Junge auf Kanu

Das WWF-Rahmenwerk für ökologische und soziale Schutzvorkehrungen

Safeguards, also Schutzvorkehrungen, sind zentral in der Arbeit des WWF. Aufbauend auf den WWF Social Policies leiten sie uns an, wie wir die lokale Bevölkerung in die Planung und Umsetzung von Naturschutzprojekten miteinbeziehen. Dies mit dem Ziel, ihre Rechte und Lebensgrundlagen zu bewahren sowie ihre Lebenssituation zu verbessern. 

Safeguards sind darauf ausgerichtet, dass Menschenrechte nicht verletzt werden. Safeguards müssen zudem dazu beitragen, dass Naturschutzprojekte bessere Lebensbedingungen für lokale Gemeinschaften und auch bessere Rahmenbedingungen für die Natur bieten. Der WWF verwendet Safeguards, um negative soziale und ökologische Auswirkungen innerhalb seiner Arbeit zu identifizieren, zu verhindern oder zu mildern. Wir stellen sicher, dass Safeguards bei der Konzeption, Umsetzung und Überwachung aller unserer Aktivitäten einfliessen. 

Das verbesserte WWF-Rahmenwerk für ökologische und soziale Safeguards (Environmental and social safeguards framework) etabliert ein Bündel an Standards, Richtlinien, Planungs- und Umsetzungsmechanismen sowie Compliance-Systemen, die regeln, wie Aktivitäten vor Ort durchgeführt werden. Dieses Rahmenwerk wurde vom gesamten WWF-Netzwerk angenommen, um eine einheitliche und umfassende Anwendung der Safeguards zu gewährleisten. 

Kernelemente des Rahmenwerks für ökologische und soziale Safeguards sind:

  • Ein Safeguards Screening Tool (SST), das Projektteams bei der Identifizierung von Risiken unterstützen soll und einen Rahmen für die anschliessende Impact-Analyse und Risikominderung liefert.
  • Ein abgestufter netzwerkweiter Beschwerdemechanismus, der bestehende Vorkehrungen zum Umgang mit Beschwerden stärkt.
  • Ein bereits eingeführtes Antwortprotokoll für die unmittelbare Eskalation von menschenrechtsbezogenen Beschwerden.

Um eine wirksame Umsetzung der ESSF sicherzustellen, haben wir Folgendes unternommen (Stand März 2020):

  • Einrichtung einer spezifischen Global Safeguards Unit, die die Umsetzung des ESSF überwacht und für dessen Pflege verantwortlich ist. Der Direktor von E&S Safeguards wurde am 1. November 2019 ins Amt berufen und die Rekrutierung von Regionalleitern in Asien, Nord- und Südamerika und Afrika ist im Gange. Mehrere Netzwerk-Büros bauen ebenfalls ihre Kapazitäten im Hinblick auf Schutzvorkehrungen, Sozialstandards und Menschenrechte aus.
  • Mehr als 1300 WWF-Mitarbeitende haben den E-Learning-Kurs «Human Rights and Conservation» belegt und am Online-Diskussionsforum teilgenommen, das im Juni 2019 lanciert wurde. Um nicht englischsprachige Mitarbeitende zu erreichen, werden zurzeit Versionen in Französisch, Spanisch und Portugiesisch erstellt.
  • Die Einführung einer obligatorischen ESSF-Schulung für die mehr als 7000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des WWF wird bis Ende April abgeschlossen. Diese individuellen Schulungen werden zusätzlich zu spezifischen Büro-basierten Schulungen angeboten, die in den Regionen durchgeführt werden.
  • Wir stellen eine Ombudsperson ein, was ein Novum für eine Umwelt-NGO ist. Es handelt sich hier um eine unabhängige Funktion, die die Einhaltung des Safeguards-Rahmenwerks überwacht und bei der Schlichtung von Streitigkeiten hilft, wenn diese nicht vor Ort gelöst werden können. Diese Stelle untersteht nicht dem Linienmanagement von WWF International und berichtet direkt an das WWF International Board.