Harvesting oil palm, Musim Mas palm oil plantation, Sumatra, Indonesia
 / ©: James Morgan  / WWF International

Runde Tische

Das ungebremste Wachstum von Palmöl- und Soja-Anbauflächen schadet der Umwelt und der Bevölkerung: Es zerstört Tropenwälder und damit den Lebensraum zahlreicher Tiere. Böden und Gewässer sind durch Pestizide vergiftet. Lokale Gemeinschaften verlieren ihr Land und Arbeitsbedingungen sind inakzeptabel.
Der «Runde Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO)» und der «Runde Tisch für verantwortungsbewusst produziertes Soja (RTRS)» wurden als Foren gegründet, um diese Umweltschäden zu begrenzen. Es handelt sich dabei um eine freiwillige Initiativen aller an der Produktion von Palmöl oder Soja beteiligten Akteure. Darunter sind Produzenten, Verarbeiter, Händler, Konsum- und Einzelhändler, Banken und Investoren und auch Umwelt- und Entwicklungshilfeorganisationen.

Die Standards der Roundtables entsprechen nicht in allen Punkten den Forderungen des WWF, da es sich um Multi-Stakeholder-Prozesse handelt, in denen der WWF ein Teilnehmer unter vielen ist. Trotzdem sind die Roundtables unterstützenswert. Denn wenn der WWF seine Umweltziele erreichen will, muss er den Markt bewegen.

werden sie jetzt aktiv

  • Nachhaltig geniessen
    Essen Sie mehr Gemüse und Früchte und weniger Fleisch. Dann werden auch weniger Futtermittel importiert, für deren Produktion möglicherweise Tropenwald abgeholzt wurde.
RSPO und RTRS sind ein möglicher Schritt zur Bewahrung der Tropenwälder. Um dieses Ziel zu erreichen sind aber zwingend auch strenge und gut implementierte Gesetze, mit der Bevölkerung entwickelte Landnutzungskonzepte und die Schaffung von Schutzgebieten notwendig.

Dafür setzt sich der WWF auch unabhängig von seiner Arbeit im Rahmen dieser runden Tische ein – und hat Erfolg damit:
Er intervenierte bei der indonesischen Regierung, die auf Borneo entlang der Grenze von Kalimantan eine Mega-Palmölplantage geplant hatte. 1,8 Millionen Hektar Tropenwald sollten gerodet werden. Auf Druck des WWF wurde das Projekt stark verkleinert, 90 Prozent der Fläche konnte gerettet werden.

Auf Drängen des WWF hat die Regierung Paraguays Ende 2004 ein Abholzungsmoratorium erlassen und dieses im November 2008 um weitere fünf Jahre verlängert. Dadurch werden die Entwaldung und Umwandlung in Sojafelder um fast 90 Prozent gesenkt.

Sieht der WWF keine Fortschritte, so scheut er auch nicht zurück Mitgliederfirmen der Runden Tische öffentlich zu kritisieren.
  • Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl (RSPO)

    Wollen die Unternehmen ihre Palmöl-Plantagen nach RSPO-Richtlinien zertifizieren lassen, verpflichten sie sich zur Einhaltung von Prinzipien und Kriterien für eine nachhaltige Produktion. Es handelt sich dabei um Mindeststandards, für die der WWF und andere Umweltorganisationen gekämpft haben. Darunter finden sich folgende Kriterien:
    • Keine Rodung von Primärwäldern und ökologisch wertvollen Lebensräumen für Plantagen,
    • Schutz gefährdeter Tier- und Pflanzenartenarten,
    • Schutz von Wasser, Boden und Luft (das bedeutet unter anderem: kein Abbrennen von Wald),
    • Einhaltung gesetzlicher Regelungen, darunter Landnutzungs- und Eigentumsrechte,
    • Keine Kinderarbeit, Mindestlöhne und Versammlungsfreiheit
    • Einbindung und Förderung von Kleinbauern sowie
    • Kontrolle der Plantagen durch unabhängige und vom RSPO autorisierte Stellen.
  • Runder Tisch für verantwortungsbewusst produzierte Soja (RTRS)

    Um das Zertifikat des RTRS für verantwortungsbewusst produzierte Soja zu erhalten, müssen sich Sojaproduzenten unter anderem an folgende Kriterien halten:
    • Keine Rodung von Primärwaldflächen und artenreicher Lebensräume,
    • Massnahmen zum Schutz von Boden und Gewässern,
    • Anwendung von Methoden der integrierten Produktion mit dem Ziel die Verwendung von potentiell schädlichen Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren,
    • Respektierung von Arbeitnehmerrechten, Mindestlöhne, keine Kinder- und Sklavenarbeit, faire Arbeitsbedingungen,
    • Respektierung von traditionellen Landrechten,
    • Kontrolle der Plantagen und des Warenflusses durch unabhängige Kontrollstellen

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