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Zürich, 25. Oktober 2007
WWF verzichtet auf Rekurs gegen Abschussbewilligung für Wölfin
Der WWF verurteilt die Abschussbewilligung für die Wölfin im Walliser Chablais, verzichtet aber auf einen Rekurs. Der WWF erwartet vom Bund, dass dieser wirksame Schutzmassnahmen einrichtet und das Wolfkonzept endlich in Kraft setzt. Ein Lichtblick sind die vom Kanton Wallis für nächstes Jahr in Aussicht gestellten flächendeckenden Herdenschutzmassnahmen.

Viele der in diesem Jahr vom Wolf verursachten Schäden sind einem mangelhaften Herdenschutz zuzuschreiben. Dabei wäre mehr möglich gewesen. Denn nach den Wolfsangriffen vom letzten Jahr haben die betroffenen Schafzüchter in einem anderen Teil des Val d’Illiez Schutzmassnahmen eingerichtet – mit Erfolg. Der WWF hofft deshalb, dass auch in den 2007 betroffenen und umliegenden Gebieten Herdenschutz bis im nächsten Jahr zum Alltag gehört und keine Schafrisse mehr zu beklagen sind.

Für Kurt Eichenberger vom WWF Schweiz ist klar: „Das Bundesamt für Umwelt (Bafu) muss dafür sorgen, dass in Zukunft Klarheit bezüglich den zu treffenden Herdenschutzmassnahmen besteht. Auf den in diesem Jahr betroffenen Alpen wurde zu wenig getan, um Wolfsübergriffe zu verhindern.“ Der WWF fordert deshalb vom Bund, das revidierte Konzept Wolf so rasch als möglich in Kraft zu setzen und dabei die für die Praxis so wichtigen Präventionszonen auszuscheiden und den Herdenschutz zu definieren. Noch besteht bei den Schadenfällen zuwenig Transparenz. Kurt Eichenberger: „Die Kantone müssen verpflichtet werden, jeden Schadensfall und die getroffenen Herdenschutzmassnahmen zu dokumentieren.“

Im Hinblick auf die zu erwartende weitere Einwanderung von Wölfen und der Bildung von Wolfsfamilien, fordert der WWF prioritäre Präventionszonen in der Schweiz, in denen Herdenschutzmassnahmen von jedem Halter verlangt werden. Verluste in nicht geschützten Herden werden dort weder vergütet noch für die Abschussstatisik gezählt. „Wir sind überzeugt, dass auch in der Schweiz ein Nebeneinander von Menschen und Grossraubtieren möglich ist, und wir wollen einen langfristigen Schutz von Wölfen gewährleisten“, hält Kurt Eichenberger fest.

Als Zeichen des Dialogs hat der WWF die Walliser Kantonsregierung kontaktiert, um auf kantonaler Ebene Lösungen zu finden. Ein erster Lichtblick sind auch die vom Kanton Wallis für nächstes Jahr in Aussicht gestellten flächendeckenden Herdenschutzmassnahmen. „Das Dringendste ist aber, dass das Bafu nun sofort seine Verantwortung wahrnimmt. Sollte das nicht der Fall sein, werden wir nächstes Jahr wieder alle Mittel einsetzen, um weitere Wolfabschüsse zu verhindern“, warnt Eichenberger.

Kontakt:
Kurt Eichenberger, Leiter Biodiversität Schweiz, Tel. 044 297 22 53; M 078 667 34 46
Richard Lehner, Kommunikationsbeauftragter WWF Schweiz:
Tel. 044 297 22 24; M 079 239 14 34 

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Herdenschutzhunde in der Schweiz. Herdenschutzhunde in der Schweiz.
© Peter Lüthi


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