierte Windeln sind auf dem Schweizer Markt zu finden.

WWF Tipps:
1. Kaufen Sie Recycling-Produkte.
2. Verwenden Sie Haushalt- und Hygienepapier sparsam.
3. Falls es doch einmal Papier aus Frischfasern sein muss, wählen Sie Produkte mit dem FSC-Zertifikat. FSC steht für umwelt- und sozialverträgliche Waldbewirtschaftung.

Kontakt:
Simone Stammbach, Projektleiterin Konsum & Wirtschaft, WWF Schweiz, 044 297 21 65, Mobil: 079 407 35 67, simone.stammbach@wwf.ch
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Nur etwa 10 Prozent der WC- und Haushaltpapiere sowie Papiertaschentücher in der Schweiz sind aus Altpapier 21 Kilo Haushalt- und Hygienepapier verbrauchten Herr und Frau Schweizer 2007.
© WWF Schweiz/Kurt Prinz



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