Gepard mit Sanddüne, Namibia / ©: Martin Harvey / WWF-Canon

Namibia

Im südlichen Afrika gelegen, mit 825 km2 Atlantikufer, Wäldern, Savannen, üppigen Auenland-
schaften und malerischen Wüstengebieten, nahm Namibia als erstes afrikanisches Land den Schutz der Umwelt in seine Verfassung auf und gab der lokalen Bevölkerung die Möglichkeit, die natürlichen Ressourcen selbst zu verwalten.
Zusammen mit gemeinnützigen Organisationen, Naturschutz-
bewegungen, der Bevölkerung und dem namibischen Staat konnten Löwen, Zebras, Geparden, Nashörner und viele weitere Tierarten im weltweit artenreichsten Trockengebiet erhalten werden. Dank Ökotourismus profitiert die lokale Bevölkerung zudem direkt von der grossen Tiervielfalt. Das sehr dünn besiedelte Land mit einer Bevölkerung von etwas über 2 Millionen Einwohnern wurde 1990 nach einer über 100-jährigen Fremdbestimmung unabhängig.

Nicht nur an Land, wo sich Elefanten, Antilopen oder Springböcke an den einzigartigen Lebensraum angepasst haben, sondern auch in den planktonreichen Küstengewässern findet sich eine aussergewöhnliche Vielfalt des Lebens.

Das können Sie tun

  • Keine nachhaltige Entwicklung
    Die Entwicklung Namibias ist eng an die natürlichen Ressourcen des Landes gekoppelt: Land, Wasser, Mineralien und die wild lebenden Tiere. Landwirtschaft, Bergbau und Tourismus bilden das Rückgrat der Wirtschaft. Diese Erwerbszweige konkurrieren aber auch direkt mit dem Recht der Bevölkerung auf die Nutzung von Wasser und Land. In dieser meist trockenen Landschaft ist Wasser von entscheidender Bedeutung und die nachhaltige Wassernutzung ist eine grosse Herausforderung. Die Naturschutzinitiativen der Bevölkerung mit den selbst verwalteten Gemeindeschutzgebieten haben gezeigt, dass in bestimmten Regionen das Land von seiner einmaligen Natur wirtschaftlich profitiert und eine nachhaltige Entwicklung möglich ist, aber dies ist nicht auf alle Regionen übertragbar.

    Mensch-Tier-Konflikte
    Wo sich Landwirtschaftsbetriebe das Land mit Wildtieren teilen, sind Konflikte zwischen Mensch und den wild lebenden Tieren vorprogrammiert. Dank den Schutzbemühungen sind die Populationen besonders grosser Tierarten wie Elefanten oder Geparden zwar gewachsen, jedoch kommt es nun auch häufiger zu Mensch-Tier-Konflikten. Wenn zum Beispiel eine Elefantenherde über einen Acker herfällt, erleiden die Bauern grosse Verluste. Dasselbe, wenn Raubtiere wie Löwen oder Leoparden Nutzvieh reissen.

    Klimaerwärmung
    Steigende Temperaturen und unregelmässige Niederschläge wirken sich direkt auf die natürlichen Ressourcen aus. Dürren, Brände oder auch Überschwemmungen können zunehmen. Solche Veränderungen erschweren die landwirtschaftliche Produktion und verringern die Produktivität.
  • Verbesserung der Lebensgrundlage
    Die selbst verwalteten Gemeindeschutzgebiete sind ein sehr erfolgreiches Modell, um die Bedürfnisse der Bevölkerung und der wild lebenden Tiere in Einklang zu bringen und zugleich eine nachhaltige Ressourcennutzung zu fördern. Noch heute fördert der WWF dieses Modell und arbeitet dabei eng mit der Lokalbevölkerung zusammen. Dies hilft, dass die Natur als etwas „Wertvolles“ betrachtet wird, denn es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen intakten Wildtierbeständen und dem Wohlstand der Bevölkerung. Ein erfreuliches Resultat ist, dass die Wilderei massiv abgenommen hat und viele Wildtierpopulationen sogar gewachsen sind. Aufbauend auf das erfolgreiche Naturschutzprogramm mit der Lokalbevölkerung arbeitet der WWF auch mit der Regierung und anderen Institutionen zusammen, um Naturschutz auf nationaler Ebene grossflächig anzugehen.

    Grenzüberschreitender Naturschutz
    Zwischen den Flüssen Kavango und Sambesi entstehen mit WWF-Hilfe 444‘000 km2 Megaschutzpark – eine Fläche mehr als zehn mal so gross wie die Schweiz. Aus den englischen Anfangsbuchstaben der Flüsse fliesst der Name des Gebietes zusammen: KaZa. Fünf Staaten im Süden Afrikas – Angola, Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe - haben 2011 vereinbart, den Bewohnern dort ihr Land zur verantwortungsvollen und nachhaltigen Nutzung anzuvertrauen analog zum Modell mit den selbstverwalteten Gemeindeschutzgebieten in Namibia. Im neuen Verbund werden 36 Nationalparks, Reservate und Schutzgebiete, die heute wie Inseln über die Staaten verteilt sind, über ökologische Korridore verbunden und zu einem sicheren Netz für die Natur geknüpft. Der Grundgedanke hinter dem Modell der selbstverwalteten Gemeindeschutzgebiete ist, dass man nur schützt, wovon man profitiert. So verdienen die Anwohner zum Beispiel durch Einnahmen aus dem Ökotourismus oder durch Arbeiten als Wildhüter. Als Faustregel gilt: Sieben Touristen sichern einen Arbeitsplatz, mit dem wiederum bis zu 15 Personen ernährt werden können. Die Gemeinde bestimmt selbst, was mit dem erwirtschafteten Einkommen aus ihrer Natur geschieht. Der WWF unterstützt KaZa finanziell und mit seiner langjährigen praktischen Erfahrungen in der Umsetzung der Gemeindeschutzgebiete, der Schlüsselinitiative für KaZa. Erste Beispiele sind das 380‘000 Hektar grosse Simalaha-Gemeindeschutzgebiet in Sambia und das . Kabulabula Gemeindeschutzgebiet in Botswana.

    Artenschutz
    In Zusammenarbeit mit der namibischen Regierung und weiteren Partnern überwacht, erforscht und schützt der WWF die verschiedenen Wildtierarten des Landes. So hat er zum Beispiel geholfen, ein Nashorn-Überwachungs-System einzuführen. Auch eine Nashorn-Hotline wurde dank der Hilfe des WWFs eingeführt, die dem Schutz vor Wilderei dienen soll. Dank der SMS-Hotline können Einzelpersonen die Behörden beim Verdacht auf Wilderei anonym und sicher informieren.

    Verbindung von Lebensräumen und Vermeidung von Mensch-Tier-Konflikten
    Dank Satellitenhalsbändern können die Bewegungen verschiedener Tierarten analysiert und besser verstanden werden. Dies hilft, die verschiedenen Lebensräume innerhalb des riesigen, länderübergreifenden Schutzgebiets KAZA (Kavango Zambezi Transfrontier Conservation Area) mit so genannten Tierkorridoren besser zu Verbinden und diese Korridore auch schützen zu können. Ausserdem können Mensch-Tier-Konflikte auch besser vermieden werden, wenn man die Wanderrouten und die Lebensweisen der Wildtiere kennt. So können zum Beispiel gezielt Zäune in Elefantenwanderrouten durch Ackerflächen aufgestellt oder die Elefanten durch Chili-Bomben vertrieben werden. Der WWF engagiert sich ausserdem stark in der Sensibilisierung der lokalen Bevölkerung für ein besseres Verständnis der Tierwelt als wichtige natürlich Ressource. Der WWF schafft auch Anreize für die Menschen, die eine konfliktfreie Koexistenz von Mensch und Tier begünstigen. Beispiele dafür sind die Generierung von Einkünften durch Ökotourismus. Dabei hilft der WWF u.a. auch bei der Suche nach Investoren und hilft in der Ausbildung der Ökotourismus-Anbieter.

    Anpassungsmassnahmen an den Klimawandel
    Zusammen mit Partnern hilft der WWF den Bauern, sich zum Beispiel durch resistentere, einheimische Pflanzen für die veränderten Klimabedingungen zu wappnen. Ausserdem hilft er der Lokalbevölkerung, Wasserquellen für die Wildtiere ausserhalb des bewohnten Gebietes zu schaffen und unterstütz die Leute in der Vernetzung von Lebensräumen, damit sich die Tiere als Reaktion auf den Klimawandel auch in Zukunft frei bewegen können.


Karte des Kavango-Zambezi-Schutzgebiets
KaZa-Karte / ©: www.kavangozambezi.org
Karte der Kavango-Zambezi Transfrontier Conservation Area
© www.kavangozambezi.org

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