Alpenrhein begradigt / ©: Lukas Indermauer / WWF Schweiz

Alpenrhein

Einst war der Alpenrhein eine vielfältige Flusslandschaft. Davon ist nicht viel übrig geblieben. Der Fluss wurde begradigt, kanalisiert und genutzt. So verschwanden ganze Auenlandschaften und damit viele Tiere und Pflanzen. Gemeinsam mit anderen Organisationen setzt sich der WWF für die Revitalisierung des Alpenrheins ein.
Vor der ersten grossen Rheinkorrektur zwischen 1860 und 1890 war der 90 km lange Alpenrhein ein wilder, verzweigter und im Unterlauf mäandrierender Fluss. Regelmässig trat der grosse Fluss im Rheintal über die Ufer.

Jahrzehntelange Begradigung machten aus ihm einen eintönigen, geradlinigen Kanal. Entlang des Rheins entstanden neue Landwirtschaftsflächen. Die Auenlandschaften verschwanden – und damit unzählige Tier- und Pflanzenarten.

Die starken Wasserstandschwankungen durch den Schwall-Sunk-Betrieb der Kraftwerke bedeutet für viele Fischarten im Alpenrhein das Aus. Noch gibt es aber wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen – sie müssen erhalten werden, während andere Flussabschnitte dringend eine Revitalisierung benötigen.

Das können Sie tun

Mass nehmen an den Mastrilser Auen

Die Mastrilser Auen müssen endlich unter nationalen Schutz gestellt werden. / ©: Martin Guggisberg
Mastrilser Auen
© Martin Guggisberg
Mit den Mastrilser Auen zwischen Untervaz und Landquart ist ein kleiner Teil des einstigen Flusssystems erhalten geblieben. Hier schlängelt sich das Wasser durch ein breites Flussbett und seltene Vogelarten wie der Flussregenpfeifer finden auf den ausgedehnten Kiesbänken noch ein Refugium zum Brüten. Bei Hochwasser werden die Auenwälder noch heute überflutet und so entstehen neue Flussarme.

Die Mastrilser wie übrigens auch die Rhäzunser Auen im Kanton Graubünden sind ein Vorbild für weitere Flussraum-Aufwertungen entlang des Alpenrheins.

Ein Generationenprojekt

Alpenrhein: Kiesbänke laden zum Spielen ein  / ©: Anita Mazzetta / WWF Schweiz
Alpenrhein: Kiesbänke laden zum Spielen ein
© Anita Mazzetta / WWF Schweiz
Für die ökologische Aufwertung des Alpenrheins hat sich der WWF mit anderen Umweltverbän-
den über die Landesgrenzen hinaus zusammen-
geschlossen. Die Umweltverbände arbeiten bereits seit 2002 in der Plattform «Lebendiger Alpenrhein» zusammen und wurden mit mehreren Anerkennungspreisen ausgezeichnet. Seit 2010 besteht auch eine Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft ProFisch Alpenrhein.

Als erster, wichtiger Schritt muss der notwenige Gewässerraum gesichert werden. Nur in einem grosszügigen Flussraum kann sich wieder ein vielfältiger Lebensraum entwickeln. Zudem sinkt damit auch das grosse Schadenpotential von Hochwassern.

Einiges wurde bereits erreicht: Kleinere Revitalisierungsprojekte wie zum Beispiel am Rheintaler Binnenkanal wurden realisiert. Die Planungen zur Revitalisierung des Unterlaufs (Illmündung bis Bodensee) laufen. Der Bagger soll dort im Jahr 2017 auffahren. Dies ist aber erst der Anfang. Die gesamte Aufwertung des Alpenrheins, wie im Entwicklungskonzept Alpenrhein vorgesehen, wird sich über Generationen erstrecken. Der WWF wird sich dabei weiterhin an vorderster Front für einen breiten, sicheren, natürlichen und attraktiven Alpenrhein einsetzen.

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