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Fischkonsum in der Schweiz
Fischgericht
Appetit auf Fisch und Seafood wächst
Fisch und Seafood liegen in der Schweiz im Trend: Kein anderer Lebensmittel-Sektor legte in den vergangenen Jahrzehnten so kräftig zu. Die Menge der in der Schweiz konsumierten Fisch und Seafood-Produkte stieg seit 1988 um 50% auf heute über 71011 Tonnen an. Damit beträgt der Schweizer pro Kopf Konsum 9,1 kg.
Der Schweizer Konsum ist nicht auf nachhaltigem Kurs
Die Schweiz ist in Punkto eines nachhaltigen Angebots an Fisch und Seafood-Produkten in vielerlei Hinsicht nicht auf Kurs, obwohl solche Produkte zunehmend im Handel erhältlich sind. Ein grosser Teil des Angebots in der Schweiz stammt nach wie vor aus kritischen Quellen. Dies führt zu folgenden Resultaten:
Die Schweiz verbraucht viermal mehr Fische und Meeresfrüchte als letztendlich auf den Tellern landen
Für die Menge von 47340 Tonnen Fischen und Meeresfrüchten aus Wildfang die jährlich in der Schweiz konsumiert werden, mussten insgesamt 190000 Tonnen Meerestiere sterben. Solche Mengen an verschwendeter Ressourcen sind zum grossen Teil auf den Beifang zurückzuführen, der bei manchen Fischereien bis zu 90% beträgt. In der tropischen Krevettenfischerei ist der Beifang besonders schlimm. Gerade solche Krustentiere erfreuen sich in der Schweiz allerdings einer wachsenden Beliebtheit.
Nephrops norvegicus, Scotland, United Kingdom.
Schattenseiten auch beim Konsum von Fischen und Krustentieren aus Zucht
Auch der Konsum von Fischen und Krustentieren aus Zuchtbetrieben hat Schattenseiten. Produkte aus Aquakultur haben auf dem Schweizer Markt ebenfalls stark zugelegt und machen heute mit 23700 Tonnen pro Jahr ein Drittel der gesamten Menge an Fisch- und Seafood-Produkten aus. Durch die Fütterung von Fischöl und Fischmehl in der Aquakultur entsteht die groteske Situation, dass in der konventionellen Zucht mehr Fische und Meeresfrüchte verbraucht, als gewonnen werden. So werden in der Schweiz pro Kilogramm Fisch und Krustentiere aus Zucht, fast 6 Kilogramm Fisch aus Wildfang verbraucht.
Handlungsbedarf und Verantwortungsbewusstsein ist gefordert
Die aktuellen Trends im Schweizer Fischkonsum machen deutlich, dass für den Schweizer Markt ein unmittelbarer und dringender Handlungsbedarf besteht. Besonders wenig Beachtung findet das Problem der Überfischung bisher in der Schweizer Gastronomie.
WWF-Einkaufsratgeber Fische und Meeresfrüchte
Um den Konsumenten und Konsumentinnen die Entscheidung beim Fischeinkauf zu erleichtern, hat der WWF die wichtigsten in der Schweiz verkauften Fische und Meerefrüchte auf Nachhaltigkeit überprüft. Auskunft darüber gibt der neue WWF-Einkaufsratgeber für Fische und Meeresfrüchte. Konsumenten und Konsumentinnen rät der WWF: Fische und Meeresfrüchte mit dem MSC- und dem Bio-Label sowie aus einheimischem Wildfang zu bevorzugen und diese als nicht alltägliche Delikatesse zu geniessen.
 
WWF Faktenblatt Beifang - Januar 2010
PDF 2.97 MB
Faktenblatt zum Thema Überfischung Okt09
PDF 301 KB