Alpine marmot, Hohe Tauern National Park, Austria
Alpine marmot (Marmota marmota) feeding, Hohe ... / ©: © Wild Wonders of Europe/Grzegorz Lesniewski/WWF

Alpenraum

Eine Region der Superlative: Vielfältige Lebensräume, ein einzigartiges Tier- und Pflanzenreich und gewaltige witterungsbedingte Prozesse.
Die Alpen sind die am meisten genutzten Gebirge der Welt. Dennoch beherbergen sie die grösste biologische Vielfalt in Europa. Der WWF hat den Alpenraum als eine vorrangige Ökoregion für den Erhalt der weltweiten Biodiversität identifiziert – sein Schutz ist essentiell. Die Ziele des WWF sind dabei:
  • Schutz der in den Alpen typischen Pflanzen- und Tiergemeinschaften
  • Erhalt der für Tiere und Pflanzen überlebensfähigen Populationen.
  • Schutz zusammenhängender Lebensräume mit genügend grosser Fläche, um sich vorhersehbaren und unvorhersehbaren Einwirkungen anpassen zu können.

Werden Sie jetzt aktiv

  • Mit einer Alpen-Patenschaft helfen Sie dem WWF diese wichtigen Lebensräume zu schützen.

Probleme und Lösungen

  •  / ©: Elma Okic / WWF-Canon Die Erderwärmung zeigt sich bereits im Abschmelzen der Gletscher. Auch die Alpenpflanzen ziehen sich in grössere Höhenlagen zurück. Die globale Erwärmung und der Klimawandel stellen für die Tiere und Pflanzen der Alpen die grösste Herausforderung dar.

  • Alpenlandschaft mit Kuh / ©: Wilmar Huisman/Fotolia.de Die Intensivierung der Bewirtschaftung gut zugänglicher Berghänge und die gleichzeitige Verbuschung verlassener Alpwiesen und -weiden gefährden die Biodiversität. Für den Erhalt der alpinen Natur ist die nachhaltige Landwirtschaft von grosser Bedeutung.

  • Auf 2450 Meter über Meer blickt man auf Arven, Pölsterchen und viel trockenes Gras. In der Ferne ... / ©: © Bruno Pambour / WWF-Canon Der Mensch hat in den Tälern den Grossteil der Wälder abgeholzt. Die verbliebenen Waldgebiete liegen hauptsächlich an Berghängen, wo sie noch immer grosse Flächen bedecken und als wichtige Wanderkorridore für Wildtiere dienen.


  • Revitalisierung Bünz / ©: Mars Staufer Trockenlegung von Feuchtgebieten, veränderte Flussläufe oder riesige Stauseen. In der Vergangenheit hat man ohne Rücksicht auf die Natur die Wasserlandschaft der Schweiz verändert. Nur 10 Prozent aller Flüsse sind heute noch in einem natürlichen oder naturnahen Zustand.

  • Verbautes Tal in Saastal VS, 2001, Schweiz. / ©: Andreas Weissen Siedlungen und Verkehrsinfrastruktur stellen in Tälern unüberwindliche Barrieren für viele Arten dar. Eine effiziente Raumplanung, Restriktionen im Bereich der Neubauten und Öko-Brücken auf den Hauptachsen des Strassennetzes könnten diese Probleme mindern.

  •  / ©: Foto SBB Fast 120 Millionen Personen und 150 Millionen Tonnen Güter überqueren jedes Jahr die Alpen, davon nur ein Viertel mit dem Zug. Dies verursacht viel Lärm und umweltschädliche Emissionen. Die Umlagerung und Verfrachtung der Güter auf die Schiene könnten diese Probleme lösen.
  • Die Jugendlichen wandern entlang eines Grates. Ihre langen Stecken geben ihnen eienn guten Halt. / ©: WWF-Silvan Minnig 120 Millionen Touristen besuchen pro Jahr die Alpen und üben auf deren Ressourcen einen enormen Druck aus. Die Ökobilanz der Tourismusaktivitäten lässt sich durch Anpassung verschiedener Bereiche entscheidend verbessern.


Tiere und Pflanzen

Wissenschaftler schätzen, dass in den Alpen mehr als 30‘000 Tier- und 13‘000 Pflanzenarten heimisch sind: Von winzigen Käfern bis hin zu Grossraubtieren und der kleinsten Baumart der Welt.

Oberhalb der Waldgrenze, im Bereich der alpinen Rasen und Schutthalden, herrschen besondere Lebensbedingungen: Die Vegetationszeit ist kurz und die Luft trocken, die Temperaturunterschiede sind riesig und die Winde kräftig. Es gibt nur wenig Humus und Nährstoffe.

Alpine Pflanzen haben besondere «Techniken» entwickelt, um in der harschen Umwelt zu überleben. Beispielsweise dient der Zwergwuchs als Schutz vor Wind und Schneedruck. Unter dem Boden aber weisen die meisten Alpenpflanzen ein weit verzweigtes Wurzelsystem auf.

Die Menschen haben durch Abholzung und Bodennutzung offene Gebiete geschaffen, wo sich neue Pflanzenarten und -gemeinschaften festgesetzt haben. Solange sie extensiv bewirtschaftet werden sind Trockenweiden und -wiesen Lebensraum für eine Vielfalt an seltenen und gefährdeten Pflanzenarten, unzähligen Schmetterlinge, Heuschrecken, Spinnen und andere kleiner Insekten.

Leistungsausweis

  • Zu Beginn des Projekts «Trockenwiesen am Monte Generoso» konnten knapp zwei Hektare national bedeutsamer Trockenwiesen wieder hergestellt werden. Nun sind es dank der Partnerschaft mit zwei aktiven Gemeinden 15 Hektare geworden: Die Trockenwiesen des gesamten Val Mara werden wieder bewirtschaftet und so langfristig gesichert.
  • ZIEL 2010-2013

    In den drei Schwerpunkt-Regionen des Europäischen Alpenprogramms in der Schweiz (Unterengadin, Sottoceneri und Wallis) werden Partnerschaften mit lokalen Akteuren etabliert, um Massnahmen zur Förderung der Biodiversität erfolgreich umzusetzen.
     

    ZIELE 2011/2012

    Im Sottoceneri sind mindestens zwei Massnahmen umgesetzt, die Arten- und Lebensraumvielfalt erhöhen.

    Für das Engadin steht fest, in welchen Gemeinden der WWF Massnahmen umsetzt. Die wichtigsten Partner in diesen Gemeinden sind in die WWF-Arbeit eingebunden.

    INDIKATOREN

    Anzahl umgesetzte Massnahmen, die die Biodiversität in der Schwerpunktregion fördern.
  • ZIELE 2011/2012

    Sottoceneri   Die Massnahmen zum Schutz der Trockenwiesen am Monte Generoso konnten erfolgreich abgeschlossen werden (insgesamt 15 Hektare Trockenwiesen renaturiert).
         
       
            100%
         
    Engadin   Die Verhandlungen mit möglichen Partner-Gemeinden sind noch im Gange. Es konnte noch kein Abschluss einer Partnerschaft verzeichnet werden. Die Umsetzung erster Massnahmen wird erst 2013 erwartet.
         
       
    0%         

     

 / ©: Yannick Andrea/WWF

Unterengadin

Das Unterengadin ist ein Biodiversitäts-Hotspot. Die Intensivierung und der gleichzeitige Abzug der Berglandwirtschaft bedrohen die artenreiche Trockenwiesen- und Weidelandschaft des Unterengadin. Der WWF engagiert sich für Erhalt und Aufwertung dieser Flächen.
Sottoceneri / ©: Yannick Andrea

Sottoceneri

Verstädterung und Verwälderung der Kulturlandschaft sind Kennzeichen des Sottoceneri. Grenzüberschreitend setzt sich der WWF für die Aufwertung und Vernetzung von Lebensräumen und Arten ein.
Rhone im Pfynwald / ©: WWF Schweiz - Simon Schwarzenbach/Dani Heusser

Wallis

Ob im Rhone-Tal oder in den Seitentälern und entlang der Nebenflüsse, die Walliser Landschaft ist geprägt von der Nutzung der Wasserkraft. Der WWF engagiert sich für Nachhaltigkeit in diesem Bereich.

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