Aufweitung  / ©: Internationale Rheinregulierung IRR/Hydra-Institute, Peter Rey

Alpenrhein

Einst war der Alpenrhein eine vielfältige Flusslandschaft. Davon ist nicht viel übrig geblieben. Der Fluss wurde begradigt, kanalisiert und genutzt. So verschwanden ganze Auenlandschaften und damit viele Tiere und Pflanzen. Gemeinsam mit anderen Organisationen setzt sich der WWF für die Revitalisierung des Alpenrheins ein.
Vor der ersten grossen Rheinkorrektur zwischen 1860 und 1890 war der 90 km lange Alpenrhein ein wilder und insel-verzweigter Fluss. Regelmässig trat der grösste Gebirgsbach der Alpennordseite im Rheintal über die Ufer.
Jahrzehntelange Begradigung machten aus ihm einen eintönigen, geradlinigen Kanal. Entlang des Rheins entstanden riesige neue Landwirtschaftsflächen. Die Auenlandschaften verschwanden – und damit unzählige Tier- und Pflanzenarten.

Die starken Wasserstandschwankungen durch den Schwall-Sunk-Betrieb der Kraftwerke führte für viele Fischarten im Alpenrhein zum Aus. Noch gibt es aber wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen – sie müssen erhalten werden, während andere Flussabschnitte dringend revitalisiert werden müssen.

Gemäss einer repräsentativen Umfrage befürworten 68 Prozent der Bevölkerung die naturnahe Revitalisierung des Rheins.

Das können Sie tun

  • Der Alpenrhein und seine Zuflüsse sollen enkeltauglich werden! Das Leben soll wieder im Wasser pulsieren. Der stressgeplagte Mensch soll sich an attraktiven Gewässerlandschaften entspannen können. Auch soll der Hochwasserschutz verbessert und der Grundwasserschatz erhalten bleiben.

    Dazu benötigen der Rhein und seine Zuflüsse mehr Platz und eine natürlichere Wasserführung.

    Dafür setzen wir uns als Umweltverbände gemeinsam ein.

    Zur Zielerreichung bedarf es folgender Massnahmen:
    • Umsetzung der 19 Aufweitungen im Entwicklungskonzept Alpenrhein und damit Sanierung des Geschiebemanagements und Anhebung des Grundwasserspiegels
    •  Anbindung aller heute vom Alpenrhein abgetrennten Zuflüsse
    • Vollständige Durchgängigkeit für schwimmschwache Fische, vom Bodensee bis Tamins
    • Dämpfung der künstlichen Wasserstandsschwankungen, bis alle wesentlichen ökologischen Beeinträchtigungen beseitigt sind.
    • Ausbau der ARAs auf 4. Stufe

  • Ein Generationenprojekt

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    Für die ökologische Aufwertung des Alpenrheins hat sich der WWF mit anderen Umweltverbänden über die Landesgrenzen hinaus zusammen-
    geschlossen. Die Umweltverbände arbeiten bereits seit 2002 in der Plattform «Lebendiger Alpenrhein» zusammen und wurden mit mehreren Anerkennungspreisen ausgezeichnet. Seit 2010 besteht auch eine Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft ProFisch Alpenrhein.

    Als erster, wichtiger Schritt muss der notwenige Gewässerraum gesichert werden. Nur in einem grosszügigen Flussraum kann sich wieder ein vielfältiger Lebensraum entwickeln. Zudem sinkt damit auch das grosse Schadenpotential von Hochwassern.

    Der rund 26 km lange Unterlauf des Alpenrheins soll revitalisiert werden (Projekt RHESI). Auwald soll wieder im Flussbett wachsen, zur Freude von Mensch und Natur. Dazu sind Bettbreiten von mindestens 350 Meter nötig. Das rund 600 Millionen Euro schwere RHESI-Projekt soll ab 2018-2038 umgesetzt werden. Dies ist aber erst der Anfang. Die gesamte Aufwertung des Alpenrheins, wie im Entwicklungskonzept Alpenrhein vorgesehen, muss folgen damit die Vernetzung zwischen Bodensee und Bündner Alpen klappt. Der WWF wird sich dabei weiterhin an vorderster Front für einen breiten, sicheren, natürlichen und attraktiven Alpenrhein einsetzen.
  • Mass nehmen an den Mastrilser Auen

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    Mit den Mastrilser Auen zwischen Untervaz und Landquart ist ein kleiner Teil des einstigen Flusssystems erhalten geblieben. Hier schlängelt sich das Wasser durch ein breites Flussbett und seltene Vogelarten wie der Flussregenpfeifer finden auf den ausgedehnten Kiesbänken noch ein Refugium zum Brüten. Bei Hochwasser werden die Auenwälder noch heute überflutet und so entstehen neue Flussarme.

    Die Mastrilser wie übrigens auch die Rhäzunser Auen im Kanton Graubünden sind ein Vorbild für weitere Flussraum-Aufwertungen entlang des Alpenrheins.

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