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Flugverkehr

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Klimaeffekt des Flugverkehrs im Jahr 2008 und im Jahr 2020
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Nur rund fünf Prozent aller Menschen haben je ein Flugzeug bestiegen. Doch diese Minderheit verursacht enorme Emissionen: Ein einziger Urlaubsflug kann so viel CO2 verursachen wie ein Jahr lang Auto fahren.
Der Flugverkehr nimmt stetig und rasch zu. Bis 2020 soll er sich gemäss der Luftfahrtsindustrie gegenüber 2005 weltweit verdoppeln. In der Schweiz ist die Luftfahrt bereits heute zu über 16 Prozent für den Klimaeffekt verantwortlich. Geht die Entwicklung so weiter wie bisher, wird dieser Anteil bis 2020 auf fast 22 Prozent anwachsen.

Aber nicht nur das CO2 ist klimaschädlich, sondern auch die in grosser Höhe ausgestossenen Stickoxide und der Wasserdampf heizen dem Klima ein. Da in nächster Zeit keine Technologiesprünge zu erwarten sind und Flugzeuge oft 30 Jahre im Einsatz stehen, müssen jetzt klare gesetzliche Rahmenbedingungen für den Flugverkehr geschaffen werden. International sollen der geplante Emissionshandel und die diskutierten Klimaschutzabgaben eingeführt werden, lokal sind zusätzliche Kontingentierungen nötig.

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Gründe für das Wachstum

Gemäss einem internationalen Abkommen aus dem Jahr 1944 (Chicagoer Abkommen) und den darauf basierenden bilateralen Abkommen müssen die Fluggesellschaften für Treibstoff keine Steuern zahlen. Kerosin ist also weltweit von Mineralölsteuern ausgenommen. Auch Mehrwertsteuer bezahlen die Flugpassagiere nicht. Die Flughäfen sind zudem meist mit Hilfe billiger oder kostenloser Staatsdarlehen erbaut worden. Das heisst: Die Luftfahrt wird schon seit Jahrzehnten direkt oder indirekt subventioniert. So lange sich daran nichts ändert, ist mit einem Abflachen des Verkehr-Anstiegs nicht zu rechnen.

Der WWF fordert

  • In der EU wird der Flugverkehr ab 2012 ins Europäische Emissionshandelssystem integriert. Die Schweiz sollte sich diesem System unbedingt anschliessen.
  • Analog zu den Gaskombikraftwerken könnte von der Flugbranche verlangt werden, ihre Treibhausgasemissionen zu kompensieren. In diese Richtung geht die in einigen Ländern bereits eingeführte generelle Ticketgebühr, welche der Entwicklungszusammenarbeit zukommt. Entsprechende Ticketgebühren könnten auch genutzt werden, um die Finanzierung des Fonds für die Anpassung an den Klimawandel (Adaptation Fund) zu stärken. Deutschland und Österreich haben eine Flugverkehrssteuer eingeführt, um Anreize für umweltgerechtes Verhalten im Flugverkehr zu setzen.
  • Die Befreiung des Flugverkehrs von der Mehrwertsteuer subventioniert den ohnehin zu billigen Flugverkehr. Deshalb fordern wir die Mehrwertsteuer auf Flugtickets.
  • Doch alle diese internationalen und nationalen Steuerungsinstrumente können nicht verhindern, dass es lokal trotzdem zu übermässigen Belastungen für die Bevölkerung und die Umwelt kommt. Um diese negativen Wirkungen einzudämmen, ist eine Beschränkung und Auktionierung der Landerechte zweifellos das effizienteste Instrument.

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Die Luftfahrt wird schon seit Jahrzehnten direkt oder indirekt subventioniert.
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Klimaverträglichere Alternativen

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Vergleich der Treibhausgaswirkung.
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Gerade für Kurzstreckenflüge – über 80 Prozent der Schweizer Passagiere steuern Ziele in Europa an – gibt es eine klimaverträglichere und oftmals schnellere Alternative, nämlich Zug oder Bus. Mit den heutigen Möglichkeiten für Telefon- und Videokonferenzen sind Flüge zu Geschäftspartnern ausserdem oft gar nicht mehr nötig. Eine Studie des WWF hat ergeben, dass eine Mehrheit der untersuchten Schweizer Unternehmen bereits aktiv versucht die Umweltbelastung, die aus Reistätigkeiten entsteht, zu reduzieren. Das spart CO2, Geld und Zeit.

Fazit

Nur eine Kombination von Anreizen zur Steigerung der Klimaeffizienz des Flugverkehrs gekoppelt mit wachstumsdämpfenden Massnahmen macht es möglich, die Klimawirkungen des Flugverkehrs zu reduzieren und damit den gefährlichen Klimawandel zu verhindern. Der Klimamasterplan legt diesen Massnahmenmix ausführlicher dar.

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... und gewinnen jeden Luftgitarrenwettbewerb. ;-) RT @akwmuehleberg: Die Anwohner hier in der Umgebung können das Zwölffingersystem haha
vor 13 Stunden @WWF_Schweiz

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