Aufweitung  / ©: Internationale Rheinregulierung IRR/Hydra-Institute, Peter Rey

Wasserprojekte

Der WWF setzt sich für naturnahe Fliessgewässer ein. Er will die weitere Verbauung der Flusslandschaften der Schweiz verhindern und die ökologisch wertvollsten Flüsse und Gewässer in einem guten Zustand erhalten. Dazu arbeitet der WWF im Dialog mit verschiedenen Partnern.

Unser Engagement für Flüsse und Seen

Gewässer sind Lebensadern. In und an Gewässern leben mehr als die Hälfte aller Tier und Pflanzenarten. Doch ist in der Schweiz auch kein anderer Lebensraum so stark beeinträchtigt wie unsere Flüsse und Bäche. Viele sind verbaut, begradigt, aufgestaut, verschmutzt und haben zu wenig oder kein Wasser. 2/3 der Fischarten sind bereits auf der Roten Liste. Die letzten natürlichen Flüsse und Bäche brauchen unseren Schutz und beeinträchtigte Gewässer müssen dringend renaturiert (wiederbelebt) werden. Die Schweiz hat als Wasserschloss Europas hier eine besondere Verantwortung.

Die Behörden hätten gesetzlich die Verantwortung, die Gewässer langfristig aufzuwerten und zu schützen, was leider aber nicht passiert: Wasserkraftwerkssanierungen finden nur schleppend oder gar nicht statt, Renaturierungen werden nicht genug schnell umgesetzt und mit Bundessubventionen sollen hunderte unrentable und ökologisch problematische Kleinwasserkraftwerke gebaut werden. Zudem planen Wasserkraft- und Landwirtschaftslobbyisten, den Gewässerschutz weiter zu schwächen.

Mit seinem Wasserprogramm für die Schweizer und Alpinen Gewässer kämpft der WWF Schweiz deshalb für folgende Ziele:
  • mehr Raum für die Gewässer, was mehr Dynamik und Strukturvielfalt bringt;
  • bessere biologische Vernetzung entlang und um die Gewässer;
  • weniger Übernutzung der Gewässer zur Energieproduktion;
  • weniger Verschmutzung der Gewässer, insbesondere durch Intensivlandwirtschaft und Mikroverunreinigungen.
 

Leistungsausweis

WWF-Wasserprojekte

Riverwatch
Die Bäche und Flüsse der Schweiz sind stark bedroht. Der WWF arbeitet mit freiwilligen Riverwatchern für lebendige und naturnahe Fliessgewässer. Riverwatcher setzten sich lokal für „ihre“ Gewässer ein: Für Natur und Mensch.

Lachs Comeback
Einst war der Lachs auch in Schweizer Fliessgewässern heimisch. In Deutschland ist seine Wiederansiedlung gelungen. Verschiedene Wanderhindernisse (Kraftwerke) verhindern aber die Rückkehr in seine ursprünglichen Laichgebiete in der Schweiz.

Alpenrhein
Einst war der Alpenrhein eine vielfältige Flusslandschaft. Davon ist nicht viel übrig geblieben. Der WWF engagiert sich für die Renaturierung.

Vollzug Renaturierung
Seit 2011 ist das revidierte Gewässer-
schutzgesetz in Kraft. Der WWF setzt sich dafür ein, dass die gesetzten Ziele zu Gunsten der Ökologie umgesetzt werden.

Ökologische Wasserkraft
Kein anderes Land nutzt die Gewässer so stark wie die Schweiz. Leider nicht immer auf eine nachhaltige Weise. Der WWF kämpft für eine Nutzung, die sich sehen lassen kann.
  • Einer der natürlichsten Alpenflüsse Europas, die Warme Sense, bleibt vorerst unverbaut. Der Alpenfluss wird nach Rückzug eines Kleinwasserkraftprojektes durch den Berner Energiekonzern BKW nicht beeinträchtigt. Durch den Einsatz des WWF und anderer Umweltschutzorganisationen bleibt die unterhalb des ursprünglich geplanten Kraftwerks liegende und national bedeutsame Auenlandschaft ein unbeeinträchtigter Lebensraum.

  • ZIEL 2010-2014

    In den als prioritär identifizierten Fliessgewässern und Flusslandschaften finden keine baulichen Eingriffe (Wasserkraftnutzung, Hochwasserschutz) statt, welche deren ökologischen Zustand beeinträchtigen.

    Indikatoren:  
    • Ökologische Beurteilung allfälliger baulicher Eingriffe
    • Identifizierung prioritärer Fliessgewässer
     

    ZIELE 2013/2014

    1. Die Aktivitäten der „NGO Plattform Alpenrhein“ stellen sicher, dass sich der ökologische Zustand des Alpenrheins und seiner Zuflüsse verbessert bzw. der Status Quo gehalten wird.
    2. Vereinbarungen zum Nutzungsverzicht, Schutzplanungen oder Schutzdekrete für ausgewählte prioritäre Fliessgewässer sind mit Partnern geplant.
    Indikatoren:
    1. Anzahl Kraftwerksprojekte; Anzahl Revitalisierungsprojekte 
    2. Anzahl bezeichneter Fliessgewässer.

  • ZIEL 2010-2014

     

    Ökologischer Gewässerzustand

    Der ökologische Zustand von bedeutenden Fliessgewässern in der Schweiz wurde in den vergangenen vier Jahren nicht durch wesentliche bauliche Eingriffe zu ungunsten der natürlichen Gewässer verändert. Dies entspricht dem geplanten langfristigen Ziel des WWF Schweiz, den Status Quo zu halten, bzw. den ökologischen Zustand zu verbessern. Die vorerst nur für WWF-interne Planungszwecke dienende Kartierung von prioritären Flussabschnitten in der Schweiz ist abgeschlossen. Auf Basis dieser Kartierung definiert der WWF die besonders wertvollen Flussabschnitte, deren Schutz auch öffentlichkeitswirksam eingefordert wird.
         

    ZIELE 2013/2014

       

    Plattform "Alpenrhein"

    Die Umweltplattform „Lebendiger Alpenrhein“ ist ein seit 2002 bestehender Zusammenschluss verschiedener Umweltverbände, bei dem der WWF aktiv mitwirkt. Diese setzen sich mit länderübergreifenden, ökologischen Massnahmen für die Wiederherstellung der Funktionsfähigkeit des Alpenrhein ein.
    Die Arbeit der Plattform fokussierte sich im GJ 2013/2014 auf die folgenden zwei Unterprojekte:
      1. Im Hauptgerinne des Alpenrheins sind zwei Kraftwerkprojekte in Planung. Ein Verzicht auf die Nutzung dieses ökologisch wertvollen Vernetzungskorridors durch die Projektanten gibt es nicht. Es wird zukünftig weitere Arbeit nötig sein um das zentrale Ziel, den Schutz des Alpenrheins, voran zu treiben. Das Ziel wurde damit noch nicht erreicht.
      2. Der Planungsprozess für alle fünf anvisierten Revitalisierungen am Alpenrhein konnten für das Geschäftsjahr initiiert werden: Innerhalb des Projekts Rhein-Erholung-Sicherheit (RHESI) sind vier Aufweitungen geplant, wodurch die Abflusskapazität des Rheins erhöht und damit der Hochwasserschutz verbessert wird. In Bad Ragaz-Maienfeld finden weiterführende Massnahmenplanungen statt, welche die Aufweitung des Rheins an einem ökologisch wichtigen Abschnitt ermöglichen.
         
     

    Schutzvereinbarungen

    Bei der Planung neuer Kleinkraftwerke konnte der WWF Schweiz im GJ 2013/2014 erfolgreich intervenieren: so konnten das Obere Maderanertal, der Chamuera Bach und die Warme Sense teils vorläufig, bzw. teils komplett geschützt werden. Dies war ein Projekt weniger als geplant. Diese Erfolge resultieren aus einer erfolgreich abgeschlossenen Vorarbeit der letzten Jahre.
         

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Zitat zum Sonntag: ʺUnkraut nennt man Pflanzen, deren Vorzüge noch nicht erkannt worden sind.ʺ (Emerson)
vor 5 Stunden @WWF_Schweiz

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