/ ©: Howard Cheek / WWF-Greater Mekong

Das Tiger-Landscape-Projekt

Kambodschas Schutzgebiete könnten zur Rettung des Indochinesischen Tigers beitragen - doch dafür müssen illegale Abholzung gestoppt, Wilderer bekämpft und Perspektiven für die Bevölkerung geschaffen werden.
Die Erfolge des WWF stimmen positiv.
Auf knapp einem Drittel der Fläche der Schweiz erstreckt sich im Nordosten von Kambodscha ein weitgehend intakter Trockenwald. Innerhalb dieses Gebiets liegt Mondulkiri, mit nur vier Einwohnern pro Quadratkilometern die am dünnsten besiedelte Provinz. Rund 70 Prozent der Fläche stehen zudem bereits unter einer Form von Schutz (Wildnisgebiet, Waldschutzgebiet, Biodiversität-Schutzgebiet). Die Region wäre somit der ideale Raum für eine gesunde Tigerpopulation und deren Beutetiere.

Doch unter dem Bürgerkrieg in den 1970er Jahren haben nicht nur die Kambodschaner gelitten: Wilderer haben den Tiger und viele andere Tiere beinahe ausgerottet. Zusätzlich bedroht die illegale Abholzung den Lebensraum vieler Tierarten im Osten Kambodschas.
 

Schutz und nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes

Das WWF-Projekt hat zum Ziel, den Schutz dieser weitgehend intakten Landschaft zu verstärken. Mit verbessertem Schutzgebietsmanagement und zusätzlicher Ausbildung sowie weiteren, ausreichned ausgerüsteten Rangern soll die Wilderei und die illegale Abholzung reduziert werden. Verbindliche Landnutzungspläne werden erstellt und helfen, den Siedlungsdruck zu verringern.

Die lokale Bevölkerung im Projektgebiet nutzt seit je her verschiedene Produkte aus dem Wald, beispielsweise Honig von wilden Bienen, für den Eigengebrauch und zum Verkauf. Der WWF hat die lokale Bevölkerung bei der Gründung eines Unternehmens unterstützt, welche nachhaltig genutzte Waldressourcen auf den Markt bringt. Dadurch schaffen wir nicht nur Einkommen für die Bevölkerung sondern dank einer Preisprämie auch einen Fonds aus welchem Dorfpatrouillen für die Dorfwälder mitfinanziert werden können. Die Eastern Plains haben zudem grosses Potential für den Aufbau eines nachhaltigen Tourismus. Im Gegensatz zu den tropischen Dschungeln, wo Tiere meist nur gehört werden, kann das Wild in den trockenen Säulenwäldern sehr gut beobachtet werden. Allerdings müssen die Tierpopulationen noch wachsen, damit auch die Chancen steigen, die attraktiven Grosssäuger wirklich zu sehen.

Der WWF will das Gebiet vor Wilderei und illegaler Abholzung schützen – in enger Zusammenarbeit mit den lokalen Behörden. 2018 soll das Gebiet und die 25‘000 dort lebenden Menschen zur Wiederansiedlung von Tigern bereit sein. Und das Beste daran: «Vom Projekt profitiert nicht nur der Tiger, sondern die gesamte Artenvielfalt in der Region», erklärt Sybille Borner. «Denn der Schutz des Tigerlebensraums nützt auch zahlreichen anderen bedrohten Tierarten wie dem Schwarzschenkligen Kleideraffen oder dem Asiatischen Elefanten.»

Werden Sie jetzt aktiv

  • Mit einer Tiger-Adoption helfen Sie dem WWF Schutzgebiete zu erhalten, Wilderei zu bekämpfen, sowie die lokale Bevölkerung für Rangerarbeiten auszubilden und zu entlöhnen.

    Tiger adoptieren

Erfolge

  • Der WWF arbeitet seit 2005 mit den Regierungsstellen in den Eastern Plains. Schwerpunkt war die Weiterbildung der Park Ranger. Ein Erfahrungsaustausch mit Südafrika hat zu professionelleren Patrouillen und zur Einführung eines einfachen Monitorings geführt. So konnten erstmals seit dem Bürgerkrieg die Populationsgrössen verschiedener Tiere geschätzt werden.
  • Mit der lokalen Bevölkerung wurden Projekte zur nachhaltigen Waldnutzung (Non-Timber Forest Products) gestartet. Dorfgemeinschaften produzieren Wildhonig und erzielen daraus zusätzliches Einkommen. Mit Hilfe des WWF bauten Basisorganisationen eine erste einfache Lodge. Das Dei Ei Community Gästehaus wurde im November 2009 eröffnet. 

Die Estern Plains liegen im Norden Kambodschas.

Langfristiges Ziel:

  • Erhalt der Naturwälder der Eastern Plains mit ihrer reichen Biodiversität und Verdoppelung der Tiger- und Beutetierbestände bis 2020.
 

Projektziele

Sicherung der Kerngebiete zweier Naturschutzgebiete als unberührte Lebensräume für Tiger, dessen Beutetiere sowie für andere gefährdete und vom Aussterben bedrohte Arten.
  • Reduktion der Wilderei.
  • Reduktion der illegalen Waldnutzung in Schutzgebieten und in Gemeinschaftswäldern.
  • Monitoring der Bestandesentwicklungen von Zielarten.
  • Fachkompetenz über Schutzgesetze bei Vollzugsbehörden und Richtern erhöhen.
  • Erarbeitung von Zonenplänen für die Naturschutzgebiete
  • Wertschöpfung einer nachhaltigen Nutzung von Waldressourcen aufgezeigen.
  • Holz und weitere Waldressourcen (beispielsweise Harz und Bambus) werden nachhaltiger genutzt.
  • Die Nutzung von Nicht-Holz-Wald-Produkten wie Wildhonig schafft zusätzliches Einkommen.
Infografik Tiger weltweit / ©: WWF
Infografik Tiger weltweit
© WWF

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