Alpenrhein begradigt / ©: Lukas Indermauer / WWF Schweiz

Alpenrhein

Einst war der Alpenrhein eine vielfältige Flusslandschaft. Davon ist nicht viel übrig geblieben. Der Fluss wurde begradigt, kanalisiert und genutzt. So verschwanden ganze Auenlandschaften und damit viele Tiere und Pflanzen. Gemeinsam mit anderen Organisationen setzt sich der WWF für die Revitalisierung des Alpenrheins ein.
Vor der ersten grossen Rheinkorrektur zwischen 1860 und 1890 war der 90 km lange Alpenrhein ein wilder, verzweigter und im Unterlauf mäandrierender Fluss. Regelmässig trat der grosse Fluss im Rheintal über die Ufer.

Jahrzehntelange Begradigung machten aus ihm einen eintönigen, geradlinigen Kanal. Entlang des Rheins entstanden neue Landwirtschaftsflächen. Die Auenlandschaften verschwanden – und damit unzählige Tier- und Pflanzenarten.

Die starken Wasserstandschwankungen durch den Schwall-Sunk-Betrieb der Kraftwerke bedeutet für viele Fischarten im Alpenrhein das Aus. Noch gibt es aber wertvolle Lebensräume für Tiere und Pflanzen – sie müssen erhalten werden, während andere Flussabschnitte dringend eine Revitalisierung benötigen.

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RheinLeben - eine Wanderausstellung

Wanderausstellung über den Alpenrhein / ©: Agnes Steiniger / Lebendiger Alpenrhein
RheinLeben - eine Wanderausstellung
© Agnes Steiniger / Lebendiger Alpenrhein
Die Wanderausstellung „RheinLeben“ tourt ab Mitte April bis Ende Juni in den Jahren 2012 und 2013 durch die Gemeinden entlang des Alpenrheins. Die Bedeutung von Fliessgewässern für Natur und Mensch wird mit Experimenten sowie in Film und Text facettenreich vermittelt – aber auch die Defizite und Chancen werden thematisiert.

Die Ausstellung zeigt auf, welche Massnahmen nötig sind, damit sich der Alpenrhein zum Chancenfluss für die ganze Talgemeinschaft entwickeln kann und knüpft damit an das Entwicklungskonzept Alpenrhein an.

Mass nehmen an den Mastrilser Auen

Die Mastrilser Auen müssen endlich unter nationalen Schutz gestellt werden. / ©: Martin Guggisberg
Mastrilser Auen
© Martin Guggisberg
Mit den Mastrilser Auen zwischen Untervaz und Landquart ist ein kleiner Teil des einstigen Flusssystems erhalten geblieben. Hier schlängelt sich das Wasser durch ein breites Flussbett und seltene Vogelarten wie der Flussregenpfeifer finden auf den ausgedehnten Kiesbänken noch ein Refugium zum Brüten. Bei Hochwasser werden die Auenwälder noch heute überflutet und so entstehen neue Flussarme.

Die Mastrilser wie übrigens auch die Rhäzunser Auen im Kanton Graubünden sind ein Vorbild für weitere Flussraum-Aufwertungen entlang des Alpenrheins.

Ein Generationenprojekt

Alpenrhein: Kiesbänke laden zum Spielen ein  / ©: Anita Mazzetta / WWF Schweiz
Alpenrhein: Kiesbänke laden zum Spielen ein
© Anita Mazzetta / WWF Schweiz
Für die ökologische Aufwertung des Alpenrheins haben sich der WWF und andere Umweltverbände über die Landesgrenzen hinaus zusammengeschlossen. Die Umweltverbände arbeiten bereits seit 2002 in der Plattform «Lebendiger Alpenrhein» zusammen. Seit kurzem besteht auch eine Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Pro Fisch Alpenrhein.

Als erster, wichtiger Schritt muss der notwenige Gewässerraum gesichert werden. Nur in einem grosszügigen Flussraum kann sich wieder ein vielfältiger Lebensraum entwickeln. Zudem sinkt damit auch das grosse Schadenpotential von Hochwassern.

Einiges wurde bereits erreicht: Kleinere Revitalisierungsprojekte wie zum Beispiel am Rheintaler Binnenkanal wurden bereits realisiert. Für die Strecke von der Illmündung bis zum Bodensee schrieb die die Internationale Rheinregulierung IRR 2010 die Planungsarbeiten für den Ausbau aus. Ab 2017 soll während 20 Jahren am Fluss gebaut werden. Dies ist aber erst der Anfang. Die gesamte Aufwertung des Alpenrheins wird sich über Generationen erstrecken. Der WWF wird sich dabei weiterhin an vorderster Front für die Revitalisierung einsetzen.

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