Blauflossenthun in einer Zucht, Spanien / ©: Brian J. Skerry / National Geographic Stock / WWF

Überfischung der Meere

Rund 87 Prozent der Fischbestände weltweit sind überfischt. Der WWF begrüsst alle Anstrengungen, die hier Linderung bringen können.
Dazu gehört auch die Kennzeichnung von Fisch aus nachhaltiger Fischerei, wie dies mit dem MSC- und anderen Labels geschieht. Das MSC-Label steht nun in der Kritik, nachdem eine Studie kürzlich zum Schluss kam, dass ein substanzieller Anteil von MSC-Fisch aus überfischten Beständen stamme. Der WWF hält MSC trotzdem für das zuverlässigste Label für Meeresfisch aus Wildfang.

Hier die wichtigsten Fakten:


Vorwurf, ein Drittel der mit MSC ausgezeichneten Bestände seien überfischt
Der WWF begrüsst wissenschaftliche Diskussionen, denn konstruktive Kritik ist hilfreich. Das gilt auch für die Studie von Rainer Froese und Alexander Proelss. Allerdings gehen die Autoren leider von einer eigenen Definition des Begriffs „Überfischung“ mit deutlich tieferen Grenzwerten aus. MSC stützt sich auf die international anerkannten Definitionen der Welternährungsorganisation FAO. Christopher Zimmermann, stellvertretender Leiter des Thünen-Instituts für Ostseefischerei und Vorsitzender des Technischen Beirates des MSC, sagt dazu: „Eine global agierende Organisation wie der MSC muss international abgestimmte und anerkannte Definitionen verwenden. Die von Froese und Proelss verwendete Definition von ‚Überfischung‘ und viele der verwendeten Referenzpunkte sind international nicht akzeptiert.“
Die Studie von Froese und Proelss kommt übrigens zum Schluss, dass nach ihrer Definition 31 Prozent und nicht wie teilweise genannt 39 Prozent der MSC-Bestände überfischt seien. Froese selbst sagt, wer Fisch essen wolle, solle sich an Label-Produkte halten (TV-Sendung «Kassensturz» vom 29.5.2012).
MSC ist das zuverlässigste heute verfügbare Label für Meeresfisch aus Wildfang. Natürlich lässt sich das Label weiter verbessern, und dafür setzt sich der WWF auch ein. Ebenso wichtig ist es für den WWF aber, Konsumenten davon zu überzeugen, Fisch nur als Delikatesse zu geniessen und nicht täglich zu konsumieren. Weniger Fisch zu essen ist und bleibt der wirkungsvollste Meeresschutz.

Behauptung, „Friend-of-the-Sea“ sei das bessere Label
Die Studie von Froese weist für Friend-of-the-Sea (FoS) einen tieferen Anteil an überfischten Beständen aus. Aber: Für 53 Prozent aller FoS-Fischereien gibt es gar keine bewertbaren Daten, die tatsächliche Situation liegt also im Dunkeln. Der überprüfbare Anteil FoS-Fischereien im grünen Bereich beträgt damit bloss 28 Prozent. Das erstaunt insofern nicht, als FoS gerade bei den Ansprüchen an Datenerhebung und Kontrolle deutlich schlechter abschneidet als MSC (siehe Label-Ratgeber der Stiftung für Konsumentenschutz, des Schweizer Tierschutzes und des WWF Schweiz). So wird die Zertifizierung für die Fischereien zwar günstiger, aber das geht auf Kosten der Zuverlässigkeit.

Vorwurf, dem WWF gehe es nur um «sein» Label MSC
MSC ist eine unabhängige Organisation, an der zahlreiche Organisationen, die Wissenschaft und auch Unternehmen mitwirken. MSC ermöglicht mit klar definierten offenen Prozessen, dass sich alle Interessierten einbringen können – Mitglieder wie Aussenstehende.
Kassensturz vom 29.05.2012

Kassensturz-Beitrag zu MSC (vom 29.05.2012)
Kassensturz vom 29.05.2012

Kassensturz-Interview mit Mariann Breu vom WWF (vom 29.05.2012)

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